mini|Lucy Atkinson Lucy Sherrard Atkinson (geb. Finley; 15. April 1817 in Sunderland, Durham – 13. November 1893, London, England) war eine englische Entdeckerin, die Mitte des 19. Jahrhunderts durch Zentralasien und Sibirien reiste. Ihre Reisen führte sie an Orte, die in Europa bislang unerforscht waren. Über ihre Reiseerlebnisse schrieb sie später das Buch Recollections of Tartar Steppes and their Inhabitants.

Leben Lucy Sherrard Finley war das dritte Kind und die älteste Tochter unter den zehn Kindern von Matthew Smith Finley (1778–1847), einem Schulmeister aus East London, und seiner Frau Mary Anne, der Tochter des Parfümeurs William York. Als Teil einer Großfamilie wurde es früh ihre Pflicht, selbstständig ihren Lebensunterhalt zu verdienen. „Being one of a large family it became my duty, at an early period of life, to seek support by my own exertions.“ 1838 ging sie nach Russland, wo sie acht Jahre als Gouvernante für die Tochter des Generals Mikhail Nikolaevich Muravyev-Vilensky in St. Petersburg, Russland, arbeteitete. Dort lernte sie den englischen Künstler Thomas Witlam Atkinson kennen und heiratete ihn 1848. In den kommenden fünf Jahren bereiste das Paar entlegene Randgebiete des russischen und chinesischen Reiches. Am 4. November 1848 brachte sie während ihrer Reisen in Qapal, im heutigen Kasachstan, ihren Sohn Alatau Tamchiboulac Atkinson zur Welt. Die Familie blieb bis zum Mai 1849 in Qapal, in deren Zwischenzeit sie eine Typhusepidemie überstanden. Die kommenden vier Jahre verbrachten die Atkinsons in Zentralasien und erkundeten bislang unbekannte Orte dieser Regionen. Eine Besonderheit ihres später verfassten Buches sind die Schilderungen des Lebens der Dekabristen im Exil – ehemals Russen, die wegen einer Verschwörung gegen den Zaren im Jahr 1825 zu einem Leben in Sibirien verurteilt worden waren. Während ihrer Jahre als Gouvernante in St. Petersburg hatte sie Verwandte mehrerer dieser Verbannten kennengelernt. 1853 kehrten sie nach St. Petersburg zurück. Dort blieben sie bis 1858, während Thomas an seinen Gemälden arbeitete und seinen ersten Reisebericht schrieb. In diesem Buch erwähnte er weder Lucy noch seinen Sohn, möglicherweise um zu verbergen, dass er ein zweites Mal geheiratet hatte, während seine erste Frau noch lebte und mit den drei Kindern Martha, John William und Emma in London wohnte. 1859 zog die Familie nach London, England zurück, wo die beiden Reiseberichte Thomas’ gefeiert wurden. Mit seinem Tod 1861 geriet sie, auch aufgrund der Nachlassklage seines Sohnes aus erster Ehe, in eine finanzielle Notlage. Diese konnte durch ihr 1863 publiziertes Werk Recollections of Tartar Steppes and their Inhabitants gemildert werden. Zudem erhielt sie in diesem Jahr eine Pension aus der Zivilliste in Höhe von 100 Pfund sowie einer weiteren in Höhe von 50 Pfund im Jahr 1870. Der Vorsitzende der Royal Geographical Society, Roderick Murchison, leitete eine Spendenaktion, um ihrem Sohn Alatau den Besuch der Rugby School zu ermöglichen. In London lebte sie bis zu ihrem Tod im Haus des Rechtsanwaltes Benjamin C. Robinson.

Am 13. November 1893 starb sie an den Folgen einer akuten Bronchitis und wurde auf dem Tower Hamlets Cemetery Park beigesetzt.

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