mini|alt=Porträtfoto schwarz-weiß|Catherine Claude Catherine Claude (geboren als Jeanne Guillaud am 23. Dezember 1924 in Bourgoin-Jallieu; gestorben am 23. August 2000 in Paris), verheiratete Catherine Piermont, war eine französische Journalistin, Schriftstellerin, Feministin und Résistante.
Leben Jeanne Guillaud wurde als einziges Kind des Arbeiters Jean Guillaud und der Lehrerin Berthe Gaymard geboren. Ihr Elternhaus war kommunistisch geprägt und ihr Vater, der vor ihrer Geburt bei der Marine war, hatte am Aufstand in der französischen Schwarzmeerflotte teilgenommen, mit dem die junge Sowjetunion geschützt werden sollte. Er starb als Freiwilliger im Spanischen Bürgerkrieg in der Schlacht von Teruel. Die Mutter nahm zu dieser Zeit einen jungen spanischen Flüchtling auf, mit dem Jeanne aufwuchs.
Sie besuchte das Lycée Stendhal in Grenoble. Sie freundete sich mit ihrer Französischlehrerin und späteren Schriftstellerin Colette Audry an. Diese führte sie 1943 in die Résistance ein, und zwar innerhalb der Main-d’œuvre immigrée, einer aus der Kommunistischen Partei hervorgegangenen Organisation, die Einwanderer vereinte und 1943 in Grenoble die aktivste im Widerstand war. Sie kämpfte unter dem Kommando von Charles Wolmark, der von der Gestapo verhaftet und in Charnècles erschossen wurde. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Maurice Piermont kennen, der sich damals Claude Henriot nannte.
Später wählte sie als Pseudonym einen Namen, der sich aus der Verbindung ihrer beiden Kampfnamen, Catherine und Claude, zusammensetzte – unter diesen Namen hatten sich die beiden kennengelernt. Bis Mai 1944 war sie damit beauftragt, an den Gymnasien von Grenoble eine weitere Organisation aufzubauen, die der Kommunistischen Partei unterstand: das Mouvement national contre le racisme. Anschließend wurde sie im Mai 1944 nach Lyon und dann nach Marseille entsandt, wo sie sich Claude anschloss.
mini|alt=Ganzkörperfoto, Braunton, sie steht auf dem Gehweg einer belebten Straße in einer Stadt.|Catherine Claude, Anfang der 1960er Jahre Im Januar 1945 trat sie der Französischen Kommunistischen Partei (PCF) bei. Sie arbeitete bei Ce soir, einer 1937 von der Kommunistischen Partei gegründeten Zeitung, als Journalistin im Ressort Außenpolitik. Sie heiratete 1945; das Paar hatte zwei Söhne. Sie ließ sich mit ihrem Mann in Grenoble nieder und arbeitet von September 1945 bis Juni 1946 als Journalistin bei der Zeitung Le Travailleur alpin. Sie engagierte sich aktiv in der PCF, insbesondere in der Union des femmes françaises. Claude und Catherine distanzierten sich 1956 von der Partei, nachdem der Ungarische Volksaufstand von der Sowjetunion niedergeschlagen und der Chruschtschow-Bericht zur Entstalinisierung veröffentlicht wurde. 1968 näherte sie sich der Kommunistischen Partei wieder an und beteiligte sich an der Gründung der Union des écrivains, deren Vorsitzende sie 1997 wurde.
In ihrem literarischen Schaffen stehen häufig Personen im Mittelpunkt, die, aus einfachen Verhältnissen stammend, ihren Weg in einer sich verändernden Welt suchen. Als Beispiel sei hier die Josepha in Le Magot de Josepha genannt, die von Anna Magnani in einem Film von Claude Autant-Lara auf der Leinwand verkörpert wurde. Ciel blanc erhielt 1967 den Prix littéraire de la Résistance.Marc Perry, Catherine Claude rend hommage aux conquérants de l'’mpossible, Le Dauphiné Libéré, 22. Juni 1967 und Henri Petit, Le Parisien libéré, 27. Juni 1967
1971 unterzeichnete sie das im Le Nouvel Obs abgedruckte Manifest der 343, in dem sie erklärte, abgetrieben zu haben (Abtreibung war damals verboten). Zu dieser Zeit arbeitete sie für La Nouvelle Critique. Ende der 1970er Jahre distanzierte sie sich zunehmend von der Kommunistischen Partei. Sie war an der Gründung des Maison des écrivains et de la littérature beteiligt.
Werke Romane La Lune et le Soleil, Gallimard, 1959 Le Magot de Josepha, Gallimard. 1960. deutsch: Die verborgene Erbschaft der Josepha, Gerdes, 1962, Übersetzung Hildegard Bernaerts Verfilmt als Das Ekel von Josefa La Mort d’Armand, Gallimard, 1961 La Fête à Chaville, Gallimard, 1964 Ciel blanc, Gallimard, 1967 Essays Un certain Bourvil, Éditeurs français réunis, 1969 Neuauflage Messidor, 1990, ISBN 978-2-209-06389-5 Rabelais, Éditeurs français réunis, 1972 Élever seul son enfant, Calmann-Lévy, 1975, ISBN 978-2-7021-0033-2 La Querelle des femmes, Le Temps des cerises, 1995, ISBN 978-2-84109-226-0 C’est la fête de l’humanité, Les Éditions sociales, 1978, ISBN 978-2-201-01433-8 Voyage et Aventures en Écologie, Les Éditions sociales, 1976, ISBN 978-2-209-05289-9 Paris en zigzag, éditions La Farandole, 1975 Elles, Éditeurs français réunis, 1975 L’Enfance de l’humanité, Harmattan, 1997, ISBN 978-2-296-34171-5 Drehbuch Die Jungfrauen, 1963, Regie Jean-Pierre Mocky
Weblinks
, Nachruf in L’Humanité
Einzelnachweise
Kategorie:Résistancekämpfer Kategorie:PCF-Mitglied Kategorie:Frauenrechtler (Frankreich) Kategorie:Literatur (Frankreich) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 2000 Kategorie:Frau