The Paris Tapes: Live at Le Théâtre du Châtelet 1971 ist ein Musikalbum von Sun Ra and His Mythic Science Arkestra. Die 1971 im Théâtre du Châtelet in Paris entstandenen Aufnahmen erschienen 2010 auf Kindred Spirits in Kooperation mit Art Yard.
Hintergrund Zuvor bestand die Sun-Ra-Archivreihe von ArtYards aus erweiterten Alben und regulären Wiederveröffentlichungen. Mit The Paris Tapes erschien auf dem Label ein Konzert des Sun Ra Arkestra von 1971, das vorher nie offiziell veröffentlicht wurde. Das genaue Datum der Aufnahme ist nicht ganz gesichert; im CD-Booklet wird der 29. November 1971 angegeben.
Das Arkestra präsentierte bei seinem Auftritt im Théâtre du Châtelet u. a. Versionen der bekannten Stücke aus dem Arkestra-Repertoire wie „Space Is the Place“, „Discipline 27“ und „Angels and Demons at Play“. Vier Stücke konnten die Liner-Notes-Autoren Knowell Scott und Chris Trent nicht mit dem Titel identifizieren, eines davon stammt aus Sun Ras Discipline-Serie.
Titelliste Sun Ra and His Mythic Science Arkestra – The Paris Tapes: Live at Le Théâtre du Châtelet 1971 (Kindred Spirits KSAY-6, Art Yard KSAY-6) LP Space Is The Place 16:41 Somebody Else’s Idea 11:38 Watusi 22:42
CD 1 Introduction 6:19 Discipline #27 10:17 Untitled Solo 0:52 Love in Outer Space 9:33 Love In Outer Space Part 2 6:57 Third Planet 6:26 Somebody Else’s Idea 11:38 Watusi 22:42
CD 2 Space Is the Place 16:41 Angels and Demons at Play (Marshall Allen) 15:17 Untitled Keyboards 2:17 Discipline Number Unknown 15:32 Untitled Synthesizer Solo 14:48
Soweit nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Sun Ra.
Rezeption Außerordentlich hoch sei die Qualität der Aufnahme und der Musik, meint Marc Medwin (Squid’s Ear). Das Energieniveau sei während des gesamten Konzerts hoch. Tatsächlich sei die Intensität oft so stark, dass sie fast beängstigend wirke. Ein Großteil der Musik sei von einem Geflecht aus Perkussion durchzogen, dargeboten von drei Schlagzeugern und anderen Mitgliedern des Arkestra, wenn diese nicht ihre Hauptinstrumente spielten. Die temperamentvollen Rufe der Tänzer würden die polyrhythmischen Darbietungen durchdringen und die Begeisterung des Publikums verstärken.
Der Sound der Band würde Jazz und Rockmusik auf eine Weise verschmelzen, die an Meilensteine wie Miles Davis’ On the Corner erinnere und in puncto rhythmischer Dynamik und funkiger Präzision sogar spätere Meisterwerke wie Pangaea und Agharta (1975) vorwegnehme, so Medwin. Sun Ras Synthesizer-Soli würden vor Energie sprühen und an seine Konzerte in der Fondation Maeght ein Jahr zuvor erinnern, doch diese Aufnahme klinge sogar noch besser. Möglicherweise habe Sun Ra geplant, wie bei vielen anderen Konzerten, Ausschnitte daraus zu veröffentlichen. Die Stereoabbildung sei exzellent und erinnere an die fantastischen Aufnahmen Mitte der 1960er-Jahre, in denen sich Sänger, Tänzer und Musiker im Raum bewegen. Alle musikalischen und klanglichen Faktoren würden hier zu einer erstklassigen Dokumentation eines erstklassigen Ensembles verschmelzen, und dies könnte nun die beste Veröffentlichung in Art Yards Sun-Ra-Reissue-Programm sein.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Sun-Ra-Album Kategorie:Album 2010 Kategorie:Livealbum