mini|Maria Reumert Gjerding (2026) Maria Reumert Gjerding (* 3. August 1978 in Kopenhagen) ist eine dänische Politikerin (SF) und ehemalige Umweltverbandsfunktionärin. Sie ist seit dem 3. Juni 2026 Umweltministerin in der Regierung Frederiksen III. Zuvor war sie von 2015 bis 2018 für Enhedslisten Mitglied des Folketing und von 2018 bis 2026 Präsidentin der Naturschutzvereinigung Dänemarks (Danmarks Naturfredningsforening).

Leben Maria Reumert Gjerding ist die Tochter des Ingenieurs Søren Bønnelycke Gjerding und der Krankenschwester Trine Reumert Schaltz. Sie besuchte von 1985 bis 1997 die Vidar Skolen und studierte von 1999 bis 2006 Umweltplanung und internationale Entwicklungsstudien an der Universität Roskilde. Nach Tätigkeiten als Projektleiterin und Verwaltungsleiterin bei Biosa Danmark arbeitete sie von 2008 bis 2015 als umweltpolitische Beraterin der linksradikalen Partei Enhedslisten – de rød-grønne.

Von Juni 2015 bis April 2018 war sie für Enhedslisten im Wahlkreis Nordsjællands Storkreds Mitglied des dänischen Parlaments (Folketing). Nach ihrer Wahl an die Spitze von Danmarks Naturfredningsforening legte sie ihr Parlamentsmandat nieder. 2025 zeichnete die Universität Roskilde sie als Årets æresalumne aus; in der Begründung wurde ihr Einsatz für Natur, Klima und grüne Umstellung hervorgehoben. Während ihrer Zeit als Präsidentin der Naturschutzvereinigung trat sie der links-grünen Socialistisk Folkeparti (SF) bei, machte dies aber zunächst nicht öffentlich, da sie nicht als Parteipolitikerin wahrgenommen werden wollte.Jeppe Lykke Hansen: Maria Reumert Gjerding var SF’er, mens hun stod i spidsen for naturfredningsforeningen, TV2, 3. Juni 2026.

Im Zuge der Bildung der Mitte-links-Regierung Frederiksen III wurde Reumert Gjerding auf Vorschlag der SF am 3. Juni 2026 zur Umweltministerin ernannt.

Wirken Im Folketing war Gjerding Sprecherin der Enhedslisten-Fraktion für Umwelt, Klima, Landwirtschaft, grüne Umstellung, Tierschutz, Familie und Demokratie.

Als Präsidentin von Danmarks Naturfredningsforening beschrieb sie die Organisation als „Stimme der Natur“ und setzte in ihrer strategischen Selbstdarstellung auf stärkere Mitgliederaktivierung, lokale Verankerung und politischen Einfluss in Natur-, Umwelt- und Klimafragen. In den Verhandlungen zur Grøn trepart gehörte Danmarks Naturfredningsforening zu den beteiligten Parteien; die Vereinbarung sah eine CO2e-Abgabe auf Emissionen aus der Tierhaltung, umfangreiche Moor- und Waldmaßnahmen sowie eine rund 40 Milliarden Kronen schwere Arealfondslösung vor. Gjerding verteidigte die Vereinbarung als Kompromiss, der Landwirtschaftsflächen in Natur, Wald und Feuchtgebiete umwandeln und Klima-, Natur- und Stickstoffpolitik stärker zusammenführen sollte. In einer gemeinsam mit dem Ørsted-Chef Mads Nipper veröffentlichten Politiken-Kronik plädierte sie 2023 für die Aufnahme von Natur-, Klima- und Umweltrechte in die dänische Verfassung. In einer weiteren Politiken-Kronik forderte sie 2022 gemeinsam mit anderen Natur-, Tier- und Umweltorganisationen ein dauerhaftes Ende der dänischen Nerzproduktion.

Ihre Berufung zur Umweltministerin wurde in der Berichterstattung auch als ungewöhnlich eingeordnet, weil sie aus der Leitung einer großen Umweltorganisation in die Regierung wechselte und zum Zeitpunkt der Ernennung kein Mitglied des Folketing war.

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