Georg Dietrich Nicolaus von Geldern-Crispendorf (* 6. November 1855 in Greiz; † 15. Februar 1939 auf Schloss Beuchlitz bei Halle (Saale)) war ein preußischer Generalleutnant.

Leben Herkunft Georg war ein Sohn des fürstlich reußischen Geheimen Rates und Bevollmächtigten zum Bundesrat Bruno von Geldern-Crispendorf (1827–1894) und dessen erster Ehefrau Pauline, geborene Schmeißer (1828–1882). Er hatte noch vier Brüder, darunter der Politiker Max von Geldern-Crispendorf (1854–1938).

Militärkarriere Nach dem Besuch des Lyzceums und des Vogel'schen Instituts in seiner Heimatstadt sowie der Kadettenhäuser in Oranienstein und Berlin wurde Geldern-Crispendorf am 19. April 1873 als charakterisierter Portepeefähnrich der Divisionsartillerie des Magdeburgischen Feldartillerie-Regiments Nr. 4 der Preußischen Armee überwiesen, aus der Anfang März des Folgejahres das Thüringische Feldartillerie-Regiment Nr. 19 hervorging. Er absolvierte die Kriegsschule in Erfurt und avancierte bis Mitte Oktober des Jahres zum Sekondeleutnant. Zur weiteren Ausbildung besuchte er von Oktober 1876 bis Juli 1877 die Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule und wurde im Anschluss zum Artillerieoffizier ernannt. Am 14. Januar 1879 folgte seine Versetzung nach Berlin in das 1. Garde-Feldartillerie-Regiment, wo er von August 1879 bis Juli 1880 als Adjutant der Reitenden Abteilung diente. Ende Mai 1883 rückte er zum Premierleutnant und sechs Jahre später zum Hauptmann auf. Als solcher war Geldern-Crispendorf vom 2. September 1889 bis zum 13. September 1893 Batteriechef und kam anschließend in gleicher Funktion in das Magdeburgische Feldartillerie-Regiment Nr. 4 nach Burg (bei Magdeburg). Anlässlich der Benennung des Verbandes nach seinem Regimentschef zeichnete ihn Prinzregent Luitpold von Bayern Mitte November 1897 mit dem Ritterkreuz 1. Klasse seines Militärverdienstordens aus.Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.): Verordnungs-Blatt. Beilage zu Nr. 30 vom 29. November 1897, S. 220. Nachdem man ihn Ende Mai 1898 von seiner Stellung entbunden hatte, avancierte er am 10. September 1898 zum aggregierten Major und wurde Mitte April zum Kommandeur der I. Abteilung ernannt. Unter Beförderung zum Oberstleutnant war Geldern-Crispendorf vom 13. Februar bis zum 19. März 1906 zunächst mit der Führung des 2. Großherzoglich Hessischen Feldartillerie-Regiments Nr. 61 beauftragt. Anschließend zum Regimentskommandeur ernannt, stieg er am 27. Januar 1909 zum Oberst auf und erhielt im September 1911 die Erlaubnis, dass ihm durch Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein verliehene Komturkreuz II. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen anzunehmen.Militär-Wochenblatt. Nr. 116 vom 16. September 1911, S. 2716. Mit der Beförderung zum Generalmajor erfolgte am 22. April 1912 seine Versetzung als Kommandeur der 14. Artillerie-Brigade nach Wesel. In dieser Eigenschaft erhielt Geldern-Crispendorf die Erlaubnis zur Annahme des Chilenischen Verdienstordens sowie des Reußischen Ehrenkreuzes I. Klasse.Militär-Wochenblatt. Nr. 153 vom 11. November 1913, S. 3456.Fürstlich Reuß-Plauisches Amts- und Verordnungsblatt. Nr. 132 vom 11. November 1913, S. 741. Anlässlich des Ordensfestes wurde er im Januar 1914 mit dem Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub ausgezeichnet.Militär-Wochenblatt. Nr. 9 vom 18. Januar 1914, S. 158. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde er am 22. März 1914 unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant mit Pension zur Disposition gestellt und zog daraufhin auf seinen Besitz in Beuchlitz.

Er war seit dem 4. August 1896 Ehrenritter des Johanniterordens und Mitglied der Sächsischen Provinzialgenossenschaft. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Conrad (* 1863) erhielt Geldern-Crispendorf am 24. Juni 1905 durch den Herrnmeister Albrecht von Preußen in der Ordenskirche in Sonneburg den Ritterschlag als Rechtsritter des Johanniterordens.

Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Geldern-Crispendorf als z.D.-Offizier wiederverwendet und fungierte ab dem 14. Juli 1915 als Kommandant des Kriegsgefangenenlagers Quedlinburg. Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse übernahm er am 18. Februar 1918 das Lager Merseburg, das zuletzt rund 44.000 Kriegsgefangene zählte. Krankheitsbedingt bat Geldern-Crispendorf um die Aufhebung seiner Mobilmachungsbestimmung, die am 6. Dezember 1918 bewilligt wurde.

Familie Geldern-Crispendorf hatte sich am 1. Oktober 1879 in Potsdam mit Melanie von Brozowski (1858–1935), Tochter des preußischen Generalleutnants Adolf von Brozowski, verheiratet. Aus der Ehe gingen die sechs Kinder Walter (* 1880), Armgard (1881–1887), Lothar (1882–1890), Manfred (* 1891), Ilse (* 1893) und Günther (* 1898) hervor.

Literatur Walter von Geldern-Crispendorf: Geschichte der Familie v. Geldern und v. Geldern-Crispendorf. C.A. Starke, Görlitz 1919, S. 193–196. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1917. Elfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 259–260. (Digitalisat) Christian Zweng: Die Preußischen Generale 1866–1920. Band 6: Ga–Hae. Institut für deutsche Phaleristik und Militärgeschichte, Osnabrück 2014, S. 73–74.

Einzelnachweise

Kategorie:Generalleutnant (Königreich Preußen) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 3. Klasse Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (Ritter I. Klasse) Kategorie:Träger des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (Komtur II. Klasse) Kategorie:Träger des Reußischen Ehrenkreuzes Kategorie:Artillerist (Preußen) Georg Kategorie:Adliger Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1855 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann