Scharjil Khalid (* 11. August 1994 in Büdingen, Hessen) ist ein deutscher Imam und islamischer Theologe. Er ist in Berlin tätig und wirkt in der Khadija-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Seit 2022 ist er Mitglied der Deutschen Islamkonferenz.

Leben Khalid wuchs in Bensheim auf. Dort legte er 2014 sein Abitur an der Geschwister-Scholl-Schule ab. Anschließend studierte er islamische Theologie an der Jamia Ahmadiyya in Deutschland, dem Imam-Institut der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Das Studium schloss er 2021 ab.

Wirken Seit 2022 ist Khalid als Imam in Berlin tätig und wirkt in der Khadija-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Khalid nimmt als Hauptstadtrepräsentant der Ahmadiyya Muslim Jamaat an politischen Gesprächen und Begegnungen mit Vertretern der Bundespolitik teil. Seit 2022 repräsentiert er die Religionsgemeinschaft in der Deutschen Islamkonferenz des Bundesministeriums des Innern.

Khalid veröffentlicht Gastbeiträge und Kommentare zu Fragen der Islampolitik, Migration, antimuslimischem Rassismus sowie zum Nahostkonflikt. Beiträge von ihm erschienen unter anderem im Tagesspiegel, Deutschlandfunk, der taz, der Berliner Zeitung und der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Zudem ist er Mitautor des Beitrags Politische Partizipation von muslimisch gelesenen Menschen, der im Rahmen des Projekts Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch veröffentlicht wurde.

Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt eine von Khalid mitorganisierte bundesweite Aufräumaktion junger Muslime nach der Silvesternacht 2025. Dabei reinigten Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat am Neujahrsmorgen öffentliche Plätze. Nach Angaben der Organisatoren fand die Aktion in rund 240 Städten statt; die Zahl der Beteiligten wurde mit etwa 10.000 angegeben. In der Berichterstattung wurde Khalid mit den Worten zitiert, man sehe Muslime „als Problem im Stadtbild, aber da, wo das Stadtbild am schlimmsten ist, machen wir sauber“. Über die Aktion berichteten unter anderem das ZEITmagazin, der Tagesspiegel sowie ZDFheute.

Rezeption Über Khalid und seine Arbeit berichteten regionale und überregionale Medien, darunter die Berliner Morgenpost, t-online, der RBB sowie der SWR. In einem Porträt der Berliner Zeitung stellte Holger Friedrich ihn als „mutigen Berliner“ vor. Das Kindernachrichtenformat logo! des ZDF zeigte einen Beitrag über den Tag der offenen Moschee in der Khadija-Moschee in Berlin, in dem Khalid die Aufgaben eines Imams sowie die Moschee vorstellte.

Am 6. März 2026 war Khalid in der ZDFinfo-Sendung Forum am Freitag zu Gast. Thema war der für den 15. März 2026 angekündigte „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ in Berlin. In der Sendung diskutierte er mit der Rechtsanwältin Seyran Ateş über den Gedenktag. Am 25. März 2026 trat Khalid in der Talksendung Constantin Schreiber Late Night auf, die bei Welt ausgestrahlt wurde. In der Sendung wurden unter anderem Fragen zur öffentlichen Wahrnehmung des Islam in Deutschland thematisiert.

Kritik und Reaktionen Im Jahr 2025 veröffentlichte Khalid in der Berliner Zeitung einen Beitrag zur Berliner Enquetekommission gegen Rassismus. Darin kritisierte er unter anderem den Umgang des Berliner Senats mit dem Nahostkonflikt. Der Kolumnist Gunnar Schupelius griff den Beitrag in einer Kolumne in der Bild auf und warf Khalid unter anderem vor, den 7. Oktober 2023 unerwähnt gelassen zu haben. Khalid reagierte darauf mit einer Erwiderung in der Berliner Zeitung, in der er die Darstellung Schupelius’ als verkürzt und einseitig bezeichnete.

Ebenfalls 2025 erschien in der Berliner Zeitung sein Gastbeitrag Überholt und rückwärtsgewandt: Islampolitik der Bundesregierung steuert in die falsche Richtung, in dem er die Neubesetzung eines Beraterkreises der Bundesregierung im Bereich Islamismusprävention kritisierte. Der Beitrag wurde in weiteren Medien aufgegriffen und kritisch kommentiert. In Cicero wurde Khalid vorgeworfen, reflexhaft auf die Neubesetzung des Beraterkreises zu reagieren. In Die Welt wurde ihm unter anderem vorgehalten, die Zusammensetzung des Gremiums pauschal in Frage zu stellen. Khalid veröffentlichte daraufhin eine Erwiderung in der Berliner Zeitung, in der er die Kritik zurückwies und einzelnen Medien vorwarf, Misstrauen gegenüber muslimischen Stimmen zu schüren.

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