mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet des Gilliard-Flughundes in dunkelbraun, kleinere Populationen undeutlich erkennbar Der Gilliard-Flughund (Pteropus gilliardorum) ist ein mit mehreren disjunkten Populationen auf dem Bismarck-Archipel verbreitetes Fledertier in der Familie der Flughunde. Er zählt innerhalb der Gattung Pteropus zu einer Artengruppe, die je nach Abhandlung nach dem Kleinen Roten Flughund (Pteropus scapulatus) oder dem Mortlock-Flughund (Pteropus pelagicus) benannt ist. Das Typusexemplar wurde in einem kleinen Bergland in der West New Britain Province auf 1600 Meter Höhe gefunden. Die früher benutzte Schreibweise der Artzusatzes, gilliardi, gilt seit 1995 nicht mehr.

Das Tier ist nach dem US-amerikanischen Ornithologen Ernest Thomas Gilliard und seiner Frau Margaret benannt. Beim Besuch des Paares auf Neubritannien fand Margaret das Typusexemplar.

Merkmale Dieser mittelgroße und schwanzlose Gattungsvertreter hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 154 bis 178 mm, Unterarme von 114 bis 120 mm Länge und 34 bis 40 mm lange Hinterfüße. Ein Männchen hatte ein Gewicht von 400 g und die Ohren sind 20 bis 25 mm lang. Kennzeichnend für den Kopf sind sehr kurze schwarzbraune Haare mit vereinzelt silbernen Spitzen an der Schnauze, die diese nackt erscheinen lassen. Nachfolgend nicht speziell benannte Körperteile tragen olivbraunes Fell. Auf dem Haupt, an den Wangen und auf der Kehle sind die Haare wie auf der Schnauze gefärbt, nur länger. Längere Haare um Schultern und Nacken bilden einen Mantel der wärmer dunkelbraun gefärbt ist. Am Nacken gibt es zusätzlich Drüsen, die von gelbbraunen Haaren umgeben sind. Auf dem Hinterteil ist das Fell bleich umbrabraun. Der Gilliard-Flughund hat dunkelbraune Flughäute, wobei Stellen auf der Unterseite nahe der Unterarme goldgelbe Haare tragen. Auf den Schienbeinen sind keine Haare vorhanden und die für viele Flughunde typische Putzkralle am zweiten Finger kommt vor. Das Tier hat kleine spatenblattförmige Schneidezähne, lange obere Eckzähne und kleine untere Eckzähne. Die Backenzähne sind klein bis winzig.

Verbreitung und Lebensweise Neben der oben genannten Population gibt es auf Neubritannien eine weitere auf einer östlichen Halbinsel sowie eine dritte im Hans-Meyer-Gebirge auf Neuirland. Die bewohnten Regionen liegen auf 200 bis 1600 Meter Höhe. Der Flughund hält sich in tropischen Regenwäldern auf. Typische Pflanzen sind Schraubenbäume, Bambus und Rhododendren.

Wenige Beobachtungen lassen vermuten, dass die Art nachtaktiv ist und im Blattwerk ruht. Dabei kommt sie allein und in kleinen Gruppen vor. Aufgrund der kleinen Backenzähne wird angenommen, dass der Flughund Früchte mit weicher Schale, Blüten und Nektar frisst. Bis 2019 waren nur ein erwachsenes Männchen und fünf Männchen kurz vor der Geschlechtsreife bekannt. Das erwachsene Männchen hatte zwei zusätzliche Duftdrüsen am Hals, die vermutlich zur Paarungszeit aktiv sind.

Gefährdung Welche Auswirkungen Waldrodungen in tieferen Lagen auf den Flughund haben, ist nicht bekannt. Da die Tagesverstecke sehr gut getarnt sind, fällt das Tier vermutlich nur selten der Jagd zur Fleischgewinnung zum Opfer. Ein intensiver Sturm könnte viele Exemplare töten. Die IUCN listet den Gilliard-Flughund deshalb als gefährdet (vulnerable).

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Einzelnachweise

Kategorie:Flughunde Kategorie:Endemisches Tier des Bismarck-Archipels