mini|Emil Stolz. Emil Gustav Stolz (* 2. Januar 1856 in Leck; † 12. Januar 1921 in Lübeck) war Direktor der Schiffswerft von Henry Koch.

Leben Stolz besuchte das Gymnasium in Flensburg. Nach seiner Ausbildung zum Schiffszimmermann auf der Werft von Raben in Apenrade, unternahm er zur weiteren Ausbildung eine Segelschiffreise nach China und wurde, nachdem er privat in Hamburg den Schiffbau studiert hatte, als Konstrukteur auf der Germaniawerft in Kiel, auf der Neptun Werft in Rostock, auf der Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde und bei Blohm & Voss in Hamburg tätig.

Im Februar 1897 trat Stolz als Direktor in die Kochsche Werft ein. Am 7. November 1908 wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Grundkapital betrug 1 M Mark in 1000 Aktien. Stolz erhielt als Mitgründer 10 Stück. Die Werft wurde an deren Hausbank, das Lübecker Bankgeschäft Luckmann & Soltau verkauft. Der Kaufvertrag besagte, dass Emil Stolz und Franz Koch die Geschäfte im Namen der Käuferin weiterführten. Heinz Haaker: Die «Schiffswerft von Henry Koch AG» - Ein Kapitel Lübecker Schiffsbau- und Industriegeschichte, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven 1994, Ernst-Kabel-Verlag, ISBN 3-8225-0299-5, S. 45–47. Nachdem Franz Koch 1917 aus dem Vorstand ausgeschieden war, war Stolz dessen einziges Werftvorstandsmitglied. Heinz Haaker: Die «Schiffswerft von Henry Koch AG» - Ein Kapitel Lübecker Schiffsbau- und Industriegeschichte, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven 1994, Ernst-Kabel-Verlag, ISBN 3-8225-0299-5, S. 58. Zur Stabilisierung der finanziellen Situation und zur Risikostreuung wurde zu 1910 der Betrieb des Schwimmdocks als Lübecker Dock-Gesellschaft mbH ausgegliedert. Zum Direktor wurde Stolz berufen. Heinz Haaker: Die «Schiffswerft von Henry Koch AG» - Ein Kapitel Lübecker Schiffsbau- und Industriegeschichte, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven 1994, Ernst-Kabel-Verlag, ISBN 3-8225-0299-5, S. 50. Am 10. September 1919 wurden die Prokuristen Willy Koch (Gründersohn) und Friedrich Cornehls als weitere Vorstandsmitglieder bestellt. Geschäftsbericht des Jahres 1919 der Schiffswerft von Henry Koch AG, Lübeck vom 3. Mai 1920. Bis 1921 wurde das Unternehmen von drei Vorständen geführt. Heinz Haaker: Die «Schiffswerft von Henry Koch AG» - Ein Kapitel Lübecker Schiffsbau- und Industriegeschichte, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven 1994, Ernst-Kabel-Verlag, ISBN 3-8225-0299-5, S. 64–65.

Als sowohl tüchtigen als auch erfahrenen Schiffsbautechniker schätzte man auch im Verband der Schifffahrts-Werften seinen Rat. Während des Weltkrieges wurde er Mitglied des noch bei seinem Tod bestehenden Kriegsausschusses.

Die Angestellten der Werft rühmten seine Gerechtigkeit und sein selbstloses, das eigene Interesse immer dem Interesse des Gesamtbetriebes unterordnende Wirken, als Stolz' vortrefflichste persönliche Eigenschaften.

Literatur Werftdirektor Emil Stolz †. In Von Lübecks Türmen; 31. Jg., Nr. 5, Ausgabe vom 29. Januar 1921, S. 12.

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