Bernhardschlag ist eine Ortschaft und Katastralgemeinde in der Gemeinde Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Die Ortschaft hat  Einwohner (Stand ). Bis 1938 war Bernhardschlag eine eigenständige Gemeinde.

Geographie Die Ortschaft Bernhardschlag ist Teil der Katastralgemeinde Bernhardschlag sowie des Zählsprengels Bernhardschlag und umfasst  Adressen (Stand ).

Die Ortschaft liegt im Bernhardschläger Hügelland zwischen dem Finsterholzbach im Norden, dem Steinbach im Süden und dem Amesschlägerbach im Osten.

Geschichte Ortsgeschichte mini|„Wernhardtsschlag“ in der Landkarte von Georg Matthäus Vischer 1667/69 Das früheste Schriftzeugnis für den Ortsnamen lautet „Wernhartzslag“ und stammt aus dem Jahr 1356, als Reinprecht von Wallsee das Amt Weißenbach mit den Dörfern Bernhardschlag, Weißenbach und Schönegg erhielt.„Teilung der Herrschaft Waxenberg.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 194. Der Ortsname geht dabei auf den althochdeutschen Personennamen „Wernhart“ mit dem Grundwort „-schlag“ zurück.

Im Zweiten Weltkrieg hatte Bernhardschlag viele tote Soldaten zu beklagen.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 127. Am 16. März 1945 kam es zu einem Notabwurf von 16 US-amerikanischen und englischen Fliegerbomben über Bernhardschlag und Brunnwald, die in die Wiesen, Felder und Wälder Trichter von sechs bis acht Meter Tiefe und 12 bis 16 Meter Breite rissen und die Fensterscheiben der umliegenden Häuser zertrümmerten. In Bernhardschlag fielen sie unterhalb vom „Baönfranzl“ (Bernhardschlag Nr. 51) in Richtung „Waldhörgut“ (Nr. 34). Ein großer Steinbrocken wurde durch das Dach des Bauernhauses in Bernhardschlag Nr. 32 geschleudert und musste erst zerschlagen werden, damit er abtransportiert werden konnte.„Bomben … auch über Bernhardschlag und Brunnwald.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 119.

Ehemalige Gemeinde Im Jahr 1850 wurde die Gemeinde Bernhardschlag eingerichtet.

Zur Versorgung der Pflegebedürftigen erwarb die damalige Gemeinde Bernhardschlag im Jahr 1910 das Haus Nr. 18 und im Jahr 1925 das „Bruntonihäusl“ in Brunwald Nr. 10 als Armenhäuser.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 111.

Im Jahr 1938 waren in der Ortsgemeinde Bernhardschlag zwei Gastwirte, ein Schmied, ein Schuhmacher, zwei Tabaktrafikanten, ein Viehhändler, ein Viktualienhändler, ein Weber und zahlreiche Landwirte ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 566 (findbuch.at [PDF]).

Am 1. November 1938 wurde die zuvor eigenständige Gemeinde Bernhardschlag in die damalige Gemeinde Oberweißenbach eingegliedert, wobei Bernhardschlag als Katastralgemeinde fortbesteht.

Bürgermeister Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Bernhardschlag: 1850–1873 Lukas Wohlschlager 1873–1876 Sebastian Wohlschlager 1876–1879 Franz Ganglberger 1879–1908 Johann Pötscher 1909–1912 Franz Hofer 1912–1919 Johann Enzenhofer 1919–1935 Josef Ganglberger 1935–1938 Anton Lummerstorfer

Infrastruktur Gemeindestraße Die Bernhardschläger Gemeindestraße verbindet Vorderweißenbach mit Bernhardschlag. Ein Ansuchen um Förderung zur Sanierung und Verbreitung der Straße wurde am 20. Februar 1910 vom Landesausschuss abgelehnt.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 370. Die Bernhardschläger Gemeindestraße wurde im Herbst 1938 ausgebaut, im 1953 weiterausgebaut und 1979 saniert.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 372.

Freiwillige Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Bernhardschlag wurde am 23. Jänner 1910 als Gemeindefeuerwehr der damals eigenständigen Gemeinde Bernhardschlag gegründet. Das erste Feuerwehrzeughaus wurde 1913 gegenüber dem heutigen Standort errichtet. 1957 wurde das neue Zeughaus am heutigen Standort gebaut und 1961 mit einer Sirene ausgestattet. Da mit der Anschaffung neuer Geräte der Platz nicht mehr ausreichte, wurde das Gebäude abgerissen und mit dem Bau eines größeren Zeughauses begonnen, das 1993 feierlich eröffnet wurde. 2014 wurde ein Grundstück angekauft und damit der Parkplatz erweitert.„Freiwillige Feuerwehr Bernhardschlag“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 393–394.

Freizeit Die Berhardschlagrunde bzw. Bernhardschlägerrunde ist ein etwa 6 Kilometer langer, leichter Wanderweg zwischen Bernhardschlag und Vorderweißenbach.Berhardschlag-Runde – Vorderweißenbach. In: Christian Dullinger, Werner Schnetzer, Michael Strasser: 33 Wege für Geist und Körper. Nordic Walking und Wandern in Oberösterreich. Trauner, Linz 2009, ISBN 978-3-85499-638-5, S. 42–45. Seit dem Jahr 2026 führt der Wilheringer Pilgerweg vom Sternstein kommend Richtung Traberg zurück zum Stift Wilhering.

Literatur Peter Adam, Beate Auer, u. a: Dehio-Handbuch Oberösterreich. Band 1. Mühlviertel. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-362-3, Bernhardschlag S. 912–913. Marktgemeinde Vorderweißenbach (Hrsg.): Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. Der Stern im Böhmerwald. Sternstein Verlag, Bad Leonfelden 2025, ISBN 978-3-902865-25-0. Darin mit Bezug zur Ortschaft Bernhardschlag: Kapitel 3. Besitzer nach den Urbaren vom 15. bis in das 17. Jahrhundert. S. 41–48 (Autoren: Sonja und Johann Pammer), Abschnitt „1499 Wernhartschlag, 1533 Wernnhartzschlag, 1571 Wernhartschlag, 1640 Wörnhardtschlagh“ S. 46–48. Kapitel 7. Ende der Monarchie, Weltkriege, Wiederaufbau und Eiserner Vorhang. S. 105–146. Johann Pammer: Der 2. Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus in unserer Heimat – Erinnerungen und Chronikberichte. S. 115–120. Gefallene der beiden Weltkriege aus der Gemeinde Vorderweißenbach. S. 126–127. Kapitel 8. Gemeinde sind wir alle. S. 149–190, Liste der Bürgermeister der Gemeinde Bernhardschlag von 1850 bis 1938 auf S. 159. Kapitel 15. Verkehrserschließung in unserer Gemeinde. S. 367–374 (Autor: Otto Kastner). Kapitel 17. Sicherheit … Im Dienst für uns alle. S. 387–406, Abschnitt „Freiwillige Feuerwehr Bernhardschlag“ S. 393–394, „Brände in der Gemeinde Bernhardschlag von 1870 bis 1927“ S. 404. Kapitel 20. Hausbesitzer von 1750–1940. S. 467–507 (Autoren: Sonja und Johann Pammer), Abschnitt „Bernhardschlag“ S. 478–480. Edmund Grabner (Hrsg.), Stefan Grasböck, Reinhard Hauer: Zeichen am Weg. Kleindenkmäler in der Marktgemeinde und Pfarre Vorderweißenbach. Arbeitskreis Kultur und Bildung des Vereins „Dorferneuerung Vorderweißenbach“, 2008, S. 135–157 (Inhaltsverzeichnis auf obvsg.at).

Weblinks

Einzelnachweise

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