mini|Carl Nielsen, um 1900 Die 1. Sinfonie op. 7 in g-Moll des dänischen Komponisten Carl Nielsen (1865–1931) entstand hauptsächlich 1891 bis 1893 und wurde 1894 in Kopenhagen uraufgeführt.
Entstehung
Die 1. Sinfonie Carl Nielsens ist, nach einer kurzen, 1888 entstandenen (und ursprünglich als erster Satz einer Sinfonie gedachten) Sinfonischen Rhapsodie, das erste große Orchesterwerk des Komponisten. Die Komposition entstand in einer Phase, in der Nielsen als Geiger im Orchester des Königlichen Theaters in Kopenhagen tätig war. Wenngleich erste Ideen und Entwürfe zur 1. Sinfonie wohl in die Jahre 1889/90 zurückreichen, begann die Hauptarbeit an dem Werk wahrscheinlich im Sommer 1891 nach Rückkehr von einer Auslandsreise. Im Spätsommer 1892 befasste sich Nielsen besonders mit dem 2. Satz. 1893 arbeitete er am Finale, wobei Herzprobleme im Herbst die Reinschrift der ersten drei Sätze erst im Dezember 1893 erlaubten, die des Finales folgte Mitte Januar 1894.
Uraufführung und Rezeption
Die Uraufführung der 1. Sinfonie von Carl Nielsen fand am 14. März 1894 in Kopenhagen mit der Königlichen Kapelle Kopenhagen unter Leitung von Johan Svendsen statt; Nielsen wirkte selbst in der 2. Violine mit.
Das Werk erhielt starken Applaus und auch weitgehend positive Kritiken, so auch durch Halfdan Kjerulf. Größten Zuspruch fand meist der 2. Satz. Die Drucklegung von Carl Nielsens 1. Sinfonie op. 7, die seiner Frau, der Bildhauerin Anne Marie Carl-Nielsen, gewidmet ist, erfolgte 1894 im Kopenhagener Verlag Wilhelm Hansen. Im November 1894 traf Nielsen in Wien auf Johannes Brahms und übergab ihm ein Exemplar der Partitur, ohne dass dessen Urteil überliefert wäre. Im März 1896 dirigierte Jean Louis Nicodé die Sinfonie in Dresden. Auch in Dänemark wurde das Werk in den folgenden Jahren mehrfach aufgeführt. Die schwedische Erstaufführung übernahm 1910 Wilhelm Stenhammar in Göteborg.
Besetzung und Spieldauer
Die Partitur sieht folgende Besetzung vor: 3 Flöten (3. auch Piccoloflöte), 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken und Streicher.
Die Aufführungsdauer beträgt etwa 34 Minuten.
Aufbau und Charakterisierung
Die vier Sätze der 1. Sinfonie sind überschrieben mit: Allegro orgoglioso Andante Allegro comodo Finale. Allegro con fuoco
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Nielsen wendet bereits in seiner 1. Sinfonie das für ihn typische Prinzip der „fortschreitenden Tonalität“ an; das Werk beginnt in g-Moll und endet in C-Dur. Der Kopfsatz („orgoglioso“ bedeutet „stolz“) folgt der Sonatenform. Die der harmonisch ausschweifenden Durchführung folgende Reprise ist mit dieser verschmolzen. Das Andante als Ruhepunkt der Sinfonie steht in G-Dur und moduliert im Mittelteil nach g-Moll. Der dritte Satz steht in Es-Dur. Das scherzotypische Trio wird durch eine Durchführung ersetzt. Das dramatische Finale steht in triumphalem C-Dur.
Literatur
Wulf Konold (Hrsg.): Lexikon Orchestermusik Romantik I-R. Schott, Mainz 1989, ISBN 3-7957-8227-9, S. 535–538.
Weblinks
C. Nielsen, Partitur 1. Sinfonie mit Vorwort von Peter Hauge (engl./dän.), Carl Nielsen Udgaven / Det Kongelige Bibliotek, 1998, Revision 2001, Kopenhagen Biograph. Angaben der Carl Nielsen Society (engl./dän.) Werkangaben der Carl Nielsen Society (engl.)
Kategorie:Sinfonie von Carl Nielsen#01 Kategorie:Musik 1894