Der Beloslawsee () liegt südwestlich von Warna, einer bulgarischen Hafenstadt am Schwarzen Meer. Der See ist heute in weiten Uferbereichen durch Hafenanlagen und Industrie überbaut. Lediglich der Mündungsbereich der Prowadija ist naturnah belassen.

Beschreibung Der Beloslawsee ist ein Ästuar an der Mündung der Prowadija an dessen Westufer und geht im Osten mit dem Kanal Nr. 2 in den Warnasee über. Bei dem Kanal handelt es sich lediglich um das massiv ausgebaute, für Seeschiffe taugliche ehemalige Flussbett der Prowadija, die seither nicht mehr ins Schwarze Meer mündet, sondern am See endet. Seine Fläche beträgt knapp 20 Quadratkilometer einschließlich der Hafenbecken und des Kanales, der offiziell zur Seefläche gezählt wird. Die maximale Tiefe ist derzeit 12 Meter, sein Volumen beträgt rund 20 Millionen Kubikmeter.

Der See ist in West-Ost-Richtung langgestreckt, seine Ufer sind flach, im Nordwesten grenzt die Niederung der Dewnja an. Er entstand in einem Flusstal durch den Anstieg des Meeresspiegels gegen Ende des Pleistozäns.

Zwischen Beloslaw und dessen nördlichem Stadtteil verkehrt eine stark frequentierte Autofähre () sowie rund 100 Meter westlich davon zusätzlich eine Personenfähre.

Geschichte mini|links|Karte des Beloslawsee mit anschließendem Warnasee Bis ins 20. Jahrhundert floss das Süßwasser der Prowadija durch den See über den Warnasee ins Schwarze Meer. Nach dem Bau des modernen Hafens in Warna (heute Hafen Warna-Ost) und des heute sogenannten „Alten Kanales“ bis 1909 wurde bis 1923 auch das Flussbett der Prowadija vertieft und kanalisiert. Dies führte zu einem Absinken des Seespiegels um 2,20 Meter und zum Eindringen von Meerwasser, wodurch der See leicht brackig wurde und der reiche Fischbestand deutlich zurückging. Erste kleinere Hafenanlagen entstanden im Südosten bei Boleslaw sowie am Westufer zur Erschließung eines Transportweges zu den Kalksteinbrüchen nördlich von Dewnja.

Mit dem gezielten Ausbau zum Industriehafen Warna-West folgte nach 1970 die massive Verbreiterung und Vertiefung des Schifffahrtskanals auf rund 170 bis 210 Meter Breite und 12 Meter Tiefe. Dadurch stieg der Salzgehalt des Sees weiter an und erreicht aktuell etwa 1,0 %. Am Westufer des Beloslawsees wurden zwei große Hafenbecken errichtet, welche die Industriekomplexe von Sodi, Agrochem und Heidelberg Materials anbinden. Am Südufer entstand zwischen Beloslaw und der Mündung der Prowadija der Eisenbahnfährhafen Rasdelna, von dem UkrFerry Verbindungen nach Georgien und in die Ukraine anbietet. Seit 2024 befindet sich zwischen Fährhafen und Stadt ein Flüssigerdgasterminal im Bau, am Nordufer des Kanals wird seit 2025 zwischen Boleslaw-Nord und Straschimirowo ein neues Getreideterminal errichtet, dass mit einem 50-Millionen-Euro-Kredit der EIB finanziert wird. Dazu wird der Schifffahrtskanal auf 13,5 Meter vertieft.

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