mini|Herrenhaus Habighorst, Ansicht von Nordwesten (2019) Das Herrenhaus Habighorst beim Rittergut Dorfstraße 3, in der niedersächsischen Gemeinde Eschede, Ortsteil Habighorst, im Landkreis Celle, wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Eschede).

Geschichte und Beschreibung Im erstmals 1291 erwähnten Habighorst war der Stammsitz des Ministerialengeschlechts von Habighorst. 1427 wurde Luderus Havichors mit mehreren Hofstellen belehnt. 1673 verlegte die Familie den Wohnsitz aus dem Dorf heraus, vermutlich aufgrund der Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg. 1702 erhielt der schottische General in hannoverschen Diensten Georg Ernest von Melvill das Rittergut als Lehen. 1742 gelangte das Gut (und der Krug) an seinen Neffen Ernst August von der Schulenburg (1692–1743), der es verpachtete.Topographisch-historische Beschreibungen der Städte, Aemter und adelichen Gerichte im Fürstenthum Lüneburg, Band 2, S. 343 Danach erbte dessen Bruder Friedrich Wilhelm (1699–1764) das Gut.

Das ein- und zweigeschossige L-förmige Gebäude in Fachwerk, dicht am Ufer der Aschau, besteht aus dem zweigeschossigen Südflügel mit Krüppelwalm, leicht vorkragendem Obergeschoss über einem als Profilband ausgestalteten Gebälk und mit achsenmittigem barocken Portal sowie verbrettertem Giebel, und dem Nordflügel mit Satteldach und westlicher langer Abschleppung und vertikal verbohltem Obergeschoss.Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen

Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… geschichtliche Bedeutung als Zeugnis- und Schauwert für Bau- und Kunstgeschichte sowie für Siedlungs- und Stadtbaugeschichte ….“

Der junge Dichter Ernst Schulze (1789–1817) soll hier in den Sommern seiner Jugend einige Zeit verbracht haben. 1945 zog Oberst Hans-Henning von Gersdorff (1886–1965) in das Rittergut Habighorst. Nach 1945 bewirtschaftete die Saatzucht Raddatz-Hufenberg das Gut. Danach verfiel das Herrenhaus. Das damals beliebte Ausflugslokal Quarmühle verlor den Pächter und brannte ab.Cellensia 2020: Rittergut Habighorst revisited, 2018.

Einzelnachweise

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