Der Täter ist unter uns ist ein deutscher Kriminalfilm aus dem Jahr 1944, der unter der Regie von Herbert B. Fredersdorf entstand. Die Hauptrollen verkörperten Paul Dahlke, Margot Hielscher, Kurt Müller-Graf und O. E. Hasse.
Handlung
Nach einem selbstverschuldeten nächtlichen Autounfall in einem Hafengebiet flüchtet der Fahrer des Pkw. Ein hinzugekommener Polizeibeamter findet in dem brennenden Fahrzeug Fotonegative von Aktien der Motapá-Minengesellschaft in Afrika. Durch die sich anschließende Untersuchung der Kriminalpolizei ergibt sich, dass die Aktien lediglich noch ungefähr 8 Prozent des Nennwertes haben. Diese Tatsache stößt bei dem ermittelnden Kriminalkommissar Dunker auf Verdacht, da sich ihm die Frage stellt, wer ein Interesse an den wertlosen Aktien haben könnte. Viele Argumente sprechen für die Vorbereitung einer Aktienfälschung. Eine erste Spur führt zu der Ruyten-Bank, die die Wertpapiere ursprünglich ausgegeben hat.
Dort ist gerade der Neffe von Bankdirektor Meelmann von einer größeren Auslandsreise auf den afrikanischen Kontinent zurückgekehrt. Tom Meelmanns erster Weg führt ihn zu der Direktionsassistentin Ruth Castelle, in die er schon lange Zeit verliebt ist. Tom Meelmann möchte sich für den Abend mit Ruth verabreden. Sie gibt ihm aber freundlich einen Korb, da sie seit kurzem mit Dr. Heyden, einem Abteilungsleiter der Bank, verlobt sei und ihn auch bald heiraten werde.
Kriminalkommissar a. D. Dr. Adrian, der gerne immer wieder lateinische Sprüche zitiert, übernimmt die internen Ermittlungen. Dabei erfährt er von Bankdirektor Meelmann, dass dieser gemeinsam mit dem Handelsminister unter vier Augen die Entscheidung getroffen habe, die Arbeiten an der Motapá-Mine wieder aufzunehmen. Die Finanzierung würde dabei durch die Ruyten-Bank erfolgen. Dr. Adrian vermutet, dass ein Mitarbeiter der Bank Kenntnis von der Wiederaufnahme des Minenbetriebes hatte. Direktor Meelmann hatte aber lediglich die Abteilungsleiter der Bank mit der Ausarbeitung des Finanzierungsplans beauftragt. Tom Meelmann wird nunmehr von seinem Onkel gebeten, Dr. Adrian bei den Ermittlungen zu assistieren.
Anfangs gerät Dr. Kauper, Leiter der Schließfach-Abteilung der Bank, im Zuge der Nachforschungen von Dr. Adrian ins Visier der Ermittlungen. Kauper ist aktuell mit der attraktiven amerikanischen, aber auch undurchsichtigen Millionärin Eveline Brix liiert. Währenddessen geht Ruth Castelle gemeinsam und auf Drängen ihrer Schwester Lilli mit deren neuem Verehrer Ladislaus von Pontembsky aus. Dieser macht im Verlauf des Abends beide Schwestern absichtlich betrunken. Auf dem Nachhauseweg schlafen die Schwestern im Auto von Pontembsky ein. Mit Hilfe seines Dieners bringt er die schlafende Ruth Castelle, die von alledem nichts bemerkt, in seine Wohnung und fertigt kompromittierende Fotos von ihr in Unterwäsche an. Im Anschluss bringt der Diener beide Schwestern, die inzwischen aufgewacht sind, nach Hause.
Am darauf folgenden Tag fängt von Pontembsky Ruth Castelle vor der Bank ab. In einem Café zeigt er ihr die kompromittierenden Bilder und erpresst sie damit. Er verlangt von ihr die Herausgabe des Protokolls der Motapá-Minen für eine Stunde zu ermöglichen, ansonsten würde er die Fotos an ihren Bräutigam Dr. Heyden senden. In ihrer Not wendet sich Ruth unmittelbar an Dr. Adrian. Dieser lässt Ladislaus von Pontembsky, der vor der Bank in seinem Fahrzeug wartet, als Erpresser von der Polizei verhaften. Bei einer späteren Vernehmung durch Kriminalkommissar Dunker in Anwesenheit von Dr. Adrian, bei der ihm seine Verbindung zur mysteriösen Amerikanerin Eveline Brix vorgehalten wird, verweigert er die Aussage.
Am Abend feiert von Heyden auf Einladung von Dr. Kauper seinen Abschied als Junggeselle, denn am nächsten Tag wollen er und Ruth im Ausland heiraten. Auf der Fahrt zur Hochzeit machen Braut und Bräutigam an der Grenze noch eine Mittagspause in einem Gasthof. Dort wird Heyden, auch auf Betreiben von Dr. Adrian, im Auftrag von Kriminalkommissar Dunker von hinterher gereisten Kriminalbeamten festgenommen. Er gesteht gegenüber der Polizei die versuchte Aktienfälschung gemeinsam mit seinen Komplizen Eveline Brix und Ladislaus von Pontembsky begangen zu haben. Im Übrigen war er auch der Fahrer des Unfallfahrzeuges, der in der Nacht die Fahrerflucht im Hafengebiet begangen hat. Wobei er sich insgesamt dahingehend einlässt von Ladislaus von Pontembsky wegen einer Verfehlung in jungen Jahren erpresst worden zu sein.
Am Ende finden sich sowohl Ruth Castelle und Tom Meelmann als auch Lilli Castelle und Dr. Kauper als Paare und stoßen mit Dr. Adrian auf die Zukunft an.
Produktionsnotizen
Die Dreharbeiten zu Der Täter ist unter uns fanden vom 9. August 1943 bis Oktober 1943 statt. Die Außenaufnahmen wurden in Prag und Umgebung gedreht. Die Innenaufnahmen entstanden in den Ateliers in Barrandov. Die Uraufführung des im Verleih der UFA vertriebenen Films war am 27. Mai 1944 im Gloria-Palast in München. Am 4. Mai 1944 erging durch die nationalsozialistische Filmprüfstelle ein entsprechendes Jugendverbot für den Film.Eintrag „Alle Credits“ auf filmportal.de; abgerufen am 4. Mai 2026
Die Bauten stammen von den Filmarchitekten Heinrich WeidemannKay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 299, 300 und August Herrmann. Die Musik für den Film komponierte Leo Leux, und die Aufnahmeleitung bei dieser Produktion hatten Gustav Lautenbacher und Alfred Tscheuschner.
Der Drehbuchautor Felix von Eckardt war im nationalsozialistischen Deutschland zunächst als Verfasser von Büchern für einige Kriminalfilme als auch für die Tendenzfilme Kopf hoch, Johannes! und Die Entlassung in Erscheinung getreten.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 113. Zudem zeichnete er in Bezug auf den sogenannten Überläuferfilm Peter Voss, der Millionendieb (gedreht 1943/44), der von der DEFA 1946 fertiggestellt wurde, für das Buch verantwortlich. Später war Felix von Eckhardt für einige Jahre Leiter des Presse- und Informationsamtes und Pressesprecher der Regierungen von Bundeskanzler Konrad Adenauer.Wolfgang Jacobsen (Hrsg.): Geschichte des deutschen Films. Metzler, Stuttgart 2004, ISBN 3-476-01952-7, S. 167.
Rezeption
Siehe auch Liste der während der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich uraufgeführten deutschen Spielfilme
Weblinks
Filmplakat auf IMDb Der Täter ist unter uns auf Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung online Filmbilder (Bilder 1 bis 4) auf IMDb
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1944 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Liebesfilm