mini|Diese alte Ansichtskarte von 1918 zeigt als zweites Gebäude von rechts mit den 3 kuppelbekrönten Fassadenteilen das repräsentative Vereinshaus des Verbands reisender Kaufleute Deutschlands am Leipziger Dittrichring (bis 1917 Thomasring). Es enthielt eine eigene Bibliothek und ein Archiv für Verbandsangelegenheiten. Es wurde 1901 nicht weit vom ursprünglichen Sitz des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen (Harkortstraße 3), quasi gegenüber des Neuen Rathauses, errichtet. Das Gebäude wurde im Krieg zerstört und durch einen nichtssagenden Neubau ersetzt. mini|Dittrichring 15: Fassade des mit einem größeren Mittel- und zwei kuppelbekrönten Seitenerkern strukturierten Vereinshauses des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands am Dittrichring 15. Der Verband reisender Kaufleute Deutschlands (VRKD) war eine berufsständische Organisation zur Vertretung und Wahrung der Interessen von reisenden Kaufleuten bzw. Geschäftsreisenden sowie Kaufleuten bzw. Unternehmen, die entsprechende reisende Kaufleute beschäftigen.

Der Verein wurde 1884 im Festsaal der Buchhändlerbörse in Leipzig gegründet. Zum 29. Juli 1885 erfolgte die Eintragung ins Genossenschaftsregister.Leipziger Adreßbuch unter Benutzung amtl. Quellen, Band 74.1895, 2. Abtheilung, S. 198 Der Verein hatte seinen Hauptsitz in Leipzig. Wie auch der Verband Deutscher Handlungsgehilfen ließ der Verband ein standesgemäßes Haus an exponierter Stelle im Leipziger Dittrichring – die damalige Adresse hieß noch bis 1895 An der Pleiße 8, danach Thomasring 17, ab 1917 Dittrichring 17 – errichten. Das Gebäude verfügte über eine eigene Bibliothek und ein eigenes Archiv für Verbandsangelegenheiten. Außerdem enthielt es einen Festsaal.Der Dittrichring gestern und heute, Übersicht zu diversen Bauten am Dittrichring

Zum Jahre 1890 hatte der VRKD bereits 5000Leipziger Adreßbuch unter Benutzung amtl. Quellen. Band 69.1890, 2. Abteilung, S. 165 , 5 Jahre später bereits 9000 Mitglieder. Das Brockhaus'sche Lexikon von 1897 gibt für den 1. Januar 1896 eine Mitgliederzahl von 11.000 Mitgliedern.Brockhaus Konversations-Lexicon Band 17.1897, S. 999 Neben dem Hauptsitz verfügte der Verband über Vertretungen – sogenannte Sectionen – in allen größeren Städten in Deutschland.

Neben der Vertretung und Wahrung der Interessen des Reisestandes bot der Verband auch eine kostenfreie Rechtsberatung für seine Mitglieder an und unterhielt eine Stellenvermittlung für reisende Angestellte, deren Dienste ebenfalls kostenlos genutzt werden konnten.

Darüber hinaus setzte sich der Verband für die soziale Absicherung seiner Mitglieder zu einer Zeit ein, da es noch keine staatlichen Sozialsysteme gab oder sie allenfalls in den Anfängen steckten. So bot der Verband über eine Kranken- und Begräbniskasse, der sich die Mitglieder anschließen konnten, Hilfe im Krankheitsfall und zahlte Begräbnisgeld, wenn ein Mitglied verstarb.

Des Weiteren zahlte der Verband Unterstützung in unverschuldeten Notlagen, einschließlich der durch geleistete Kriegsdienste hervorgerufenen. Eine Unterstützungskasse für Witwen und Waisen rundete das Angebot des Verbandes ab.Einführung der Waisenrente in der staatlichen Rentenversicherung erfolgte erst 1911.

Der VRKD unterhielt eigene Heime und organisierte Fortbildungsveranstaltungen.Kurzbeschreibung des VRKD durch die Helmut Weitze Militärische Antiquitäten KG im Zusammenhang mit der Beschreibung zum Verkaufsangebot für ein Ehrenabzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft im Verband

Im Jahre 1929 verlegte der Verband seinen Sitz nach Berlin.Andreas Martin. Der Leipziger Promenadenring : eine historische Rundfahrt. Leipzig : Lehmstedt 2011, S. 100

Einzelnachweise

Kategorie:Verein (Leipzig) Kategorie:Vereinsgründung 1884 Kategorie:Verein (Berlin) Kategorie:Berufsverband (Deutschland)