Margarete Gaertner (* 9. Oktober 1870; † 27. Juli 1942 in Stresow) war eine deutsche Gutsbesitzerin und Philanthropin. Sie war von 1922 bis zu ihrem Tod Eigentümerin des Rittergutes Stresow im heutigen Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Für ihr soziales Engagement und ihr gemeinnütziges Vermächtnis wurde in der Ortschaft Stresow die Margarete-Gaertner-Straße nach ihr benannt.
Leben und familiärer Hintergrund Margarete Gaertner stammte aus einer wohlhabenden Familie, die eng mit der landwirtschaftlichen Entwicklung der Region verbunden war. Das Rittergut Stresow, zu dem in der damaligen Zeit auch das 131 Hektar große Vorwerk Grünthal gehörte, befand sich seit etwa 1887 im Besitz ihres Verwandten, des Rittmeisters Ernst Gaertner (1860–1922). Dieser hatte das Gut erworben, nachdem er sein vorheriges Rittergut in Schönhausen an Otto von Bismarck verkauft hatte.
Nach dem Tod des unverheirateten Ernst Gaertner im Juni 1922 ging das insgesamt rund 700 Hektar umfassende Gut in den Besitz von Margarete Gaertner über. Wie ihr Vorgänger blieb auch sie ledig.
Wirken auf dem Rittergut Stresow alternativtext=Gutshaus Stresow|mini|Gutshaus Stresow Margarete Gaertner bewirtschaftete die weitläufigen landwirtschaftlichen Flächen des Gutes nicht selbst. Sie verpachtete den landwirtschaftlichen Betrieb bereits im März 1922 an den Major a. D. Karl Erich Wendenburg. Sie selbst behielt jedoch ihren Wohnsitz auf dem Anwesen und residierte bis zu ihrem Tod im herrschaftlichen Herrenhaus von Stresow, das in den Jahren 1905 bis 1907 repräsentativ aufgestockt worden war.
Trotz der Verpachtung der Ländereien blieb Gaertner eine zentrale und angesehene Figur im dörflichen Leben. Zu ihrer Verfügung standen unter anderem ein weitläufiger Park mit Gewächshaus sowie eigenes Personal, darunter eine Gesellschafterin, Hausangestellte und ein Kutscher. Sie galt als philanthropisch denkende Frau. Den Dorfbewohnern und Gutsangestellten gegenüber trat sie als großzügige und sozial engagierte Förderin auf.
Nachlass und Gedenken Margarete Gaertner verstarb am 27. Juli 1942 im Alter von 71 Jahren. Da sie keine direkten Nachkommen besaß und von einem starken Gemeinsinn geprägt war, vererbte sie das Rittergut Stresow testamentarisch an den damaligen Landkreis Jerichow I. Dieser Schritt sollte sicherstellen, dass ihr Nachlass der Allgemeinheit zugutekommt, auch wenn die späteren politischen Umwälzungen, wie die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945 und spätere Eingliederung in Volkseigene Güter die Eigentumsverhältnisse grundlegend veränderten.
Heute wird das Andenken an die Gutsbesitzerin und ihr Erbe in der Region auf vielfältige Weise bewahrt:
Straßenbenennung: Die Margarete-Gaertner-Straße bildet heute eine der zentralen Straßen in der Ortschaft Stresow und ehrt direkt ihr soziales Wirken für die historische Dorfgemeinschaft. Heimatverein: Der Heimatverein „Margarete Gaertner“ Stresow trägt ihr zu Ehren ihren Namen. Unternehmensnamensgebung: Nach der Wiedervereinigung und der Umstrukturierung der Landwirtschaft wurde das Gut im Januar 2006 von einer neu gegründeten Gesellschaft übernommen. Das auf nachhaltige Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Agrarunternehmen trägt ihr zu Ehren den Namen Rittergut Stresow „Margarete Gaertner Nachlaß“ GmbH.
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1870 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Frau