Ceratizit Challenge by La Vuelta 2022 war ein Etappenrennen für Frauen, das vom 7. bis 11. September des Jahres in Spanien stattfand. Es zählte zur UCI Women’s WorldTour 2022.
Streckenführung
Nachdem sich das Rennen in den vorangegangenen Jahren von einer Art Kriterium in Madrid schrittweise zu einem viertägigen Etappenrennen entwickelt hatte, wurde es nunmehr erneut erweitert um eine fünfte Etappe. Zum Auftakt gab es ein Mannschaftszeitfahren im Gemeindegebiet von Marina de Cudeyo an der Nordküste Kantabriens. Die zweite Etappe begann und endete in der Hafenstadt Colindres und spielte sich hauptsächlich in deren Hinterland ab, wobei fünf Bergwertungen mit je 200 bis 400 Metern Höhenunterschied zu bewältigen waren.
Die dritte und vierte Etappe bewegten sich südwärts in Richtung Madrid, beginnend in Camargo, einem Vorort von Santander. Nach der Bergwertung Alto de Hijas zu Beginn des dritten Tags stieg der Parcours zur Mitte der Etappe bei Reinosa auf ein 900 m hoch gelegenes Plateau im Kantabrischen Gebirge an, auf dem die letzten 30 km bis Aguilar de Campoo ohne große Höhenunterschiede zurückgelegt wurden. Die vierte Etappe zwischen den Provinzhauptstädten Palencia und Segovia war die mit Abstand längste. Sie wies in der ersten Hälfte ein welliges Profil auf. Die zweite, eher flache Hälfte enthielt 10 km vor Segovia die einzige Bergwertung des Tages auf einem Schotterweg und endete mit dem Anstieg in den Zielort.
Die fünfte und letzte Etappe nahm die 2021 ausgesetzte Tradition eines Rundkursrennens in Madrid wieder auf, das gemeinsam mit der Schlussetappe der Vuelta a España 2022 organisiert wurde. Die 5,8 km lange Strecke rund um die Plaza de Cibeles bestand aus den Straßen Paseo de Recoletos, Gran Vía und Paseo del Prado und wurde 17 Mal zurückgelegt. Die Anzahl der Zwischensprints wurde gegenüber den Vorjahren stark reduziert, für den Rennausgang hatten diese keine Bedeutung mehr.
Rennverlauf
1. Etappe
Das Mannschaftszeitfahren zum Auftakt ging an Trek-Segafredo, die um sechs Sekunden vor BikeExchange-Jayco gewannen. Movistar, die Mannschaft der Vorjahressiegerin Annemiek van Vleuten, kam mit 25 Sekunden Rückstand ins Ziel. Das rote Trikot der Gesamtführenden ging an Elisa Longo Borghini, die als erste Fahrerin von Trek-Segafredo die Ziellinie überquert hatte.
2. Etappe
Lucinda Brand und Sarah Roy waren die Ausreißergruppe des Tages und nahmen, in dieser Reihenfolge, die ersten drei von fünf Bergwertungen mit, bevor sie eingeholt wurden. Auf der vorletzten Steigung attackierte Annemiek van Vleuten und hängte nach und nach sämtliche Konkurrentinnen ab. Am längsten konnten ihr Demi Vollering, Elisa Longo Borghini und Liane Lippert folgen, die ein Verfolgertrio bildeten, das gut zwei Minuten nach van Vleuten ins Ziel kam. Van Vleuten übernahm mit klarem Vorsprung die Führung im Gesamtklassement, was angesichts des Restprogramms einer Vorentscheidung gleichkam.
3. Etappe
Auf dem langgezogenen Anstieg ins Kantabrische Gebirge blieben nur 24 Fahrerinnen in der Spitzengruppe, darunter die ersten zehn des Gesamtklassements. Auf dem Plateau nach dem Anstieg machten zunächst Grace Brown und Amber Kraak einen Ausreißversuch. Nachdem dieser neutralisiert worden war, probierte Elise Chabbey 10 km vor dem Ziel eine Soloattacke und bekam erneut Grace Brown als Begleiterin. Die beiden hielten einen kleinen Vorsprung bis ins Ziel, und Brown gewann den Sprint um den Etappensieg. Die übrigen Fahrerinnen der Spitzengruppe lagen acht Sekunden dahinter, alle übrigen Fahrerinnen verloren fünf Minuten und mehr.
4. Etappe
Anna Kiesenhofer ging zu Beginn der Etappe auf einen einsamen Ausreißversuch und hatte zur Mitte der Distanz über neun Minuten Vorsprung auf das Feld. Im Gegensatz zu ihrem Olympiasieg im Jahr zuvor besann sich das Peloton in der zweiten Hälfte auf eine koordinierte Aufholjagd, die eingangs des Schlusskilometers erfolgreich war. Den langgezogenen Bergaufsprint gewann Silvia Persico an der Spitze eines Sextetts mit Lotte Kopecky und den vier Führenden des Gesamtklassements.
5. Etappe
Eine vierköpfige Ausreißergruppe führte lange Zeit das Rennen auf dem Stadtparcours an, erhielt aber nie mehr als eine Minute Vorsprung und wurde in der Schlussphase eingeholt. Auf dem Schlusskilometer machte Elisa Longo Borghini einen überraschenden Ausfall. Ihre Teamkameradin und amtierende Weltmeisterin Elisa Balsamo profitierte von der Nachführarbeit der Konkurrenz und gewann am Ende klar die Schlussetappe, wie schon zwei Jahre zuvor an gleicher Stelle.
Annemiek van Vleutens Sieg im Gesamtklassement kam nicht in Gefahr, auch am Rest der Top 10 änderte sich nichts mehr. Silvia Persico lag an der Spitze der Punktewertung. Die erstmals ausgetragene Bergwertung ging an Lucinda Brand, als kämpferischste Fahrerin wurde Mavi García ausgezeichnet. Team SD Worx gewann die Mannschaftswertung.
Teilnehmende Teams
Weblinks
Parcours auf La Flamme Rouge
Einzelnachweise
#2022 Kategorie:Radrennen 2022