Double Exposure ist ein Musikalbum von Joe Chambers mit Larry Young. Die am 16. November 1977 im Studio CI Recording in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen 1978 als Langspielplatte auf Muse Records. 2026 wurden die Aufnahmen in überarbeiteter Form bei Time Traveler Recordings wiederveröffentlicht.

Hintergrund In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre arbeitete der Schlagzeuger in den Bands von Lee Konitz, John Stubblefield, Karl Ratzer, Woody Shaw, Archie Shepp, Grachan Moncur III, Charles Mingus, Art Farmer, Attila Zoller und Kazumi Watanabe. Zudem bildete er ein kollaboratives Trio mit Jeremy Steig und Eddie Gomez (Lend Me Your Ears bei CMP Records). Daneben begann er eine Solokarriere und nahm nach The Almoravid (1974) unter eigenen Namen weitere Alben auf wie 1976 New World, 1978 das Piano-Solo-Album Punjab und 1979 mit Hidefumi Toki und Nobuyoshi Ino Chamber Music. Im Duo mit dem Organisten Larry Young entstand 1977 Double Exposure mit sechs Stücken, auf denen Chambers abwechselnd Piano bzw. E-Piano, Tabla, Becken und Schlagzeug spielt.Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen am 27. April 2026)

Titelliste Joe Chambers: Double Exposure (Muse Records – MR 5165) A1 Hello to the Wind 8:50 A2 The Orge (Larry Young) 5:30 A3 Mind Rain 9:00 B1 After the Rain 4:30 B2 Message from Mars (Larry Young) 6:07 B3 Rock Pile 5:50

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Joe Chambers.

Rezeption Dieses großartige Jazz-Duo-Album sei weitgehend unbemerkt geblieben, schrieb Kevin Le Gendre in Jazzwise. Joe Chambers, ein prägender Schlagzeuger der Moderne, dessen Arbeit mit Größen wie Wayne Shorter, Sam Rivers und Andrew Hill herausragend gewesen wäre, sei weit mehr als nur ein Schlagzeuger gewesen. Als versierter Multiinstrumentalist würde er exzellent Klavier und Perkussion spielen, und diese inspirierende Begegnung mit dem Organisten Larry Young strotze nur so vor virtuosen Einfällen und unkonventionellen Wendungen, sodass es sich lohne, das Album in Dauerschleife zu hören. Die Kompositionen beider Musiker seien exquisit, und das Material schlängle sich durch subtile afrikanische und asiatische Rhythmen, gefühlvolle Themen und funkige Vamps, die nahtlos in freiere Improvisationen übergingen. Das Keyboardspiel von Chambers sei fein nuanciert und werde wirkungsvoll durch Youngs einzigartig pulsierendes Hammond-Orgelspiel ergänzt. Selbstverständlich gebe es unzählige Breakbeats, die jeder Produzent mit einem feinen Gehör ausgraben könne, und DJ Premier habe sich auf das betörende „Mind Rain“ konzentriert, das er samplete, um Nas’ „New York State of Mind“ (1994) zu kreieren, einen der „illmatischsten“Der Titel „Illmatic“ hat für Nas unterschiedliche Bedeutungen. Er erklärt das Wort als Synonym für Ausdrücke wie “beyond ill” (sinngemäß „kranker als krank“, und krank hat in diesem Fall eine positive Konnotation) oder “the ultimate”, das den Klang des Albums widerspiegeln soll. Daneben ist der Titel an einen zum damaligen Zeitpunkt im Gefängnis sitzenden Freund namens Illmatic Ice angelehnt. Hip-Hop-Tracks aller Zeiten. mini|Jack DeJohnette (2015) Die Bedeutung dieser Veröffentlichung liege vor allem darin, Chambers’ Stärken als Komponist und Pianist hervorzuheben, meint S. Victor Aaron (Something Else!). Betrachte man die Liste der größten Jazz-Schlagzeuger aller Zeiten, so werde sie deutlich kürzer, wenn man diejenigen nenne, die auch großartige Komponisten sind und auf hohem Niveau Klavier spielen. Jack DeJohnette sei einer von ihnen, Chambers ein weiterer, und dieser habe zudem Vibraphon und Tablas beherrscht. Von Chambers komponierte Stücke seien auf namhaften Alben von Bobby Hutcherson, Freddie Hubbard und Max Roachs M’Boom zu hören. Double Exposure rücke diese beiden oft übersehenen Seiten von Chambers ins Rampenlicht. Bemerkenswert an dieser Aufnahme sei außerdem, dass neben Larry Young kein anderer Musiker mitgewirkt habe, so Aaron. So sei er in einem Umfeld zu hören, das sowohl für ihn typisch als auch ungewöhnlich ist. Young würde bei jedem Auftritt durch seine kraftvolle Präsenz überzeugen und seinen kleinen Details dazu beitragen, Chambers’ vielfältiges Talent optimal zur Geltung zu bringen.

Scott Yanow verlieh dem Album in Allmusic drei Sterne und meinte, dies sei eine recht ungewöhnliche Aufnahme. Joe Chambers, der vor allem als Schlagzeuger bekannt ist, sei auf vier dieser sechs Titel am Klavier zu hören (darunter eine gelungene Darbietung einer unbegleiteten Version seiner Komposition „After the Rain“). Die übrigen Stücke seien Duette mit dem großartigen Organisten Larry Young, der viereinhalb Monate später verstorben ist. Die Musik sei recht experimentierfreudig, wobei Chambers bei den Stücken, in denen er Klavier spiele, die Hauptstimme übernehmen würde; die letzten beiden Stücke sind Orgel-Schlagzeug-Duette, die wiederum Youngs einzigartigen Klang stärker in den Vordergrund rückten. Diese interessante Session biete einige musikalische Überraschungen.

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 1978