Pietro Corsini (* um 1335 in Florenz; † 16. August 1405 in Avignon) war ein bedeutender italienischer Geistlicher, Diplomat und Kardinalbischof von Porto-Santa Rufina. Er spielte eine zentrale Rolle während des Abendländischen Schismas.

Leben Frühe Jahre und Aufstieg Pietro Corsini entstammte der einflussreichen Florentiner Adelsfamilie der Corsini. Er war das fünfte Kind von Tommaso Corsini, einem angesehenen Juristen und Diplomaten und dessen zweiter Frau Ghita Degli Albizzi. Er war Cousin des späteren Heiligen Andrea Corsini. Er erwarb einen Doktor im kanonischen Recht. Seine kirchliche Laufbahn begann in seiner Heimatstadt Florenz, wo er Kanoniker am Dom wurde. Er war Auditor des heiligen Palastes in Avignon.

Am 18. März 1363 wurde er zum Bischof von Volterra ernannt und kurz danach als Legat nach Deutschland gesandt. Bereits am 1. September 1363 wurde er auf den Bischofsstuhl von Florenz transferiert. In dieser Zeit erwarb er sich einen Ruf als geschickter Diplomat im Dienste von Papst Urban V.

Kardinalat Papst Urban V. erhob ihn im Konsistorium vom 7. Juni 1370 zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Lorenzo in Damaso. Nach dem Tod Urbans nahm Corsini am Konklave 1370 teil, aus dem Gregor XI. hervorging.

Im Jahr 1374 beförderte ihn Gregor XI. zum Kardinalbischof des suburbikaren Bistums Porto e Santa Rufina. Ihm wurde die Reform der Ordensdisziplin aller italienischen Ordensgemeinschaften übertragen. Corsini war einer der stärksten Befürworter einer Rückkehr des Papsttums von Avignon nach Rom, die schließlich 1377 erfolgte.

Rolle im Schisma Corsini nahm am turbulenten Konklave im April 1378 teil, bei dem Urban VI. gewählt wurde. Zunächst unterstützte er die Wahl, distanzierte sich aber bald aufgrund des impulsiven Verhaltens des neuen Papstes. Er schloss sich den rebellierenden Kardinälen an und nahm am Gegenkonklave in Fondi teil, bei dem er seine Stimme dem Gegenpapst Clemens VII. gab.

In der Folgezeit blieb Corsini in der Obedienz von Avignon. Er galt als einer der gelehrtesten Kardinäle seiner Zeit und verfasste mehrere Traktate über die Rechtmäßigkeit der Wahl von Clemens VII. sowie über Wege zur Überwindung des Schismas. 1381 wurde er zum Vizekanzler der Heiligen Römischen Kirche ernannt.

Er starb 1405 in Avignon, während das Schisma noch immer andauerte. Sein Leichnam wurde zunächst in der Kirche der Augustiner in Avignon beigesetzt. Später wurde er nach Florenz überführt und in der Kathedrale Santa Maria del Fiore beigesetzt.

Werke Corsini hinterließ eine bedeutende Sammlung von Predigten und juristischen Schriften, darunter:

Relatio de eligendo de jure alterius pontificis (eine Verteidigung der Wahl von Clemens VII.)

Literatur Dieter Girgensohn: Corsini, Pietro. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani. (DBI). Band 29: Cordier–Cosway. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1983. Martin Souchon: Die Papstwahlen von Bonifaz VIII. bis Urban VI. und die Entstehung des Schismas 1378. Braunschweig 1888.

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