Else Tholstrup (* 27. Juni 1929 in Casablanca; † 12. März 2024 in Kopenhagen)Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus Fotografinnen. In: bauhaus.de. (PDF, S. 29) Abgerufen am 28. April 2026. war eine dänische Fotografin. Sie arbeitete u. a. als Standfotografin der Filme Die Brücke am Kwai (1957), Pao aus dem Dschungel (1959), Matador (1979/1980) und Straße der Kindheit (1986). Späte Aufmerksamkeit erhielt sie durch die Dokumentation Die Welt ist unscharf (2022) und durch die Berliner Ausstellung Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen (2026).
Leben und Wirken Tholstrup wurde 1929 in Casablanca geboren. Von 1951 bis 1953 wurde sie am Institute of Design in Chicago ausgebildet. Auf einer Studienreise in Venedig beobachtete sie David Lean und sein Team bei Dreharbeiten zu Traum meines Lebens (1955). 1956 reiste sie mit ihrem Vater nach Ceylon (heute Sri Lanka), um dort Kurzfilme über Kinder im Alltag zu drehen. In Colombo traf sie im Hotel Mount Lavinia erneut auf David Lean, der sie später als Fotografin für seinen Film Die Brücke am Kwai (1957) engagierte. Später arbeitete sie für die Architektenschule in Kopenhagen und für das Louisiana Museum of Modern Art, wo Lichtbildvorträge aus Reisen nach China und in den Irak gezeigt wurden. Sie starb im Jahr 2024.
Tholstrups arbeitete als Standfotografie für Die Brücke am Kwai (1957), Pao aus dem Dschungel (1959), Matador (1979/1980) und Straße der Kindheit (1986). Für Matador arbeitete sie in den Jahren 1979 und 1980 an der zweiten und dritten Staffel der Serie von Erik Balling. In Die Welt ist unscharf (2022) porträtierte die dänische Filmregisseurin Iben Haahr Andersen Tholstrup, Nanna Bisp Büchert, Marianne Engberg und Tove Kurtzweil. Der Film zeigte die vier als bis ins hohe Alter neugierig und produktiv gebliebene Fotografinnen. Ihre Tätigkeit an der Kunstakademie wurde später als Beispiel struktureller Benachteiligung diskutiert, weil sie fotografische Aufgaben erfüllte, aber wie eine Bürokraft bezahlt wurde. In der Berliner Ausstellung wurden u. a. Fotografien Tholstrups aus Chicago gezeigt, welche in den 1950er-Jahren elegante Frauen auf den Straßen Chicagos in Szene setzten und mit einem schlafenden Mann auf einer Bank Armut sichtbar machten. Die Ausstellung Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen zeigte 2026 im Museum für Fotografie rund 300 Werke aus dem Bauhaus-Archiv und ordnete Tholstrup als eine der vier vertretenen Künstlerinnen aus dem New Bauhaus ein – neben Tholstrup sind dies Barbara Crane, Catherine Hinkle und Mili Thompson.
Einzelnachweise
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