Theodor(e) Ernst Schocken (geboren 8. Oktober 1914 in Zwickau; gestorben 20. März 1975 in White Plains, Westchester County) war ein deutsch-amerikanischer Verleger und Warenhausleiter.

Leben und Wirken mini|Stolperstein in Berlin-Zehlendorf Schocken stammte aus der bekannten jüdischen Warenhausbesitzerfamilie Schocken und war der zweitälteste Sohn von Salman Schocken. Von 1933 bis 1938 war er Leiter des Schocken-Kaufhauses in seiner Geburtsstadt Zwickau und von 1935 bis 1938 Teilhaber und ab Frühjahr 1938 Hauptgesellschafter der Schocken Verlag GmbH. Nach der Enteignung („Arisierung“) in der NS-Diktatur im Jahre 1938 wanderte er mit seiner Familie zunächst nach Palästina und dann zu seinem Vater in die USA aus. Schocken studierte von 1938 bis 1940 an der Business School der Harvard University. Er war von 1941 bis 1945 Soldat der US Army und war zuletzt im Rang eines Leutnants beim Nachrichtendienst im besetzten Deutschland eingesetzt.

Im Jahr 1945 war er Mitgründer des Verlags Schocken Books Inc. New York und war von 1965 bis 1975 Präsident des Unternehmens. Nach seinem Tode setzen seine Erben diese Tätigkeit fort.Stefan Zweig, Stefan Litt: Briefe zum Judentum. 2020.

Er war mit Dora Susanna Schocken geborene Landauer (geboren am 9. April 1916 in Augsburg; gestorben am 6. Mai 2005 in Longmeadow, Hampden, Massachusetts, USA) verheiratetGernot Römer: Schwäbische Juden. 1990, S. 124., sie hatten drei Kinder.

Ehrungen Am 23. März 2023 wurden vor seinem ehemaligen Wohnort, Berlin-Zehlendorf, Limastraße 29, Stolpersteine für ihn und seine Familie verlegt.

Literatur Volker Dahm: Das jüdische Buch im Dritten Reich. Salman Schocken und sein Verlag. 1979. Kurt F. Rosenberg, Beate Meyer, Björn Siegel: "Einer, der nicht mehr dazugehört". Tagebücher 1933–1937. 2012, S. 429. Julius H. Schoeps, Dieter Bingen, Gideon Botsch: Jüdischer Widerstand in Europa (1933–1945): Formen und Facetten. 2016. Schocken, Theodore, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur 1980, S. 661 Schocken, Theodor, in: Joseph Walk: Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. München: Saur, 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 333 Saskia Schreuder; Claude Weber; Silke Schaeper; Frank Gruner (Hrsg.): Der Schocken Verlag : jüdische Selbstbehauptung in Deutschland 1931-1938 ; Essayband zur Ausstellung "Dem suchenden Leser unserer Tage" der Nationalbibliothek Luxemburg. Berlin: Akademie-Verlag, 1994, ISBN 3-05-002678-2

Weblinks

Eintrag in der Deutschen Biographie Eintrag im Kalliope-Verbund Eintrag im Literaturarchiv Marburg

Einzelnachweise

Kategorie:Verleger (20. Jahrhundert) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Deutscher Emigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1975 Kategorie:Mann