Dammdorf war eine im Mittelalter aufgehobene Siedlung bei Bad Belzig, deren Fluren später zwischen Bergholz, Dahnsdorf und Sandberg genutzt wurden.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 84) Die Gemarkung liegt in der Neuzeit im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geografische Lage Die Wüstung lag im Nordosten der Feldmark von Bergholz. Dort existiert eine Bezeichnung Worthe, die möglicherweise auf die alte Dorfstelle hindeuten.
Geschichte und Etymologie Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1251 mit Johannes de Tammendorp. Weitere Nennungen stammen aus dem Jahr 1388 als Czu Tammendorff. 1591 erschien die Bezeichnung Dannendorf Wüstunge bey Cranapuel, was die bereits eingetretene Wüstung des Ortes belegt. 1822 wurde erneut die wüste Mark Dammdorf genannt. Die Siedlung ist nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Tammo benannt und könnte möglicherweise auf den Belziger Burgherren Tammo hindeuten.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 42, ISBN 3-937233-17-2.
Dammdorf gehörte vor 1426 bis etwa 1550/1552 zur Vogtei bzw. Pflege oder zum Amt Belzig, anschließend bis in das 18. Jahrhundert zum Amt Belzig Rabenstein. Die Besitzrechte waren über mehrere adelige Anteile verteilt. Der vierte Anteil des Gutes Sandberg verfügte 1419/1420 über vier freie Hufen sowie Pachtansprüche auf drei weitere Hufen; 1465 kam ein Fleischzehnt und Herrenrecht hinzu, 1502 und 1602 wurden noch 3½ freie Hufen geführt. Von 1419 bis nach 1834 besaß die Familie Brandt bzw. Brandt von Lindau zu Wiesenburg einen Hof mit allen Rechten, 1487 einen freien Hof mit zwei freien Hufen und 1834 zwei Hufen. Vor 1419 bis 1601 hielt die Familie von Ziegesar Hebungen bzw. 1½ Hufen, die 1601 an die Familie von Lochow übergingen. Bereits 1388 ist ein Besitz der Familie Luckenberg über 3½ Hufen belegt.
Im Jahr 1388 zahlte der Richter drei Schock, was darauf hindeutet, dass Dammdorf zu diesem Zeitpunkt noch besiedelt war. 1419/1420 verfügte der Richter über das Gut mit fünf Hufen; der Ort war zu dieser Zeit vermutlich bereits weitgehend aufgegeben. 1426/1427 wurde Dammdorf endgültig als wüst bezeugt.
In den folgenden Jahrhunderten taucht Dammdorf regelmäßig als Bezugsgröße leerstehender oder verlehnter Hufen auf. 1506 zahlten in Bergholz vier Einwohner von je einer wüsten Hufe in Dammdorf, ein weiterer von zwei wüsten Hufen, möglicherweise noch ein weiterer von einer Hufe. In Dahnsdorf besaß ein Einwohner das wüste Gut Dammdorf zur Hälfte mit zwei Hufen, zwei weitere hatten je eine wüste Hufe am Gut, ein anderer zinste von einer Hufe und hielt eine wüste Dammdorfer Hufe von Schulte zu Lehen. Für 1513 ist in Dahnsdorf ein weiterer Einwohner mit einer wüsten Dammdorfer Hufe genannt. Im Jahr 1550 hatten in Bergholz ein Drei Erbhufen Hof zwei wüste Hufen, ein Eineinhalb Erbhufen Hof sowie ein Häusler jeweils eine wüste Hufe. In Dahnsdorf besaß ein Zwei Erbhufen Hof zwei wüste Hufen, ein weiterer Zwei Erbhufen Hof und der Erbkrüger jeweils eine freie Lehnhufe am wüsten Gut Dammdorf; zwei weitere Zwei Erbhufen Höfe besaßen je eine wüste Hufe in Dammdorf, insgesamt also 22 Hufen. Auch 1591 waren wieder 22 wüste Dammdorfer Hufen belegt: In Bergholz hielten ein Drei Erbhufen Hof 2½ wüste Hufen, ein weiterer Drei Erbhufen Hof und ein Häusler je zwei wüste Hufen – die Hufen des Häuslers waren von den von Thümen zu Lehen gegeben. Ein Häusler hatte 1½ wüste Hufen, zwei Drei Hufen Höfe, ein Ein Hufen Hof, ein Eineinhalb Hufen Hof und ein Gärtner jeweils eine wüste Hufe. In Dahnsdorf besaß ein Zwei Erbhufen Hof das wüste Gut Dammdorf mit zwei Lehnshufen, ein weiterer Zwei Erbhufen Hof zwei wüste Hufen und vier Zwei Erbhufen Höfe jeweils eine wüste Hufe. Der Pfarrer zu Belzig erhielt in diesem Jahr den Zehnten von der wüsten Feldmark Dammdorf.
1682 und 1701 wurden jeweils neun Hufen genutzt, darunter eine Hufe des von Arnstedt zu Sandberg. Die Nutzung verteilte sich auf acht Hufen von Bergholz und neun Hufen von Dahnsdorf. 1718 umfassten die wüsten Hufen zu Bergholz jeweils eine Aussaat von zwei Dresdner Scheffeln und zwölf Metzen; weitere wüste Hufen in Dahnsdorf und Sandberg gehörten zum selben Komplex.
1822 waren noch 22 Hufen vorhanden, davon acht Hufen von Bergholz, 7⅔ Hufen (darunter drei Lehnhufen) von Dahnsdorf und eine Hufe von Kranepuhl genutzt; die übrigen Hufen gehörten verschiedenen Rittergütern in Sandberg. 1896 wurde die Feldmark Dammdorf, soweit sie aus kommunalfreien Grundstücken und aus abgetrennten Teilen der Gutsbezirke Sandberg II und IV bestand, der Landgemeinde Sandberg einverleibt und 1914 nach Belzig eingemeindet.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 85)
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 84 und 85)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1251 Kategorie:Geographie (Bad Belzig)