mini|200px|Ziya Müezzinoğlu (1966) Ziya Müezzinoğlu (* 5. Mai 1919 in Kayseri, Osmanisches Reich; † 13. Juni 2020 in Antalya) war ein türkischer Diplomat und Politiker der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), der unter anderem zwischen 1964 und 1966 Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland sowie von 1966 bis 1971 Ständiger Vertreter bei der Europäischen Gemeinschaften war. Er fungierte zudem zwei Mal als Finanzminister (1972 bis 1973, 1978 bis 1979) und zwischenzeitlich 1977 als Handelsminister.

Leben Ziya Müezzinoğlu begann nach dem Schulbesuch in Kayseri 1938 ein Studium an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Ankara, das er 1942 abschloss. Am 3. März 1943 bestand er eine Aufnahmeprüfung zum Finanzinspektor-Assistent und wurde daraufhin Beamter im Finanzinspektionsdienst, wobei er 1951 ein Praktikum in der Bundesrepublik Deutschland absolvierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Finanzinspektionsdienst wurde er im März 1955 er zum Berater in der Nationalen Schatzdirektion HGM (Hazine Genel Müdürlüğü) ernannt und diente später von 1959 bis 1960 erstmals als Generaldirektor des HGM. Nachdem er zwischen 1960 und 1961 Generalsekretär des Finanzministeriums und des Nationalen Nachrichtendienstes MİİT(Milletlerarası İktisadi İşbirliği Teşkilatı) fungierte, gehörte er 1961 für die Republikanische Volkspartei CHP (Cumhuriyet Halk Partisi) kurzzeitig der Verfassungsgebenden Versammlung (Kurucu Meclis Üyeliği) als Mitglied an. Im Anschluss war er zwischen 1961 und 1962 abermals Generalsekretär des Finanzministeriums und des Nationalen Nachrichtendienstes und von 1962 bis 1964 Untersekretär der Staatlichen Planungsorganisation (Devlet Plânlama Teşkilâtı Müsteşarlığı).

Als Nachfolger von Mehmet Baydur übernahm er am 25. August 1964 den Posten als Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland und verblieb in diesem diplomatischen Amt in Bonn bis zum 2. Dezember 1966, woraufhin Oğuz Gökmen ihn ablöste. Er selbst löste daraufhin wiederum Oğuz Gökmen am 21. Dezember 1966 als Ständiger Vertreter bei der Europäischen Gemeinschaften ab und bekleidete diese Position bis 1971, ehe am 4. Dezember 1972 Tevfik Saraçoğlu seine Nachfolge antrat.

Nach seiner Rückkehr wurde Müezzinoğlu am 22. Mai 1972 in das Kabinett Melen berufen und bekleidete in diesem bis zum bis 15. April 1973 erstmals den Posten des Finanzministers (Maliye Bakanı). Im Kabinett Ecevit II fungierte er zwischen dem 21. Juni und dem 21. Juli 1977 als Handelsminister (Ticaret Bakanı). Er bekleidete im Kabinett Ecevit III vom 5. Januar 1978 bis 12. November 1979 noch einmal das Amt des Finanzministers.

Ziya Müezzinoğlu, dem der Titel „Ehrenfinanzinspektor“ verliehen wurde, war des Weiteren Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stiftung für Wirtschafts- und Finanzforschung TEMAR (Türkiye Ekonomik ve Mali Araştırmalar Vakfı). Er war verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Veröffentlichungen Para Reformuna Müteallik Alman Mevzuatı ve Memleketimizi İlgilendiren Cepheleri (Etüd), („Deutsche Gesetzgebung zur Währungsreform und ihre Aspekte für unser Land (Studie)“), 1952 İsviçre Devlet Bütçesi (Etüd), („Schweizer Staatshaushalt (Studie)“), 1953 İki Türkiye Anılar, („Memoiren zweier Türkeis“), 2016

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Einzelnachweise

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