mini|Bildnis des Kurungamiga-Jātakas.

Die Geschichte von der Kurunga-Gazelle ist ein indisches Tiermärchen und ein buddhistisches Jataka (206: Kurungamiga-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 69–72, 502. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.

Handlung Als der Bodhisattva einmal in einer Kurunga-Gazelle in einem Wald in einem Gebüsch nahe eines Teiches lebte, hatte er zwei Freunde – einen Specht und eine Schildkröte. Eines Tages verfing er sich in einer Schlinge eines Gazellenjägers, woraufhin der Specht beschloss, den Jäger aufzuhalten, derweil die Schildkröte die Schlinge zernagen sollte. Der Specht flog also zum Haus des Jägers und ihm dort mehrmals ins Gesicht, sodass dieser, ob des Unglücksvogels, beschloss, erst später loszuziehen. An seiner Falle angelangt, hatte die Schildkröte mit ihrem blutverschmierten Maul die Schlinge fast durchgenagt, sodass sich der Bodhisattva losreißen konnte, jedoch geriet seine erschöpfte Helferin in Gefangenschaft.

Da kehrte der Bodhisattva um und lockte den Jäger langsam von der in einen Sack gesteckten und an einen Baumstumpf gehängten Schildkröte fort, um, nachdem er eine Fußspur vorgetäuscht hatte, auf einem anderen Weg zu ihr zurückzukehren. Mit seinem Horn gelang es ihm, die Schildkröte zu befreien, und so lebten die drei Freunde im festen Vertrauen zueinander weiter.

Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 206 (Kurungamiga-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte von der Kurunga-Gazelle. Eine Variante des Märchens findet sich in der Rahmenhandlung des III. Buches des Tantrākhyāyika. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam das Märchen den Titel Die Gazelle, der Specht und die Schildkröte.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 352–355.

Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 69–72, 502. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 352–355.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Tiermärchen Kategorie:Jātaka