Erich Kraske (* 16. Mai 1881 in Halle an der Saale; † 2. November 1954) war ein deutscher Diplomat und Völkerrechtler.

Werdegang Erich Kraske kam als zweites von zehn Kindern des Chirurgs Paul Kraske und Wally Kraske geb. Kramer zur Welt.Peter Kraske: Die Wurzel trägt dich. Jugend- und Kriegserinnerungen 1923-1946. Privatdruck. Berlin 1999. S. 8ff. Er studierte in Freiburg im Breisgau, in Halle/Saale und Berlin Rechts- und Staatswissenschaften. Ab 1903 war er zunächst im badischen Justiz- und Verwaltungsdienst tätig. 1908 trat er in den Auswärtigen Dienst des Deutschen Reichs ein. In der Folgezeit wurde er unter anderem nach New York City und Caracas entsandt. Von 1934 bis 1936 war er deutscher Gesandter in Guatemala. 1936 wurde er aus politischen Gründen zur Disposition gestellt. Während des Zweiten Weltkriegs war er ab 1939 Richter am Oberprisenhof. 1939 und 1940 vertrat er das Deutsche Reich vor dem Deutsch-Rumänischen Gemischten Schiedsgericht, als über die Entschädigung der in Rumänien enteigneten Besitztümer der Familie Junghans prozessiert wurde.Junghans-Fall (zweiter Teil) (Deutschland gegen Rumänien) (PDF; 0,2 MB) auf legal.un.org

Von 1949 bis zu seinem Tod im November 1954 leitete Kraske die Berliner Abteilung des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Zudem lehrte er Völkerrecht an der Freien Universität Berlin. Kraske war Mitglied der Gesetzlosen Gesellschaft zu Berlin (ab 1953) und des Montagsklubs (ab Februar 1954).Person: Erich Kraske, Berliner Klassik, hrsg. v. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2003–2013. URL: https://berlinerklassik.bbaw.de/personen/7400. Während des Wilhelmstraßen-Prozesses wurde Kraske von Hellmut Becker in die Verteidigung Ernst Freiherr von Weizsäckers eingebunden.Philipp Glahé: Der „dunkle Ikarus“. Über Fridolin Schleys Roman „Die Verteidigung“. In: Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht 83 (2023). S. 346.

Literatur Inga Meiser: Die Deutsche Forschungshochschule (1947–1953). S. 164. In: Veröffentlichungen aus dem Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Bd. 23, Berlin 2013, ISBN 978-3-927579-27-9. (Die Studie ist die überarbeitete Fassung einer im Jahre 2010 eingereichten Dissertation: online.)

Werke (Auswahl) Handbuch des auswärtigen Dienstes. Niemeyer. Halle/Salle 1939. Bedingungslose Kapitulation und Völkerrecht. In: Juristische Rundschau. Jg. 1949, Nr. 9, S. 101–103. Nochmals die bedingungslose Kapitulation. In: Juristische Rundschau. Jg. 1949, Nr. 9, S. 271–272. Interamerikanisches partikuläres Völkerrecht. In: Juristische Rundschau. Jg. 1951, Nr. 4, S. 98–100.

Einzelnachweise

Kategorie:Deutscher Botschafter in Guatemala Kategorie:Völkerrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Richter (Oberprisenhof) Kategorie:Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) Kategorie:Person der deutschen Außenpolitik 1933–1945 Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus) Kategorie:Jurist im auswärtigen Dienst Kategorie:Beamter (Baden) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1881 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann