Die Chosen Company (Deutsch: Auserwählte Kompanie oder Kompanie der Auserwählten), ehemals bekannt als 312. Schwedische Freiwilligenkompanie, war eine Einheit aus internationalen Freiwilligen, die seit dem russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 für die Ukraine kämpfen. Die Freiwilligen kamen aus über 31 Ländern, waren aber überwiegend US-Bürger.
Geschichte Die Kompanie wurde im Februar 2022 als 312. Schwedische Freiwilligenkompanie aufgestellt. Sie wurde vom schwedischen Militärveteranen Edvard Selander Patrignani unter der internationalen Legion, bis er am 18. Juli 2022 im Kampf fiel geführt. Anschließend verlegte die Einheit an die Cherson-Front und wurde der 126. Territorialverteidigungsbrigade (mittlerweile 39. Marineinfanteriebrigade) unterstellt.
Anfang 2023 wurde die Einheit in Chosen Company umbenannt, um ihre multinationale Zusammensetzung besser widerzuspiegeln, und der 59. Motorisierten Brigade zugeteilt.
Die Kompanie kämpfte in der Ukrainische Gegenoffensive 2023.
Im Oktober 2024 schloss sich die Einheit der 49. Sonderabteilung des Sicherheitsdienstes an.
Am 26. Mai 2025 gab Ryan O'Leary auf X bekannt, dass Chosen aufgelöst wurde, und fügte hinzu, dass er nach Ablauf seines Vertrags eine Erklärung abgeben werde. Team Timekeeper, eine Gruppe die Todesfälle ausländischer Freiwilliger dokumentiert, fragte O'Leary, wie viele Verluste die Einheit unter seinem Kommando erlitten habe, worauf O'Leary antwortete: „12 Gefallene, etwa 60 Verwundete“.
Am 3. Juni 2025 veröffentlichte Ryan O'Leary einen Beitrag auf X, in dem er die Behandlung ausländischer Freiwilliger durch die ukrainische Regierung kritisierte und sagte: „Zehntausende Ausländer sind dem Aufruf gefolgt, die Ukraine zu verteidigen, und dennoch haben sie in den meisten Bereichen weiterhin weniger Rechtsstatus als ein Ausländer in der Ukraine mit einem ‚Bildungsvisum/Aufenthaltserlaubnis‘. Derselbe Flickenteppich hat die Meritokratie im Militär auch für Ausländer abgeschafft und faktisch ein Kastensystem sowohl im zivilen als auch im militärischen Leben für diejenigen geschaffen, die im Militär dienen.“
Am 16. Juni 2025 erklärte O’Leary, er habe die Einheit aufgrund der mangelnden Qualität, Vetternwirtschaft und des „sowjetischen Denkens“ des ukrainischen Offizierskorps aufgelöst. Er behauptete, deren Führung habe mehr Menschenleben gekostet als russische Angriffe. Zudem beschuldigte er den ehemaligen Kommandeur der 59. Brigade, Bohdan Schewtschuk, unerfahrene Aufklärer zu Sturmangriffen geschickt und Truppen zu unerreichbare Stellungen entsandt zu haben, was zu zahlreichen Toten und Verletzten geführt habe.
Vorwurf von Kriegsverbrechen Im Jahr 2024 sprach der deutsche Sanitäter Caspar Grosse, zu der zeit Mitglied bei Chosen, mit der New York Times über drei Vorfälle, bei denen Mitglieder der Chosen Company russische Kriegsgefangene haben. Die New York Times berichtete, dass alle Aussagen Grosses „durch seine zeitgenössischen Aufzeichnungen, Videoaufnahmen und Textnachrichten, die von Mitgliedern der Einheit ausgetauscht und von der Times ausgewertet wurden, untermauert werden“.
Bei dem ersten mutmaßlichen Vorfall im August 2023 kroch ein schwer verletzter, unbewaffneter russischer Soldat durch einen Schützengraben und flehte in gebrochenem Englisch und Russisch um Hilfe. Daraufhin soll ein Mitglied der Chosen Company ihm in die Brust geschossen haben. Als der russische Soldat sich weiterhin bewegte und atmete, schoss ihm ein anderer Kämpfer in den Kopf. Im dritten Vorfall prahlten Mitglieder in einem Gruppenchat mit der Tötung russischer Kriegsgefangener während einer Mission im Oktober. Textnachrichten belegen, dass ein Soldat, der an diesem Tag kurzzeitig das Kommando innehatte, die Tötungen mit einem Slangausdruck für „erschießen“ erwähnte. Er erklärte: „Falls etwas über angebliche Schuldzuweisungen an Kriegsgefangene ans Licht kommt, habe ich den Befehl gegeben“, schrieb der Soldat mit dem Rufnamen Andok. Er fügte ein Bild eines kroatischen Kriegsverbrechers Slobodan Praljak hinzu, der 2017 während eines Tribunals in Den Haag nach einer Vergiftung starb, und schrieb darunter: „In Den Haag bereue ich nichts!“ Die New York Times berichtete, dies sei „eine von mehreren Textnachrichten“, die direkt oder indirekt auf die Tötung von Gefangenen anspielen.
Ryan O'Leary, bestritt jegliche Vorfälle und behauptete, die Einheit habe der New York Times 30 weitere Videos mit dem gesamten Material der angeblichen Vorfälle angeboten, doch dieses Angebot sei ignoriert worden. O'Leary bezeichnete den Artikel der New York Times als „Boulevard-Schmutzkampagne“ gegen ihn und die Einheit.
Struktur Chosen Company 1. Schützenzug 2. Schützenzug 3. Aufklärungszug 4. Drohnentrupp 5. Pioniertrupp 6. Unterstützungszug
Siehe auch Normannenbrigade Georgische Legion Kastus-Kalinouski-Regiment Russisches Freiwilligenkorps Legion Freiheit Russlands
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 2023 Kategorie:Militärischer Verband im russischen Überfall auf die Ukraine seit 2022 Kategorie:Militärischer Verband (Ukraine)