Anwara Bahar Chowdhury (; geb. im 20. Jahrhundert; gestorben am 27. Oktober 1987) war eine bangladeschische Pädagogin, Schriftstellerin und Kulturschaffende, die sich besonders für Frauenbildung und kulturelle Bildung einsetzte. Zu ihren bekanntesten Leistungen zählen die Mitbegründung der Bulbul Academy of Fine Arts und die Gründung des Habibullah Bahar College. Ihr Leben wurde später in einem von ihrem Sohn Iqbal Bahar Choudhury konzipierten und produzierten Dokumentarfilm dargestellt.
Leben und Wirken Nachdem ihre Tante Mamlukun Fatema Khanum auf Bitte Begum Rokeyas an die Sakhawat Memorial School in Kalkutta, das heutige Kolkata, gewechselt war, besuchte auch Chowdhury diese Schule und wurde dort die erste Schülerin der bengalischsprachigen Abteilung. Im Jahr 1934 bestand sie die Matrikulation mit einem Stipendium; anschließend studierte sie am Bethune College, erwarb 1938 den Bachelor und schloss 1941 am Scottish Church College einen Lehrabschluss ab. Danach arbeitete sie zunächst an der Sakhawat Memorial Girls’ School, wurde später deren Schulleiterin und unterrichtete zeitweise Bengali am Lady Brabourne College in Kalkutta. Nach der Teilung Indiens zog sie nach Ostpakistan; sie starb am 27. Oktober 1987 nach einer Krebserkrankung.
Von 1938 bis 1947 war Chowdhury Sekretärin der von Begum Rokeya gegründeten Frauenorganisation Anjuman-e-Khawatin-e-Islam. In Ostpakistan leitete sie nacheinander die Vidyamoyee Girls’ High School in Mymensingh, die Kamrunnesa Girls’ High School in Dhaka und die Bangla Bazar Government Girls’ High School. Im Jahr 1955 wurde sie Sonderbeauftragte für Frauenbildung in der Bildungsverwaltung und setzte sich besonders für den Ausbau der Grundschulbildung für Mädchen auf dem Land ein. An der Kamrunnesa Girls’ High School richtete sie zur engeren Einbindung kultureller Aktivitäten in die schulische Bildung eine Musik- und Tanzschule ein. Sie gehörte zu den Gründerinnen der 1955 in Dhaka eingerichteten Bulbul Academy of Fine Arts, wirkte an der kulturellen Begehung des Tagore-Zentenariums mit und gehörte in den frühen 1960er.Jahren zu Kulturdelegationen nach Iran, Irak und in die Sowjetunion. Sie veröffentlichte Biografien, Schulbücher und Kinderbücher; kurz vor ihrem Tod erschien ihr Gedichtband Amar Chetonar Rang. 1969 gründete sie in Dhaka das Habibullah Bahar College, dem sie sich nach ihrem vorzeitigen Ruhestand 1971 besonders widmete.
Einzelnachweise
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