Koisenu Futari (; deutsch etwa: Zwei Menschen, die sich nicht verlieben) ist eine japanische Fernsehserie aus dem Jahr 2022. Sie wurde von dem Sender NHK produziert und ausgestrahlt. Sie handelt von zwei Menschen, die beide asexuell und aromantisch sind und eine unkonventionelle Familie werden. Die Hauptrollen spielen Yukino Kishii and Issei Takahashi.

Handlung Folge 1 Sakuko Kodama ist Ende 20 und arbeitet in der Managementetage eines Supermarkts. Sie ist es leid, dass sowohl ihr privates als auch ihr berufliches Umfeld Druck auf sie ausüben, einen Partner zu finden, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sakukos Familie sorgt sich um ihre Zukunft als alleinstehende Frau, und ihre Kollegen machen dauernd Anspielungen über das Fehlen einer romantischen Beziehung in ihrem Leben. Sakuko plant, mit ihrer Freundin Chizuru in eine Wohngemeinschaft zu ziehen und freut sich sehr darauf. Kurz vor dem Umzug eröffnet Chizuru ihr, dass sie nun wieder mit ihrem Exfreund zusammen sei und stattdessen bei ihm einziehen werde. Sakuko ist enttäuscht und verletzt. Zum ersten Mal sucht sie im Internet nach den Gründen, warum sie sich nicht verliebt. Sie findet ein Blog eines asexuellen aromantischen Mannes, der über seine Erfahrungen in einer Welt schildert, die romantische und sexuelle Beziehungen als Norm vorgibt. Sakuko wird zur begeisterten Leserin des Blogs und findet sich in den Erfahrungen des Autors wieder. Bald erkennt sie, dass der Autor des Blogs Satoru Takahashi ist, der in der Gemüseabteilung ihres Supermarkts arbeitet. Sie spricht ihn an und bittet ihn um ein Gespräch. Sie verbringen gemeinsam den Abend und sprechen über ihre Sorgen und Wünsche, darunter Sakukos Angst vor Einsamkeit, wofür Satoru Verständnis äußert. Sakuko fragt Satoru, ob er mit ihr eine Familie gründen wolle, die sich nicht auf eine romantische Beziehung stützt. Satoru erscheint dieser Vorschlag übereilt und dadurch unglaubwürdig.

Folge 2 Satoru lässt sich auf den Vorschlag ein, zunächst aus pragmatischen Gründen: Er bewohnt allein ein Haus, das ihm seine kürzlich verstorbene Großmutter hinterlassen hat. Ihn ärgert die Einmischung seiner Nachbarn, die ihm nahelegen zu heiraten, und er hofft, dass Sakukos Einzug in das Haus dem ein Ende setzen wird. Sakuko zieht bei Satoru ein. Das Zusammenleben ist zunächst von Missverständnissen und unterschiedlichen Vorstellungen geprägt. Als Sakukos Eltern von Satoru erfahren, gehen sie davon aus, dass er der Verlobter ihrer Tochter ist, und wollen ihn kennenlernen. Satoru ist bereit, Sakuko zu begleiten und sich als ihr Verlobter auszugeben. Sakukos Familie stellt indiskrete Fragen und stellt so viele normative Erwartungen an Sakukos Leben, dass Sakuko wütend wird und ihnen eröffnet, dass sie asexuell und aromantisch ist. Sie und Satoru verlassen wütend Sakukos Elternhaus und kehren zurück in ihr gemeinsames Zuhause zurück. Durch Sakukos beherztes und offenes Auftreten hat sich ihre Beziehung zueinander gefestigt. Satoru sieht, dass Sakuko nicht nur unter praktischen Aspekten des Alltags nützlich ist, sondern eine echte Verbündete.

Folge 3 Sakuko und Satoru verbringen einen schönen Tag zusammen mit einer Einkaufstour und einem Abendessen, bei dem Sakuko Satoru von ihren leidvollen Erfahrungen mit Männern erzählt, die ihre romantischen Partner sein wollten und nicht akzeptieren konnten, dass Sakuko sich nichts dergleichen wünschte. Rückblicke zeigen die Beziehung zwischen Sakuko und ihrem Kollegen Kazu: Die beiden verstanden sich vom ersten gemeinsamen Arbeitstag an bestens, sie haben das gleiche Lieblingsessen und sind Fans desselben Idols. Sakuko war gerne mit Kazu befreundet, aber ihre Vorstellungen von ihrer Beziehung waren unvereinbar. Sie beschlossen, vorerst getrennte Wege zu gehen. Trotzdem betrachtet Kazu Sakuko weiterhin als seine Partnerin und erwartet von ihr, dies zu erwidern. Als Sakuko und Satoru am Abend nach Hause kommen, stellen sie fest, dass Kazu ihnen gefolgt ist. Er ist eifersüchtig und will Satoru zur Rede stellen. Bei einem von Satoru provozierten Handgemenge stürzt Satoru eine Treppe hinunter und ist schwer verletzt.

Folge 4 Kazu bereut seine Handlungen und besteht darauf, bei Satoru zu bleiben und ihm zu helfen, bis dieser genesen ist. Für eine Zeit leben die drei gemeinsam in Satorus Haus. Anfangs sieht Kazu sich in Konkurrenz zu Satoru und behandelt Sakuko weiterhin fordernd und besitzergreifend. Mit der Zeit entwickelt er mehr Verständnis für die beiden. Er bemüht sich, das Zusammenleben von Sakuko und Satoru zu verstehen, und die Freundschaft zwischen ihm und Sakuko lebt wieder auf. Kazu erklärt gegenüber Sakuko, dass er Gefallen an der Idee einer Familienbeziehung ohne romantische oder sexuelle Beziehung gefunden habe. Er fragt Sakuko, ob sie nicht mit ihm eine solche Beziehung eingehen wolle.

Folge 5 Satoru ist aufgeschlossen für den Gedanken, dass Kazu besser zu Sakuko passt als er selbst, da die beiden viele Gemeinsamkeiten in Charakter und Interessen haben. Sakuko ist hin- und hergerissen und möchte mit ihrer Freundin Chizuru darüber sprechen. Chizuru ist nicht zu erreichen, und an ihrem Arbeitsplatz erfährt Sakuko, dass sie nach Odawara gezogen ist. Satoru und Kazu begleiten Sakuko nach Odawara, um nach Chizuru zu sehen. Bei ihrem Wiedersehen mit Chizuru erfährt Sakuko den wahren Grund für Chizurus Rückzug aus den gemeinsamen Plänen der beiden Freundinnen: Chizuru ist in Sakuko verliebt und weiß, dass Sakuko dies nicht erwidern kann, weshalb eine Freundschaft, geschweige denn eine Wohngemeinschaft, für sie nicht möglich ist. Sakuko verabschiedet sich traurig von Chizuru. Sie sucht daraufhin das Gespräch mit Kazu zurück, um ihm zu erklären, dass sie keine Familie mit ihm gründen könne. Kazus Angebot, auf um Sakukos willen eine romantische und sexuelle Beziehung zu verzichten, ist aufrichtig, aber Sakuko weiß, dass er dafür seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse unterordnen müsste, was sie nicht ihm nicht auferlegen möchte. So trennt sie sich ein weiteres Mal von Kazu. Sakuko fährt zurück nach Hause zu Satoru, der für sie beide gekocht hat.

Folge 6 Sakuko besucht ein Austauschtreffen der lokalen asexuellen und aromantischen Community und hört dort von verschiedenen weiteren Arten des Lebens und Zusammenlebens und Auffassungen von Familie. Sakukos hochschwangere Schwester Minori zieht zeitweilig bei Sakuko und Satoru ein, nachdem ihr Ehemann sie betrogen hat. Die Geburt von Sakukos Nichte bringt Sakuko und Satoru zum Nachdenken über die Rolle von Kindern in ihrem Leben, sie sind sich aber sicher, dass sie beide keine Kinder möchten.

Folge 7 Sakuko lernt Haruka, die Chefin eines nachhaltigen Landwirtschaftsunternehmens, kennen und beginnt für ihren Supermarkt eine Kooperation. Satoru reagiert reserviert. Sakuko findet heraus, dass er und Haruko einmal ein Paar waren und kurz vor der Verlobung standen, als Satoru sich aus der Beziehung zurückzog. Haruka besucht die beiden und bietet Satoru Arbeit im Gemüseanbau an. Satoru lehnt ab und besteht darauf, dass er an seinem aktuellen Lebensstil nichts ändern wolle.

Folge 8 Sakuko ist besorgt, dass Satoru das Angebot nur ihretwegen abgelehnt hat, obwohl Gemüseanbau sein Traumjob ist. Satoru bestätigt, dass er auf seinen Traum, aufs Land zu ziehen, verzichtet, zum einen weil er seine familiäre Beziehung zu Sakukos nicht auflösen, zum anderen weil er das Haus seiner Großmutter nicht leerstehen lassen will. Sakuko schlägt schließlich vor, die ideale Lösung sei, dass Satoru seinen Traumjob auf dem Land annehme und sie selbst weiterhin das Haus der Großmutter bewohne. Nach einiger Überlegung willigt Satoru ein. Die Schlussszenen zeigen Sakukos lebhaftes Umfeld in der Stadt. Sie hat sich mit ihrer Familie versöhnt und wieder einen freundschaftlichen Umgang mit Kazu gefunden. Satorus Haus ist ihr sicherer Rückzugsort. Satoru ist als glücklicher Landwirt bei seiner Arbeit auf seinen geliebten Gemüsefeldern zu sehen. Sakuko und Saturo sind in ständigem Austausch und verstehen sich weiterhin als eine Familie.

Hintergrund und Produktion Die Idee zur der Serie hatte der Regisseur Yuta Oshida während der Produktion einer anderen Serie, die von jungen Menschen handelte, die sich der Tradition der Kagura verschrieben haben. Sein Team versuchte, romantische Handlungsstränge in die Serie einzubringen, was ihm unpassend erschien. Er begann, sich Gedanken über Möglichkeiten zu machen, ein Leben ohne romantische Beziehungen zu führen. Er lernte asexuelle Menschen kennen und interviewte sie. Aus diesen Gesprächen entwickelte er die Idee zu Koisenu Futari. Der asexuelle Aktivist Ken Nakamura war Berater der Produktion, ebenso Nijiiro Gakko, die Vorsitzende einer japanischen LGBT-Organisation, die auch Austauschangebote für asexuelle Menschen anbietet.

Yuta Oshida führte die Regie zusammen mit Yudai Noguchi und Shohei Doi. Das Drehbuch schrieb Erika Yoshida.

Koisenu Futari wurde von dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender NHK produziert und im Januar und Februar 2022 ausgestrahlt.

Die Musik komponierte Umitarō Abe. Das Lied Whole der Gruppe CHAI (まるご) ist der Titelsong der Serie.

Romanfassung Die Autorin des Drehbuchs, Erika Yoshida, veröffentlichte 2022 einen auf der Serie basierenden Roman (ISBN 978-4-1400-5723-0).

Weblinks

Offizielle Seite beim Sender NHK (japanisch, außerhalb Japans eingeschränkt)

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehserie (Japan) Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre Kategorie:NHK Kategorie:Asexualität Kategorie:Aromantik