mini|Surya Suran Gied 2025 Surya Suran Gied (* 1980 in Köln) ist eine deutsch-koreanische multimediale Künstlerin, die die abstrahierte, teils fragmentierte menschliche Identität in aktuellen Spannungsfeldern der Digitalisierung und Migration untersucht. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Leben Surya Gied ist in Deutschland und Südkorea aufgewachsen. Ihre Mutter Chonook Gied-Lee war in den 1970ern als Arbeitsmigrantin nach Köln gekommen, wo sie als Pflegefachkraft arbeitete. Surya Gied verbrachte die erste Hälfte ihrer Kindheit in Südkorea und kam mit 8 Jahren zurück nach Deutschland. 2008 schloss sie ihr Studium der Malerei an der Universität der Künste Berlin unter Valérie Favre als Meisterschülerin ab. Seit 2009 arbeitet sie als Kuratorin in verschiedenen Projekten, darunter der Kunstraum Kreuzberg in Berlin oder die Unity Gallery in Iowa. Seit dem Abschluss ihres Masters ist sie außerdem wiederholt an Hochschulen als Lehrbeauftragte tätig, 2017–2019 als Künstlerische Mitarbeiterin von Dierk Schmidt an der Kunsthochschule Kassel.

Werk Surya Gied arbeitet multimedial und vereint Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Performance, Video und Klang in raumgreifenden Installationen. Die Malerei nutzt sie dabei als Ausgangspunkt für eine Migration der Materialien, die in einem Zwischenraum der Abstraktion und Refiguration stattfindet. Durch diese Splitter der Farben, Oberflächen und Räume versucht sie, sowohl persönliche und kulturelle Narrative deutlich zu machen, als auch das Fragmentarische, Unausgesprochene und Vieldeutige zu erkunden. Thematischen Hintergrund liefert dabei ihre eigene Migrations- und Familiengeschichte zwischen Korea und Deutschland, besonders soziale und politische Strukturen, feministische Perspektiven und patriarchale Linien. Als deutsch-koreanische Künstlerin kreisen ihre Arbeiten um das Annähern an die eigene verloren gegangene kulturelle Herkunft und das Leben zwischen ihren kulturellen Identitäten, wobei sie sich eher einer bildlichen als sprachlichen Kommunikation bedient.

Die Serie Looking into the Distance Becomes Difficult thematisiert seit 2015 Fragmente der Gewalt in Krisensituationen in den Massenmedien. Die Hypervisualität des fotojournalistischen Materials aus dem Internet wird hier mit der Frage konfrontiert, wie man diese Realitäten thematisieren kann, ohne erneut gewaltvolle Bilder zu zirkulieren und zu reproduzieren.

In der Serie Godori untersucht sie seit 2022 die Lebensgeschichte ihrer weiblichen Vorfahren in einem durch militärische und patriarchale Normen geprägten Südkorea. Das gleichnamige Koreanische Kartenspiel, das während der Kolonialzeit eingeführt und zu einem alltäglichen Ritual ihrer Familie wurde, fungiert hier als ein Symbol der Verbundenheit und des stillen weiblichen Widerstandes durch Gedächtnismechanismen.

Ausstellungen

Einzelausstellungen

This Is Original Korean Paper, Infernoesque, Berlin, 2012 Sei a jode Jung! (Be a good boy!), Unity Gallery, Fairfield (Iowa), 2014 Looking into the Distance Becomes Difficult I, Hillyer Art Space, Washington, D.C., 2015 Looking into the Distance Becomes Difficult II, Galerie Wedding, Berlin, 2017 Seeking Clarity in the Midst of Density, Recitation Gallery, University of Delaware, Delaware, 2019 Godori – Battle of Flowers, Museum Reinickendorf, Berlin, 2022

집 – how quickly leaving had been and how slow returning is, Kunstverein Kassel, 2025

Gruppenausstellungen (Auswahl)

The Door Gallery, Seoul, 2009 Alte Post Neukölln, Berlin, 2009 SNO, Sydney, 2010 workspace, Los Angeles, 2010 Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, 2011 Märkisches Museum Witten, 2012 Savvy Contemporary, Berlin, 2013 PyeongChang Biennale, Pyeong Chang, 2015 Lovey Town, Madison (Wisconsin), 2016 SPACE Gallery, Pittsburgh, 2017 Alte Münze, Berlin, 2018 Kreuzberg Pavillon, Berlin, 2019 Romanian Academy, Rome, 2023 Rathaus Galerie Reinickendorf, Berlin, 2023 Galerie Hyle, Hamburg, 2024 Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2024 Kunstverein Arnsberg, 2025 Jean-Claude Maier Gallery, Frankfurt, 2025 Kunsthalle Recklinghausen, 2026

Auszeichnungen und Stipendien

2009: DAAD-Stipendium, Seoul 2013: Projektstipendium, Goethe Institute Seoul 2013: Künstlerinnenresidenz, Seoul Art Space Geumcheon 2015: Ausstellungsprojekt, Förderung der Robert Bosch Stiftung, Washington, D.C. 2020: Recherchestipendium des Berliner Senats 2021: Dieter-Ruckhaberle-Förderpreis 2021: Stipendium, Neustart Kultur, VG Bild-Kunst 2022: Jahresstipendium, Pollock-Krasner Foundation, New York City 2022: Stipendium der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi 2022: Stipendium, Neustart Kultur, Kunstfond Bonn 2026: Stipendium, KUNSTFONDS_Publikation, Stiftung Kunstfond

Weblinks Website der Künstlerin https://suryagied.com/, zuletzt abgerufen am 11. April 2026

Einzelnachweise

Kategorie:Bildender Künstler (Berlin) Kategorie:Installationskünstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Koreaner Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Frau