mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet des Nikobaren-Flughundes Der Nikobaren-Flughund (Pteropus faunulus) ist ein auf den Nikobaren endemisches Fledertier in der Familie der Flughunde. Die Population wurde zeitweilig in den Insel-Flughund (Pteropus hypomelanus) eingeordnet. Das Typusexemplar stammt von Car Nicobar.

Merkmale Dieser schwanzlose Flughund ist in der Gattung Pteropus klein bis mittelgroß und erreicht eine Körperlänge von etwa 170 mm und ein Gewicht von 112 bis 233 g. Er hat 110 bis 130 mm lange Unterarme, Hinterfüße von etwa 36 mm Länge und ungefähr 22 mm lange Ohren. Typisch für den Kopf sind große Augen mit mittelbrauner Regenbogenhaut und dreieckige Ohren, die an den Spitzen abgerundet sind. Der Kopf trägt gesprenkelt braunes Fell, der Mantel um die Schultern ist wie die Unterseite ockerfarben mit gelben und grauen Tönen oder kastanienbraun. Andere Bereiche der Oberseite tragen deutlich dunkleres braunes bis schwarzes Fell mit einzelnen rötlichen oder silbernen Haaren. Der Insel-Flughund hat allgemein kürzere Haare und eine dunklere Unterseite. Ein weiteres Merkmal sind schmale Schwanzflughäute an den Seiten der Beine. Am zweiten Finger befindet sich eine deutliche Putzkralle. Kleine Zähne, ein kleiner Schädel und andere abweichende Schädelmerkmale unterscheiden die Art vom Insel-Flughund und von anderen nahe verwandten Flughunden.

Verbreitung und Lebensweise Die Population auf Car Nicobar ist vermutlich schon ausgestorben. Das Tier lebt noch auf sechs Inseln im zentralen Bereich der Nikobaren. So verteilen sich die Reviere über eine etwa 580 km² große Landfläche. Es hält sich im Flach- und Hügelland bis 200 Meter Höhe auf. Der Nikobaren-Flughund bewohnt tropische immergrüne Wälder und Mangrove.

Das Tier sucht überwiegend nachts nach Nahrung, auch wenn es gelegentlich am Tage Ausflüge startet. Es ruht meist im Bereich kurz unter der Krone von Betelpalmen, so dass kein Kontakt mit dem Schwarzohrflughund vorkommt. Diese Zone liegt etwa in 15 bis 20 Meter Höhe. Der Flughund ruht allein, im Paar oder selten in kleinen Gruppen. Er versteckt sich dabei in Baumhöhlen oder unter Blättern. Die Nahrung besteht aus Feigen, Guaven, Mangos sowie Früchten der Gattungen Bombax, Syzygium und Ceiba. Der Abstand vom Ruhe- zum Nahrungssammelplatz variiert bei Männchen mit 2 bis 12 km stärker. Weibchen fliegen meist 7,5 bis fast 11 km.

Das einzige Jungtier pro Jahr wird in der Regenzeit geboren, in der das Nahrungsangebot am größten ist.

Gefährdung Der Nikobaren-Flughund wird in sportlicher Absicht gejagt und von einigen Exemplaren werden Körperteile als Naturheilmittel genutzt, die unter anderem bei Asthma eingesetzt werden. Zusätzlich wirkt sich die Abholzung von Palmen negativ aus. Bei starken Stürmen können viele Exemplare sterben. Wie sich die Tsunamis im Jahr 2004 auf den Bestand ausgewirkt haben, ist noch nicht ausreichend erforscht. Die IUCN listet diesen Flughund als stark gefährdet (endangered).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Flughunde Kategorie:Endemisches Tier der Andamanen und Nikobaren