Sebolai Matlosa (auch: Sylvanus Matlosa – Taufname, * 25. Dezember 1915 in Mafeteng–?) war ein Mosotho-Schriftsteller, Dramatiker und Lehrer.

Matlosa ist vor allem für seinen Roman „Mopheme“ aus dem Jahr 1965 bekannt, der in den 1980er Jahren in ein Sesotho-TV-Drama mit Kgotso Nkgatho in der Hauptrolle adaptiert wurde.

Leben Sebolai Matlosa wurde am 25. Dezember 1915 in Mafeteng als viertes Kind von Matebi, einem Hirten, und ’Malisebo Matlosa geboren. Sein Vater starb, als er jung war, und nachdem auch sein älterer Bruder gestorben war, wurde Matlosa zu seinem Onkel mütterlicherseits geschickt. S. 199–200.

Anschließend besuchte er die Schule in Healdtown in der damaligen Kapkolonie, wo er sein Lehrerdiplom erwarb. Danach unterrichtete Matlosa an der Masitise Secondary School in Quthing und betrieb später eine Metzgerei.Albert S. Gérard: Four African literatures: Xhosa, Sotho, Zulu, Amharic. University of California Press, Berkeley 1971: S. 159. archive.org (englisch).Nhlanhla Maake: Watermarks in the Sesotho Novels of the Twentieth Century. In: Research in African Literatures. vol. 37, is. 3; 2006: S. 65–82. (englisch).Zakes Mda: The Pink Mountain: Landscapes and the Conception of a Literature of Public Action. In: Journal of the African Literature Association. vol. 3, is. 2; 2009: S. 98–99. (englisch).

Sein Tod ist in keinen öffentlichen Aufzeichnungen verzeichnet.

Werke Matlosas erster Roman, „Molahlehi“ (Der Verlorene), erschien 1946. Er erzählt die Geschichte des Protagonisten, der von seiner Familie, die in ärmlichen Verhältnissen lebt, zur Schule geschickt wird. Molahlehi gerät schnell in Schwierigkeiten und wird bald darauf zusammen mit seinen neuen Freunden der Schule verwiesen. Diese ziehen daraufhin nach Johannesburg. In der Stadt gerät er weiterhin in Schwierigkeiten, bevor er die Cousine seines Freundes, Sainyaka, heiratet. Am Ende des Romans versucht Molahlehi, seine Fehler wiedergutzumachen, doch bevor er dazu kommt, wird er von einem Weißen getötet, der ihn irrtümlich für einen Dieb hält. Gérard merkt an, dass das Buch eindeutig die Bedeutung von Bildung und die Gefahren der Stadt hervorheben soll.

Matlosa veröffentlichte 1950 das Theaterstück „Katiba“. Darin wird Häuptling Katiba von dem traditionellen Heiler Phothoma zu einem Ritualmord angestiftet. Die Komplizen des Häuptlings werden verhaftet, und er wird sein Leben lang von dem Mord verfolgt und verliert schließlich seine Position als Häuptling. Lesaoana interpretiert diese Geschichte als Protest gegen Ritualmorde und die Heuchelei traditioneller Heiler. Diese Themen wurden auch von A. S. Mopeli-Paulus in seinem im selben Jahr erschienenen Roman „Liretlo“ behandelt.

Sein letzter Roman, „Mopheme“ („Der Silberfuchs“), erschien erst 1965. „Mopheme“ spiegelt Matlosas eigene Erziehung durch seine Tante und seinen Onkel wider und erzählt die Geschichte von „Lesokolla“, einem wohlhabenden Mann, der beschließt, eine zweite Frau zu heiraten. Die zweite Frau, „Baratang“, ist herrschsüchtig und verdrängt die erste Frau, „Botle“. Sie stiftet Unruhe im Haushalt und hat eine Affäre mit einem Mann namens „Mokupu“. Baratang und Mokupu planen, Lesokolla zu töten, während „Tshitso“, Botles einziger Sohn, nur knapp entkommt. Baratang und Mokupu erben daraufhin Lesokollas Viehbestand, doch Jahre später kehrt Tshitso zurück, um Rache zu nehmen, bevor er schließlich vergibt.

Makke betrachtet Mopheme als einen der am meisten unterschätzten Romane der Sesotho-Literatur. Obwohl Matlosa sich mit den Themen Polygamie und Gerechtigkeit auseinandersetzt, greift er – anders als die meisten zeitgenössischen Sesotho-Autoren – nicht auf biblische Moralisierung zurück.

Mopheme wurde später in eine 19-teilige Fernsehserie mit Kgotso Nkgatho und Lillian Dube in den Hauptrollen adaptiert. Nkgatho hatte Mopheme erstmals im Rahmen des Lehrplans an einem College gelesen, das er einige Jahre nach der Erstveröffentlichung des Romans besuchte. Molahlehi. Sesuto Book Depot, Morija 1946. Katiba. Mazenod Book Centre, Mazenod 1950. Mopheme. Willem Gouws, Johannesburg 1965.

Einzelnachweise

Quellen Albert S. Gérard: Four African literatures: Xhosa, Sotho, Zulu, Amharic. University of California Press, Berkeley 1971. Archive.org

Nhlanhla Maake: Watermarks in the Sesotho Novels of the Twentieth Century. In: Research in African Literatures. vol. 37, is. 3; 2006: S. 65–82. jstor.org 3821180

Zakes Mda: The Pink Mountain: Landscapes and the Conception of a Literature of Public Action. In: Journal of the African Literature Association. vol. 3, is. 2; 2009: S. 97–109. (englisch).

Kategorie:Autor Kategorie:Person (Lesotho) Kategorie:Lesother Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann