mini|hochkant|Wappen derer von Woringen in Siebmachers Wappenbuch Die Herren von Worringen (auch: Woringen, Wuringen, Wohingen, Worrinc, Vorengh, Vorinch o. ä.) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht, dessen Stammsitz auf der Burg Worringen im heutigen Köln lag. Letztere gab der Familie ihren Namen. Ursprünglich waren die Herren von Worringen Ministeriale des Erzbischofs von Köln; ab dem 16. Jahrhundert war ein Zweig der Familie in Elberfeld bei Wuppertal ansässig und bekleidete dort angesehene Ämter. Diese Linie gehörte teilweise der kurpfälzisch-bayerischen sowie jülich-bergischen Ministerialität an. Die wohl prominentesten Sprosse des Geschlechts sind Otto von Worringen und sein Sohn Franz von Worringen.

Geschichte Zunächst erschien in den Jahren 1218 und 1221 der kurkölnische Ministeriale Siegfried von Worrigen. Seine Nachkommen gelten als Erbauer und Besitzer der 1275 erbauten und 1288 abgerissenen Burg Worringen.

Ferner erschien ein Werner von Worringen (Worrinc) am 5. Februar 1341 als Pfarrer zu Kleve.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0358 / Kleve, Stift, Akten AA 0358, Nr. 1 - b, abgerufen am 4. April 2026. Noch am 7. Juli desselben Jahres legte er die Ämter des Pfarrers von Kleve und des Rektors der dortigen Pfarrkirche im Beisein des Grafen Dietrich von Kleve ab, da er seines Erachtens nicht in der Lage gewesen sei, dort zu wohnen. Ein Grund dafür könnte die Tatsache sein, dass er in derselben Urkunde als Kanoniker zu Knechsteden benannt wird; die Distanz zwischen Kleve und dem bei Köln gelegenen Knechtsteden war also vermutlich zu groß.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0358 / Kleve, Stift, Akten AA 0358, Nr. 1 - b, abgerufen am 4. April 2026. Zuletzt erschien Werner von Worringen in einer Urkunde des 20. Juli 1349, in der er als zeitiger Pastor zu Meer erwähnt wird.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0133 / Bedburg/Kleve, Urkunden AA 0133, Nr. 62, abgerufen am 4. April 2026.

Just von Worringen (Gust de Vorench) erschien in den Jahren 1351 und 1359.

Als kurkölnischer Ministeriale ist der Reiter bzw. Ritter Heinrich (I.) von Worringen (Henrichus de Vorengh) am 2. Mai 1352 in einer Liste seines Reiterführers Philippo de Moret belegt.

Einige Jahre später, am 9. Januar 1418, erschien der Notar Mathias von Worringen, der dem Stiftssyndikus von Essen, Heinrich von dem Borne, eine im Wortlaut vollständig eingefügte Appellationsschrift an den päpstlichen Stuhl bekundete.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 1165, abgerufen am 4. April 2026.

Conrait Duytsche, sein Sohn Daem und des Letzteren Frau Fiegin verkauften Herman von Worringen (Woringen) gt. von Melaten und seiner Frau Fye 5 Morgen Ackerland. Das Siegel des Herman von Worringen blieb nicht erhalten.

Weiter ist Heinrich (II.) von Worringen im Jahre 1532 als Prior des Klosters Ellen belegt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0228 / Ellen, Urkunden AA 0228, Nr. 8, abgerufen am 4. April 2026.

Irmgard von Bensberg befand sich aus unbekannten Gründen von 1539 bis 1542 als Klägerin in einem Gerichtsprozess gegen Johann von Worringen.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0627 / Reichskammergericht AA 0627, Nr. 285 - B 555a/2555, abgerufen am 4. April 2026.

Der Steinmetzmeister Heinrich (Hinrich/Henrich) (III.) von Worringen erhielt am 13. September 1568 (oder 1574?) das Haus namens „Die steine Kemnade“ in der Sternengasse von den Eheleuten Hermann Spiess von Bullesheim und Merge von Dadenberg. Dies könnte auf familiäre Verbindungen hindeuten.

Ein Jan von Worringen (Woringen) stellte am 8. März 1634 einen Schuldschein von 100 Talern an Leenen Funger aus.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Kreisarchiv Viersen, C 2 / Akten vor 1815, Nr. 182, abgerufen am 4. April 2026.

Heinrich (IV.) von Worringen war von 1678 bis 1681 in einem Rechtsstreit Kläger sowie Advokat für die minderjährigen wiemelshausenschen Erben.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0627 / Reichskammergericht AA 0627, Nr. 6241 - W 1638/4794, abgerufen am 4. April 2026.

Noch im Jahre 1893 findet man die Eheleute Georg Hugo Nitsch und Henriette Gertrud Auguste von Worringen im Stadtarchiv Münster vor.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Stadtarchiv Münster, Pers HE 1889-1893 / Heiratsregister 1889-1893, Nr. 1893 HE-Reg. Nr.:391, abgerufen am 5. April 2026.

Linie zu Elberfeld Jacob (I.) von Worringen (* um 1570 in Köln, † 1626 in Elberfeld) war Kellner sowie Richter des Amtes Elberfeld und hatte 1604 ein gemeinsames Nutzungsrecht eines Kohlebergwerks zu Horath im Kirchspiel Schwelm, das an der Grenze zum Herzogtum Berg lag. Außerdem war er mit dem Wüstenhof belehnt, wo die von Worringen wohnten. Jacob (I.) hatte einen gleichnamigen Sohn (* um 1610 in Elberfeld, † 1688 ebenda), der Gerichtsschreiber des Amtes Elberfeld sowie Kirchschreiber der evangelisch-reformierten Kirche zu Elberfeld. Des Weiteren erbte er den Wüstenhof und heiratete um 1636 die Johanna Heris (* um 1615, † 9. Juni 1675). Mit ihr hatte Jacob(us) (II.) von Worringen einen Sohn, Bernadus Hinrich von Worringen (* um 1640 in Elberfeld, † um 1705). Letzterer war an der Universität zu Köln immatrikuliert und bekleidete einige hohe Ämter; so war er zunächst Adjunkt seines Vaters als Gerichtsschreiber zu Elberfeld, später stieg er zum Gerichtsschreiber auf und zuletzt war er sogar Gerichtsschöffe. Als Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld erwarb er einen Kirchensitz. Am 11. Juni 1667 heiratete er in Elberfeld die Maria Havestat (* um 1645 in Dülmen, † nach Dezember 1706 in Elberfeld), Tochter des Ignatius. Ihr Sohn, Johann Ignatius von Worringen (* 5. Mai 1675 in Elberfeld, † 1750 ebenda), diente im Jahre 1700 als Adjunkt seines Vaters. Später wurde er fürstlich pfalz-neuburgischer Gerichtsschreiber. Am 8. Juli 1700 heiratete er die Anna Maria Fabricius (* in Barmen, † 21. März 1743 in Elberfeld), mit der er drei Kinder hatte. Diese waren Johann Ferdinand Ignaz Maria von Worringen (* in Elberfeld, † 27. März 1798 in Diepental), der Advokat und ab dem 23. September 1784 mit Anna Barbara Florentine Wülffing, Tochter des Johann Kaspar Christoph und der Maria Katharina Elisabeth Sophia Hilgers, verlobt war und später, am 4. Februar 1787, die verwitwete Maria Anna Josephina Freiin von Katterbach († 7. Januar 1799), Tochter des Franz Gerhard und der Anna Clara Ernestine von Hücking, heiratete und deswegen von Bruchhausen bei Lützenkirchen nach Diepental zog, Katharina von Worringen, die mit dem Bruder der Anna Barbara Florentine und märkischen Richter (neben vielen anderen hohen Ämtern), Gustav Matthias Philipp Wülffing (* 1725, † Februar 1807 in Barmen), verheiratet war und Bernhard Jakob Anton von Worringen (* 3. Juli 1720 in Elberfeld, † 29. Dezember 1776 ebenda), der jülich-bergischer Hof- und Kammerrat sowie Gerichtsschreiber zu Elberfeld war. Letzterer heiratete am 22. November 1755 die Schwester der zuvor genannten Wülffing-Geschwister, Magdalene Wilhelmine Wülffing (* 24. Januar 1736 in Lennep, † 6. November 1783 in Elberfeld). Aus der letzteren Ehe stammt der Jurist, Freimaurer und Sänger Otto von Worringen (* 1. Juli 1760 in Elberfeld, † 6. Dezember 1838 in Düsseldorf), der in erster Ehe mit Anna Reigers (* 1769, † 4. November 1828) und in zweiter Ehe mit Elise Johanna Maria Hardung († 29. Mai 1840) war. Aus ersterer Ehe entstammen folgende Kinder:

Theodor Franz Ferdinand von Worringen (* 18. November 1798 in Broekhuyzen, † 26. Juli 1896 in Liegnitz), Regierungsassessor, später Königlicher Appellationsgerichts- und Geheimer Justizrat in Düsseldorf, Tenor und Komponist, Sekretär der Niederrheinischen Musikfeste, ab 1837 Oberregierungsrat in Liegnitz ⚭ (1. Mai 1838 in Bocholt) Maria Francisca Berendina Reigers (* 22. Oktober 1815 in Bocholt, † 2. April 1888 in Terborg), Tochter des Johann Baptist Aloys Maria und der Johanna Francisca Ludgardis Gertrud Diepenbrock Anna von Worringen († vor 1851) Anton Wilhelm Jacob von Worringen (* 5. September 1802 in Düsseldorf, † 1849), Major der schleswig-holsteinischen Truppen, fiel in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung ⚭ (22. Januar 1822 in Saarn) Sophie Trenelle, Tochter des Sylvestre und der Maria Anna Draube Leo Sylvester von Worringen (* in Saarn) Maria Anna Eleonora Rosalia von Worringen (* 29. Mai 1830 in Saarn, † Dezember 1913 in Hannover) ⚭ (22. Mai 1868 in Merseburg) Ferdinandus Bernardus Ignatius Reigers (* 15. Juli 1821 in Ulft, † 19. Oktober 1897 ebenda) Franz Arnold Maria von Worringen, Jurist, Hochschullehrer und Dichter (* 6. Juli 1804 in Düsseldorf, † 6. Januar 1870 in Freiburg im Breisgau) ⚭ (1839) Angelika Schleiden (* 7. Dezember 1813 auf dem Gut Ascheberg am Plöner See; † 2. März 1895 in Freiburg im Breisgau), Tochter des Christian und der Elisabeth Charlotte Wilhelmine von Nuys Elisabetha (Elsa) Clementina von Worringen (* April 1807 in Düsseldorf) Johann Eduard von Worringen (* Dezember 1808 in Düsseldorf) Rosa Clementina von Worringen (* 1810)

Eine Maria Catharina von Worringen (* 27. Februar 1670 in Elberfeld) heiratete am 29. Mai 1696 in Elberfeld den Bürgermeister von Monschau, Petrus Pangh (* 1. Juli 1666 in Monschau), und war in zweiter Ehe mit Gerhard Kesseler († 4. August 1753 in Monschau), den sie am 23. September 1717 in Monschau heiratete.

Wappen Blasonierung: Im Schild eine ovale Scheibe, darin ein linksaufwärtsgekehrter bebilderter Mond begleitet von drei (2:1) Sternen. Auf dem Helm mit Helmdecken Kopf und Hals eines Adlers. Die Tingierung ist unbekannt.

Literatur Carl August von Grass (Bearb.): J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 6. Abt.: Der Adel in Baden, Nürnberg 1878, S. 137 (uni-heidelberg.de) und Tfl. 80 (uni-heidelberg.de). Karl Heinrich Schäfer: Deutsche Ritter und Edelknechte in Italien während des 14. Jahrhunderts, Band 2 (Soldlisten und Urkunden der im päpstlichen Dienste stehenden deutschen Reiter), Verlag von Ferdinand Schöningh, Paderborn 1911, S. 82, 190, 196, 214 (archive.org). Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln: Band 3 (Mappe 148–246; Brienen–Cob von Nudingen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 63), Köln 1992, S. 362. Band 4 (Mappe 247–356; Cobern–Eerde) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 64), Köln 1993, S. 738. Band 15 (Mappe 1151–1236; Speckhewer–Waldbott von Ulmen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 94), Köln 1998, S. 120, 137. Leopold von Ledebur: Adelslexicon der preussischen Monarchie, Band 3 (T–Z), Verlag von Ludwig Raub, Berlin 1858, S. 137 (Google Books). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 4 (Spaur–Z), Verlag von Georg Joseph Manz, Regensburg 1866, S. 226 (Google Books).

Weblinks Oligschläger-Nachlass: Stadtarchiv Leverkusen, Bestand 3001 auf upload.wikimedia.org.

Einzelnachweise

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht Kategorie:Worringen