Tigranes V.Zählung nicht einheitlich; vgl. dazu Torsten Bendschus: Tigranes V. und seine Münzen, Armenische Herrscherlegitimation des frühen 1. Jhdts. n. Chr. im Spiegel der numismatischen Zeugnisse. In: Numismatische Zeitschrift 124 (2018), S. 9–54, hier: S. 14, Anm. 20. (; geboren wohl um 14 v. Chr. in Judäa; gestorben 36 n. Chr. in Rom)Nikos Kokkinos: The Herodian Dynasty. Origins, Role in Society and Eclipse, Sheffield 1998, S. 246. war der Sohn des Alexander, eines Sohnes Herodes’ I., und der Glaphyra, Tochter des kappadokischen Königs Archelaos.Iosephus, bellum Iudaicum 1,476; 552; antiquitates Iudaicae 17,12; 349–351; 18,140. Über seine Mutter gehörte er wohl in entfernter Linie dem armenischen Königsgeschlecht an, das seit Tigranes IV. im Mannesstamm erloschen war.Vgl. Res gestae divi Augusti 27; Martin Schottky: Tigranes 6. In: Der Neue Pauly, Bd. 12,1, Stuttgart/Weimar 2002, Sp. 568. Zusammen mit seinem Bruder Alexander wuchs Tigranes am judäischen Königshof auf. Als er etwa sieben Jahre alt war, fiel sein Vater einer Hofintrige zum Opfer. Nach dem Tod des Herodes im Jahr 4 v. Chr. kam er vermutlich in die Obhut des Archelaos.Vgl. Nikos Kokkinos: The Herodian Dynasty. Origins, Role in Society and Eclipse, Sheffield 1998, S. 246f. Sowohl Tigranes als auch Alexander gaben früh ihr Judentum auf und übernahmen griechische Sitten.Iosephus, antiquitates Iudaicae 18,141; vgl. Aryeh Kasher: King Herod. A Persecuted Persecutor, A Case Study in Psychohistory and Psychobiography, Berlin/New York 2007, S. 298.
Nach der Ermordung des Artavasdes IV. ernannte Augustus ihn um 6 n. Chr. zum König von Armenien.Res gestae divi Augusti 27; Iosephus, bellum Iudaicum 2,222; antiquitates Iudaicae 18,139–140. Auf seinen Münzen stellte Tigranes V. gezielt eine Verbindung zu seinen artaxidischen Vorgängern her, um seine Herrschaft zu legitimieren. Auf dem Avers seiner Prägungen führte er den Titel basileus megas. Folgt man Torsten Bendschus, belegen die Münzen ferner, dass die Schwester des Tigranes’ IV., Erato, seit etwa 7 n. Chr.Nikos Kokkinos: The Herodian Dynasty. Origins, Role in Society and Eclipse, Sheffield 1998, S. 261f. an seiner Seite herrschte; möglicherweise bestand zwischen beiden eine Ehe. Da die Zuweisung der Emissionen jedoch nicht eindeutig gesichert ist, bleiben auch ihre Deutung sowie die daraus gezogenen historischen Schlussfolgerungen umstritten.Zu seiner Münzprägung vgl. Torsten Bendschus: Tigranes V. und seine Münzen, Armenische Herrscherlegitimation des frühen 1. Jhdts. n. Chr. im Spiegel der numismatischen Zeugnisse. In: Numismatische Zeitschrift 124 (2018), S. 9–54. Tigranes vermochte sich jedenfalls nicht dauerhaft zu behaupten; spätestens 12 n. Chr. hatte er die Krone bereits wieder verloren.Nikos Kokkinos: The Herodian Dynasty. Origins, Role in Society and Eclipse, Sheffield 1998, S. 262. Nach dem Verlust der Herrschaft hielt er sich in Rom auf, wo er im Jahr 36 n. Chr. wegen eines Majestätsverbrechens hingerichtet wurde.Tacitus, annales 6,40; Iosephus, antiquitates Iudaicae 18,140. Nach Josephus hinterließ er keine Nachkommen.Iosephus, antiquitates Iudaicae 18,140.
Literatur Fritz Geyer: Tigranes 5. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Bd. VI A,1, Stuttgart 1936, Sp. 980 (Digitalisat). Nikos Kokkinos: The Herodian Dynasty. Origins, Role in Society and Eclipse, Sheffield 1998, S. 246–63. Martin Schottky: Tigranes 6. In: Der Neue Pauly, Bd. 12,1, Stuttgart/Weimar 2002, Sp. 568 (Digitalisat). Torsten Bendschus: Tigranes V. und seine Münzen, Armenische Herrscherlegitimation des frühen 1. Jhdts. n. Chr. im Spiegel der numismatischen Zeugnisse. In: Numismatische Zeitschrift 124 (2018), S. 9–54 (borndigital).
Anmerkungen
Kategorie:König (Armenien) Kategorie:Familienmitglied (Herodes) Kategorie:Geboren im 1. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 1. Jahrhundert Kategorie:Mann