mini|Blick auf einige Grabsteine hinter der Einfriedung
Der Jüdische Friedhof Rabbethgestraße in Einbeck entstand zur Zeit des Königreichs Hannover, nachdem die Jüdische Gemeinde der Stadt im Jahr 1827 das rund 826 m² große, an den Münsterfriedhof angrenzende Gelände erworben hatte. Erst etwa ein halbes Jahrhundert später wurde der Jüdische Friedhof mit Zugang an der Rabbethgestraße durch eine Mauer eingefriedet, deren Torpfeiler aus Sandstein auf das Jahr 1874 datieren.o. V.: Jüdischer Friedhof Rabbethgestraße, illustrierter Artikel im Denkmalatlas Niedersachsen [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 5. April 2026
Der Friedhof zwischen dem Hubeweg und dem Mägdebrinko. V.: Jüdischer Friedhof in der Rabbethgestraße auf der Seite einbeck-tourismus.de [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 5. April 2026 mit seinen ungezählten Grabmalen wurde nur bis 1910 genutzt, da Einbecker Juden ab 1911 bis 1940 auf dem städtischen Zentralfriedhof beigesetzt werden konnten.o. V.: Zentralfriedhof Einbeck im Denkmalatlas Niedersachsen [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 5. April 2026
Im Zuge der Judenverfolgung und der industriellen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas durch den Holocaust und schließlich auch der geplanten Auslöschung dieses Teils des Kulturellen Erbes wurden die Grabsteine auf dem Friedhof an der Rabbethgestraße kurz vor dem Ende des Nationalsozialismus im Jahr 1944 entfernt und „teilweise an ein Granitwerk verkauft.“ Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden schon „1945 die meisten Grabsteine vom Granitwerk rückerstattet“ und anschließend wiederaufgestellt, jedoch ohne Zusammenhang mit den Grabstellen an den ursprünglichen Standorten.
Nachdem es in den Jahren 1968, 1978 und 1984 wiederholt zu Vandalismus und Friedhofsschändungen kam, bei denen noch erhaltene Grabsteine teilweise zerstört wurden, wurden die verbliebenen Inschriften 1988 für die Nachwelt dokumentiert.
Stand 2026 haben sich auf dem als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz stehenden Jüdischen Friedhof an der Rabbethgestraße circa 111 Grabsteine zwischen altem Baumbestand erhalten. Das öffentliche Interesse für den Schutzstatus der historischen und wissenschaftlichen Bedeutung der Gesamtanlage begründete das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mit den Eigenschaften als „sowohl aussagekräftiges Objekt der lokalen Geschichte als auch der Sozial-, Kultur- und Religionsgeschichte und der Geschichte der jüdischen Bestattungskultur. Als eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse für die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Niedersachsen besitzt der Friedhof einen hohen Dokumentations- und Erinnerungswert.“
Siehe auch Schändung jüdischer Friedhöfe Jüdische Friedhöfe in Einbeck Liste der Baudenkmale in Einbeck
Weblinks
o. V.: Jüdischer Friedhof in der Rabbethgestraße auf der Seite einbeck-tourismus.de mit Kontakt- und Anreise-Daten Jüdischer Friedhof Rabbethgestraße im Denkmalatlas Niedersachsen Einbeck (Rabbethgenstraße) In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen. Bearbeiter: Tobias Kostial
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut in den 1820er Jahren Kategorie:Baudenkmal in Einbeck Kategorie:Judentum in Einbeck Kategorie:Jüdischer Friedhof im Landkreis Northeim Kategorie:Sakralbau in Einbeck Kategorie:Friedhof in Europa