mini|Klostergebäude und Klosterkirche auf dem Kupferstich von 1635 Das Franziskanerkloster in Braunsberg bestand von 1296 bis 1565.

Die Brüder des 1209 gegründeten Franziskanerordens kamen auf Einladung des Bischofs des Bistums Ermland, Heinrich Fleming, 1296 in die Stadt Braunsberg (heute Braniewo) im Ermland und errichteten ein hölzernes Kloster außerhalb der Stadtmauern, das 1300 abbrannte. Nach mehreren Standortwechseln wurde 1330 ein steinernes Kloster in der Stadt am späteren Gymnasialplatz erbaut. In der Klosterkirche hatten mehrere Zünfte ihre geistliche Heimat und seelsorgliche Betreuung. Das Kloster gehörte zur Kustodie Preußen der Sächsischen Franziskanerprovinz Saxonia und wurde örtlich unterstützt vom Deutschen Orden und dessen Ordensburg Braunsberg. Einzelne Brüder wirkten mit bei der Mission an den Semgallen im Ostbaltikum.

Die Reformation wurde von Bischof Georg von Polentz (1522–1525) stark unterstützt. Die Franziskaner leisteten dem Widerstand und übernahmen vakante katholische Pfarrstellen im Ermland, so dass 1565 im Braunsberger Kloster nur noch zwei Franziskaner lebten. Bischof Stanislaus Hosius übergab daher 1565 die Gebäude den Jesuiten, die im Zuge der Gegenreformation in Braunsberg das Lyceum Hosianum, ein Kolleg, gründeten. Die wertvolle Bibliothek aus dem Franziskanerkloster wurde 1626 als Kriegsbeute von den Schweden geraubt. Kirche und Kloster in Braunsberg sind heute nicht mehr existent.

Literatur Lucius Teichmann: Die Franziskanerklöster in Mittel- und Ostdeutschland 1223–1993 (ehemaliges Ostdeutschland in den Reichsgrenzen von 1938). (= Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, 37) Benno Verlag, Leipzig 1995, S. 54.

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