Die Isla Grosa ist eine Insel im Mittelmeer bei Spanien. Sie gehört zur Kommune San Javier in der Región de Murcia und liegt ca. 2,5 km nördlich des La Manga del Mar Menor. Sie umfasst eine Fläche von 17,5 ha und steigt bis auf an.
Östlich schließt sich das Inselchen El Farallón an.
Etymologie Der Name „Isla Grosa“, Katalanisch: „Grossa“, bedeutet „Große Insel“ (Spanisch-Kastillianisch: Isla grande).
Geologie Die Insel Grosa und die kleine Insel Farallón sind Vulkankegel der Vulkane des Campo de Cartagena, wie die Inseln des Mar Menor, Überreste des quartären Vulkanismus, der vor 7,2 bis 6,6 Mio. Jahren während des Miozäns stattfand.
Die Insel bildet einen perfekten Vulkankegel, ist aber, wie die meisten Vulkane in der Region Murcia, stark erodiert und besteht aus Andesitgestein. An den Klippen der Südseite der Insel sind Beispiele für Säulenstrukturen zu sehen, welche durch die Abkühlung der Lava beim Aufstieg zur Oberfläche entstanden sind.
Flora Die Insel beherbergt einzigartige Pflanzengemeinschaften, die hauptsächlich aus SparrigermBocksdorn (Lycium intricatum, span. Cambrón), Withania frutescens (span. Oroval) und einigen stickstoffliebenden Arten wie Salzkräuter (Salsola, span. Sosas) bestehen.
Vor der Küste befindet sich die größte Seegraswiese (Posidonia oceanica) der gesamten Küste der Region Murcia.
Fauna Die Insel Grosa ist bekannt für ihre reiche Vogelwelt. Neben einer sehr großen Kolonie von Mittelmeermöwen (Larus michahellis, span. gaviota patiamarilla) brüten dort unter anderem auch Sturmwellenläufer (Hydrobates pelagicus - paíño europeo), die Krähenscharben (Phalacrocorax aristotelis - cormorán moñudo), der Wanderfalken (Falco peregrinus - halcón peregrino) und die Korallenmöwe (Ichthyaetus audouinii, früher Larus audouinii - gaviota de Audouin).
Schutz der Audouinmöwe Die Asociación de Naturalistas del Sureste (Vereinigung der Naturforscher Südostspaniens) beteiligte sich gemeinsam mit dem Umweltministerium der Region Murcia am LIFE-Projekt „Erhaltung der Audouinmöwe (Larus audouinii) auf der Insel Isla Grosa (Murcia)“ (2004–2007). Ziel des Projekts war die Stärkung des Bestands der Audouinmöwe auf der Insel und die Sicherstellung ihres Erhalts. Auf dieser Insel befindet sich die drittgrößte Kolonie dieser Art weltweit. Sie ist von der Liste der Arten von europäischer Bedeutung für den Naturschutz als global gefährdet (SPEC1) eingestuft und genießt daher in Europa Priorität im Artenschutz.
Umweltschutz Die Insel ist innerhalb des Gebiets „Inseln und Inselchen der Mittelmeerküste der Region Murcia“ (Islas e Islotes del Litoral Mediterráneo) als Naturpark geschützt und außerdem ein Vogelschutzgebiet (ZEPA) sowie ein Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (LIC - Lugar de Importancia Comunitaria).
Geschichte Die Existenz eines Felsens namens „bajo de la campana“ (Glockenriff) östlich von Farallón, nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche, stellte jahrhundertelang eine Gefahr für die Schifffahrt dar. Zahlreiche phönizische und römische Schiffswracks (Pecios) wurden auf dem Meeresgrund entdeckt.
Die bedeutendste Fundstätte, das Phönizische Schiffswrack von Bajo de la Campana (Pecio fenicio de Bajo de la Campana), ist ein phönizisches Schiff aus dem 5. Jahrhundert v.C., welches mit einer Ladung aus Zinn- und Bleierzbarren, punischen Artefakten und einer Ladung Elfenbein von afrikanischen Elefanten mit phönizischen Inschriften beladen war. Die gesamte Ladung dieses Schiffes sowie der anderen vor Isla Grosa entdeckten Wracks ist derzeit im Museo Nacional de Arqueología Subacuática (ARQUA, Nationales Museum für Unterwasserarchäologie) in Cartagena ausgestellt.Julio Mas García: Kap. Infraestucturas y desarrollo económico de la Qart-Hadasht ibérica. In: Enciclopedia de la Historia de Cartagena. Volumen IV. Ediciones Mediterráneo 1986: S. 193–197.
Die Insel diente bis ins 18. Jahrhundert als Zufluchtsort für Barbaresken-Korsaren.
Die Insel war bis 2000 militärische Sperrzone und diente als Übungsgelände für die Spezialeinheiten der Marine für Kampftauchen und Kampfmittelbeseitigung. Im Jahr 2000 wurde sie der Regierung der Region Murcia zur Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen übergeben. Es gibt einige Anlagen und einen Anleger aus der militärischen Nutzung.
Einzelnachweise
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