Beiersdorf war eine mittelalterliche Siedlung im Gebiet des heutigen Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg, die wüst fiel. Die Flur des Dorfes ging später vollständig in der Feldmark von Körbitz auf.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 31.
Geografische Lage Die wüste Feldmark von Beiersdorf lag südwestlich von Körbitz. Im südwestlichen Teil der Feldmark befand sich die sogenannte Wüste Mark Beiersdorf. Sie umfasste Anteile der Fluren Großmaten, Die Siepe im Feldehen und Die Siepen im Lindaer Feld, wie eine Erhebung aus den Jahren 1936/1937 aus dem Geheimen Staatsarchiv Berlin zeigt. Bereits 1709 wurde die Lage der wüsten Feldmark zwischen Linde und Zellendorf beschrieben, beide damals zur Provinz Sachsen gehörig. Von Körbitz war sie durch einen Grenzgraben getrennt.
Geschichte und Etymologie Die erste urkundliche Erwähnung existiert aus dem Jahr 1221 unter der Bezeichnung in villa Beieresdorp. Der Name wandelt sich zu villa Beierstorp im Jahr 1225 und beyerstorp im Jahr 1307. Im Jahr 1471 ist von einem wüsten Dorf genannt Beyerstorff die Rede, während im Jahr 1657 nur noch die Beyer Städische Marck erwähnt wurde, die 1693/1696 als wüste und sogenannte Beyersdorffische Marck bezeichnet wurde. Die Namensform Beiersdorf erschien im Jahr 1804.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 32. Das Dorf ist nach Otto Ba(v)warus benannt, der das Dorf vor 1221 dem Erzbischof von Magdeburg verschrieb. Bawarus stellt dabei eine latinisierte Namensform von Bayer dar und kennzeichnet die Herkunft des ersten Namensträgers aus Bayern.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 23 ISBN 3-937233-17-2.
13. bis 15. Jahrhundert Das Dorf gehörte bis 1205/1221 den Familien Bavarus und Gluzer, bevor es 1205/1221 in den Besitz des Klosters Zinna kam. Von 1307 bis 1388 waren die Herren von der Dahme im Besitz, in den Jahren 1388/1390 die Vogtei beziehungsweise das Amt Jüterbog und von 1390 bis 1405 erneut die Herren von der Dahme. Danach war Beiersdorf von 1405 bis 1447 erneut im Besitz des Amtes Jüterbog, bevor es von 1447 bis 1471 an die Familie Stotz überging. Weitere Besitzer waren von 1471 bis nach 1487 die Familie Löser, deren Vertreter Vogt zu Schweinitz war. Vor 1551 bis nach 1772 erhob zudem das Haus Jessen (Elster) Anspruch auf Abgaben, konnte jedoch nur Hebungen durchsetzen, die von Körbitz zu entrichten waren. Bis nach 1493 bestanden Ansprüche der Witwe Stotz als Leibgedinge. Vor 1509 bis 1817 unterstand die wüste Feldmark dem Amt Jüterbog, danach bis 1872 dem Amt Zinna. Wahrscheinlich beziehen sich bestimmte Hebungen in Körbitz von zwei kleinen Hufen (sechs Scheffel Roggen, sechs Scheffel Hafer) auf Beiersdorf. Sie waren bis 1491 im Besitz des Dieners Prötling und danach bis vor 1524 im Besitz der Familie Freudemann. Vermutlich gehörten auch die Abgaben von drei weiteren kleinen Hufen dazu. Beiersdorf erschien im Jahr 1221 mit einer Größe von 30 Hufen. In den Jahren 1225 und 1307 wurde es erneut als Dorf bezeichnet und war spätestens 1471 wüst gefallen.
16. Jahrhundert Im Jahr 1551 galt es weiterhin als wüst und gehörte dem Haus Jessen mit allen Rechten; die Bewohner von Körbitz nutzten es als Laasgut. An dieser Stelle verlief die Landesgrenze zwischen dem sächsischen Kurfürstentum und dem Stift Magdeburg. Im Jahr 1577 nutzten elf Einwohner von Körbitz, darunter der Richter, die wüste Feldmark. Im Jahr 1648 war sie in den Hufen von Körbitz enthalten. Im Jahr 1661 bewirtschaftete der Schulze von Körbitz eine Hufe. Ein Bauer bewirtschaftete fünf Hufen, zwei Bauern je vier Hufen, zwei je drei Hufen, vier je zwei Hufen und zwei je eine Hufe auf der wüsten Feldmark, insgesamt dreißig Hufen. In den Jahren 1699 und 1706 war die Feldmark weiterhin in den Hufen von Körbitz enthalten.
17. bis 19. Jahrhundert Im Jahr 1716 nutzten die Einwohner von Körbitz die wüste Feldmark „von undenklichen Zeiten“. Im Jahr 1747 wurden erneut dreißig Hufen genannt. Auch 1760 und 1817 war die Feldmark in den Hufen von Körbitz enthalten. 1858 wurde die wüste Feldmark zu Körbitz erneut in den Akten erwähnt. Danach ging sie vollständig in der Feldmark von Körbitz auf und wurde nicht wieder besiedelt.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 31–32.
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1221 Kategorie:Niederer Fläming (Gemeinde) Kategorie:Wüstung im Landkreis Teltow-Fläming