mini|alt=Yolanda Blanco – Schwarz-weiß-Porträt einer Frau mit Hut vor der Kulisse von new York|Yolanda Blanco Yolanda Blanco (* 1954 in Managua) gehört zu der Gruppe von Schriftstellerinnen, die in den 1970er Jahren die Lyrikszene in Nicaragua bestimmten.Priscilla Gac-Artigas: Nos tomamos la palabra. Academic Press ENE, 2005. google books ISBN 1-930879-41-5
Leben Yolanda Blanco begann in den frühen 1970er Jahren mit dem Schreiben von Gedichten. Zu ihren Mentoren zählten der Schriftsteller Juan Aburto (ein Kollege ihres Vaters und der erste, der ihre Gedichte mit geschultem Blick las und ihre selbstkritische Strenge förderte) sowie der Dichter Ernesto Gutiérrez, der der jungen Dichterin Lektüre empfahl und ihren Horizont durch seine Literatur- und Kunstgeschichtevorlesungen an der Universidad Autónoma de Nicaragua (UNAN) in León erweiterte und vertiefte. Ihr Onkel, Julio Max Blanco (1921–1980), war Komponist.
Die Veröffentlichung von Blancos Buch „Así cuando la lluvia“ („Wie wenn der Regen“, León, Juli 1974) war die erste einer Reihe von Publikationen, mit denen die damals noch junge Gruppe von Schriftstellerinnen die nicaraguanische Lyriklandschaft bereicherte. Bis in die 1970er-Jahre war die Dichtung in Nicaragua, mit bemerkenswerten Ausnahmen wie Carmen Sovalbarro (einer Avantgarde-Dichterin, die von Augusto César Sandino sang), María Teresa Sánchez (einer Literaturförderin, Herausgeberin und Anthologin) und Mariana Sansón (Autorin außergewöhnlicher und sehr persönlicher Lyrik, deren Haus in der Universitätsstadt León ein Treffpunkt für Dichter und Maler war und die Blanco ebenfalls zu ihren Mentorinnen zählt), eine Männerdomäne.
Blanco studierte Literatur und Kunst in Nicaragua, Frankreich und Venezuela. Bereits als Studentin organisierte sie 1974 und 1975 die ersten Lesungen von Dichterinnen im Paraninfo der UNAN in León, ein Ereignis, das einen Meilenstein in der Literaturszene des zentralamerikanischen Landes darstellte.
In den 1970er Jahren beteiligte sich Blanco an den Bemühungen um den Aufbau einer neuen Gesellschaft in Nicaragua. 1978 war sie jedoch gezwungen, nach Venezuela zu fliehen, nachdem das Haus ihrer Familie unrechtmäßig von sandinistischen Funktionären besetzt worden war. Obwohl sie in den 1980er Jahren bereits als junge Dichterin Anerkennung gefunden hatte, wurde Blanco vom sandinistischen Regime nicht gefördert, da sie der Partei nicht angehörte.
Zwischen 1978 und 1985 lebte Blanco in Caracas, wo sie an Calicanto, einem von Antonia Palacios geleiteten Literaturworkshop, und an Lesungen der Gruppen Tráfico und Guaire teilnahm, welche die neue Lyrik präsentierten und die venezolanische Literatur revolutionierten.Mario A. Cánepa: Con 3 poetas hispanoamericanas en Nueva York. Ollero & Ramos, Sevilla, Spanien 2003. ISBN 84-7895-180-6
2005 gewann sie mit ihrem Gedichtband De lo urbano y lo sagrado („Über das Urbane und das Heilige“) den nationalen Lyrikpreis 'Mariana Sansón', der jährlich vom nicaraguanischen Schriftstellerverband ANIDE vergeben wird.
Blanco lebt derzeit in New York City, wo sie als Übersetzerin und Praktizierende der taoistischen Künste arbeitet.
Werke Así cuando la lluvia. („Wie wenn der Regen“) León, Nicaragua: Editorial Hospicio 1974. Cerámica sol. („Sonnenkeramik“) León, Nicaragua: Editorial UNAN 1977. Penqueo en Nicaragua. Managua, Nicaragua: Editorial Unión 1981. Aposentos. („Unterkünfte“) Caracas, Venezuela: Pen Club de Venezuela 1985. De lo urbano y lo sagrado. („Über das Urbane und das Heilige“) Managua, Nicaragua: Ediciones ANIDE 2005.
Das poetische Werk von Yolanda Blanco bewegt sich entlang dreier Achsen: der Identifikation mit der Natur durch die Feier von Regen, Sommer, Insekten und Bäumen (in „Así cuando la lluvia“), Ritualen, die sich entwickelten, um die Dichterin in eine indigene Priesterin zu verwandeln (in „Cerámica Sol“); dem verteidigenden Diskurs für eine gerechte und egalitäre Gesellschaft (in „Penqueo en Nicaragua“), der vom Volksaufstand gegen die Diktatur von Anastasio Somoza Debayle im September 1978 zeugt; und der Rolle der Frauen als Mitschöpferinnen mit der Natur, (in „Aposentos“).
Diese drei Achsen verschmelzen in „De lo urbano y lo sagrado“, einem Gedichtband, in dem die Dichterin mit der heiligen und wesensgleichen Natur gemeinsam feiert und in dem sie sich in mehrere nicaraguanische Dichter verwandelt, die in der Quintessenz der Stadt, New York, lebten: Rubén Darío, Salomón de la Selva, José Coronel Urtecho und Ernesto Cardenal. Und es gelingt ihr, ein Porträt des 20. Jahrhunderts einzufangen.
Das Gedicht “Oración” („Gebet“ – aus dem Buch Aposentos, entstanden während ihres Aufenthalts in Frankreich im Jahr 1976) gilt als emblematisches Gedicht der Gender-Poesie, da es einen neuen Geist vorschlägt, der das Sexuelle, das Politische und auch das Religiöse umfasst:
En nombre del pubis y de los senos y de la santa mente crezca mujer Amén.Im Namen der Scham der Brüste und des heiligen Geistes, möge die Frau wachsen Amen. Literatur Jerome Seregni (hg.): Las palabras pueden: los escritores y la infancia. Bogotá, Colombia: Fondo de las Naciones Unidas para la infancia (UNICEF) 2007. Edwin Yllescas Salinas (hg.): La herida en el sol. Poesía contemporánea centroamericana. México D.F., México: Universidad Nacional Autónoma de México 2007. Julio Valle-Castillo (hg.): El siglo de la poesía en Nicaragua. Managua, Nicaragua: Colección Cultural de Centro América Serie Literaria, No. 15. 2005. Jorge Eduardo Arellano (hg.): Literatura centroamericana: Diccionario de autores centroamericanos. Managua, Nicaragua: Colección Cultural de Centro América Serie Literaria, No. 12. 2003. Daisy Zamora (hg.): La mujer nicaragüense en la poesía. Antología. Managua: Nueva Nicaragua 1992. Zoë Angleysey (hg.): Ixok amargo: poesía de mujeres centroamericanas por la paz. Central American Women’s Poetry for Peace. Bilingual Anthology. Penobscot, Me: Granite Press 1987. José Miguel Oviedo: Musas en guerra: poesía, arte y cultura en la nueva Nicaragua (1974-1986). Ciudad de México: Joaquín Mortiz 1987. Ramiro Lagos (hg.): Voces femeninas del mundo hispano. Madrid, España: Centro de Estudios Poéticos Hispanos 1996. Steven F. White: La poesía de Yolanda Blanco: Cantos de inocencia y de experiencia. Alpha, 9. Osorno, Chile 1993.
Einzelnachweise
Weblinks
Yolanda Blanco en Youtube Espacio sobre Blanco en Asociación nicaragüense de escritoras (ANIDE) |2=http://www.escritorasnicaragua.org/biografia?idescritora=yolandablanco |bot=InternetArchiveBot Yolanda Blanco dice sus poemas en “Palabra virtual” Espacio sobre Blanco en Dariana Archivlink
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