mini|Wappen derer von Sprone, 1384 Sprone (auch Spron, Zbrone, Zprone, Isbron, Izprone o. ä.) ist der Name eines erloschenen, seit dem 12. Jahrhundert erwähnten Geschlechts des niederen Adels aus dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt, das dort mannigfachen Grundbesitz hatte, und Ritter, Äbte des Klosters Nienburg sowie Lehnsträger im Erzstift Magdeburg hervorbrachte.
Geschichte Das Geschlecht wird mit zwei Mönchen des Klosters Nienburg erstmals um 1182 erwähnt und erscheint fortan in zahlreichen Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts in Anhalt. Es ist benannt nach seinem vermutlichen Stammsitz im gleichnamigen untergegangenen Ort im morastigen Waldland des heutigen Naturschutzgebiets SprohneZahn (1893) S. 181, der 1315 bereits einem Bernhard von Nienburg gehört hat. Ein Dietrich von Sprone erscheint 1286. Franko I., um 1345 Pfarrer in Waldau, war 1351 Stiftsherr von Gernrode. Konrad IV. war Abt des Klosters Nienburg um 1361, ein Ritter Bernhard erscheint um 1389. Cuntze von Sprone verkauft 1384 zusammen mit seinen Vettern Franko und Gebhard das Vorwerk beim Dorf Sprone an das Kloster Nienburg. Im 15. Jahrhundert ist das Geschlecht erloschen.
Besitz (Auswahl) Bei Nienburg der Ort Sprone, Besitzungen in Biendorf, Borgesdorf, Eseritz, Roschwitz und die Wüstung Balberg; Börneke, Niendorf und Mennewitz bei Aken; Bicklingen (1348 an Kloster Gernrode), Höfe in Staßfurt, Löderburg, Könnern, Langenweddingen u. a.
Wappen Im Schild drei horizontal übereinanderliegende Auerochsenhörner (Franko I., 1345, sowie Gebhard II., 1346) mit diversen Abwandlungen (Thilo II., 1365 Schachbrettmuster, oder Franko III. und Gebhard III., 1384 Dreieck). Der Helm wies stets zwei Hörner (mit Querbalken belegt) als Helmschmuck auf.
Namensträger (Auswahl, nach W. Zahn 1893) Die nachfolgende Gliederung dient nur der ungefähren zeitlichen Einordnung, die genaue Filiation ist weitgehend unbekannt Gebhard und Conrad, Mönche des Klosters Nienburg, um 1182 Conrad II., war Zeuge, als Graf Heinrich I. von Ascharien 1265 das Kloster Nienburg mit etlichen Gütern bewidmete. Dietrich und Johannes, Brüder, um 1300 bis 1324 Gebhard II., erwähnt 1292 bis 1345 Conrad III., um 1292 als 21. Abt des Klosters Nienburg erwähnt, starb 1302 Franko I., um 1345 Pfarrer in Waldau bei Bernburg um 1345, Stiftsherr von Gernrode um 1351 (überliefertes Siegel) dessen Brüder, Gebhard und Konrad IV., letzterer Abt des Klosters Nienburg um 1361 Cuntze IV., verkauft 1384 zusammen mit den Vettern Franko III. und Gebhard III. das Vorwerk in Sprone an das Kloster Nienburg Bernhard II., Ritter, erwähnt um 1361, 1372, 1389 dessen Sohn Franko III., erwähnt. 1370 (Lehnbuch Dom Magdeburg), 1384 und 1387 dessen Sohn Gebhard III., Ritter, 1393 Vogtei von Aken, 1400 Zeuge, als die Fürsten von Anhalt den Bürgern von Quedlinburg Einkünfte aus Hoym und Ballenstedt verkauften. Gebhard IV., belehnt vom Magdeburger Domprobst Arnd von Treskow um 1443 bis 1463
Literatur und Weblinks Johann Christoph Becmann: Historie des Fürstenthums Anhalt, Band 6–7 (Druck Gottf. Zimmermann, 1710), S. 313. (Digitalisat bei Google-Bücher) George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter): 6. Abt.: Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Sachsen (exl. die Altmark), Nürnberg 1884, S. 159 (uni-goettingen.de) u. Tfl. 103 (uni-goettingen.de). W. Zahn: Geschichte der Familie von Sprone; in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde. 6. Band (Dessau 1893), S. 168 ff, 181; Digitalisat am MDZ (abgerufen am 23. Februar 2026)
Einzelnachweise
Kategorie:Adelsgeschlecht (Sachsen-Anhalt) Kategorie:Adelsgeschlecht (Mittelalter) Kategorie:Ersterwähnung 1182