mini|Dorfkirche Neudorf (Sehmatal) mini|hochkant|Kanzel mini|Blick zur Orgel Die evangelische Dorfkirche Neudorf (Sehmatal) ist eine Saalkirche im Ortsteil Neudorf von Sehmatal im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Neudorf im Kirchenbezirk Annaberg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur Die Kirche Neudorf ist eine kleine Saalkirche aus dem Jahr 1599, die 1796 und 1903 erneuert wurde (bei letzterer Erneuerung wurden die Sakristei abgerissen und Betstübchen entfernt; eine Restaurierung erfolgte im Jahr 1964). Das Bauwerk ist ein Putzbau mit Dreiachtelschluss, der von einem schweren Dachreiter mit Haube und Laterne bekrönt wird; lange Korbbogenfenster erhellen das Innere. An der Ostwand befindet sich ein kleines Sandsteinrelief mit einer Kreuzigungsgruppe vom Ende des 15. Jahrhunderts.
Das Innere ist geprägt von der barocken Ausstattung von Johann Wagner aus Neudorf, die auf das Jahr 1680 datiert ist. Eine beachtenswerte, mit Rankenwerk bemalte Kassettendecke schließt den Raum ab. Einfache, zweigeschossige Emporen sind an den Längsseiten eingebaut, an der Westseite eine eingeschossige Orgelempore, deren Brüstung eine Darstellung musizierender Engel zeigt.
Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist ein barocker Altaraufbau mit filigraner Schnitzerei; das Altarbild zeigt eine Darstellung der Emmausjünger, geschaffen von Alfred Diethe aus Dresden im Jahr 1901. Im Auszug befindet sich eine kleine spätgotische Kreuzigungsgruppe eines Altars von Peter Breuer von 1515; dieser Altar befindet sich heute im Kunstgewerbemuseum in Schloss Pillnitz in Dresden. Das kleine Altarkruzifix stammt aus dem Jahr 1688.
Die figurenreiche Kanzel aus Holz ist mit bäuerlichen Schnitzarbeiten verziert, am Korb sind zwischen gedrehten Säulchen Christus und die Evangelisten dargestellt, auf dem Schalldeckel Engel mit den Leidenswerkzeugen und der Salvator mit der Jahreszahl 1700. Eine schlichte Marmortaufe datiert aus dem Jahr 1851. Ein farbig gefasstes barockes Lesepult stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die Orgel ist ein Werk von Georg Wünning aus dem Jahr 1997 hinter einem barocken Prospekt von 1699 mit 28 Registern auf zwei Manualen und Pedal.
Ein Grabmal aus Crottendorfer Marmor mit dekorativem Schriftbild erinnert an die Gemahlin des Floßmeisters Süß († 1670). Mehrere Farbglasfenster der Firma Urban aus Dresden sind auf das Jahr 1902 datiert.
Literatur
Weblinks
Website der Kirchengemeinde Neudorf
Einzelnachweise
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