mini|La Vie parisienne Nr. 1 La Vie parisienne war ein französisches Magazin, das von 1863 bis 1970 erschien.
Geschichte Der Ausdruck „Pariser Leben“ kam zur Zeit der Restauration in den allgemeinen Sprachgebrauch. Balzac veröffentlichte 1834 eine Sammlung von Romanen mit dem Titel Scènes de la vie parisienne (Szenen aus dem Pariser Leben), die einen Teil seiner Sittenromane unter dem Oberbegriff La Comédie humaine (Die menschliche Komödie) bildeten. Aber erst unter dem Zweiten Kaiserreich wurde Paris zu einer Referenz in Sachen Kultur, insbesondere in Bezug auf Mode und Abendveranstaltungen.
Der als Zeichner bereits hervorgetretene Émile Marcelin griff dies auf und veröffentlichte 1863 die erste Ausgabe der La Vie parisienne mit dem Untertitel „Mœurs élégantes, Choses du jour, Fantaisies, Voyages, Théâtres, Musique, Modes“ (Elegante Sitten, Dinge des Alltags, Fantasien, Reisen, Theater, Musik, Mode). Die Zeitschrift bediente das Interesse an Klatsch und Tratsch, enthielt Informationen über Abendveranstaltungen, Theater und Freizeit und auch Vergnügungen der Halbwelt.
La Vie parisienne bot auch Kurzgeschichten und Erzählungen für eilige Leser. Bereits im Juni 1866 hob Jules Barbey d’Aurevilly in seinen Bemerkungen zu Gustave Droz die Originalität des Inhalts hervor:
Die Autoren signierten mit Pseudonymen oder Initialen; ein Stil der den der Regenbogenpresse vorwegnahm. 1914 kam im Théâtre Antoine ein Stück heraus, das auf Artikeln des Magazins beruhte. Der Erfolg von Jacques Offenbachs Pariser Leben beflügelte dieses Genre.Die französische Sprachversion führt aus, dass Jacques Offenbachs Oper Pariser Leben Émile Marcelin gewidmet sei und verweist darauf, dass dies in der Klavierausgabe durch E. Heu erwähnt sei. Nachprüfbar ist das nicht. Offenbachs Librettisten Ludovic Halévy und Henri Meilhac arbeiteten anfangs für La Vie parisienne.
Die Zeitung hatte ihren Sitz zunächst an der Place de la Bourse, war also Teil der République du Croissant. 1905 wurde der Titel von Charles Saglio, einem Mitglied der Redaktion des Petit Journal, aufgekauft, der eine Lockerung der Zensur nutzte, um La Vie parisienne für erotische Illustrationen zu öffnen. Im April 1907 veröffentlichte Colette dort ihre erste Kurzgeschichte.
Im Ersten Weltkrieg veröffentlichte das Magazin Anfragen und Angebote für „Kriegspatinnen“ (Marraines de guerre), die dann auch auf dem Umschlag abgebildet waren.
In den 1920er Jahren begann das Kino eine wichtige Rolle zu spielen und in den 1930er Jahren tauchten die ersten Schwarz-Weiß-Fotografien von Frauen in Negligés auf. Gegen Ende der 1940er Jahre wurde der Titel vom Verlag Georges Ventillard übernommen und es kamen Farbfotografien hinzu, auf denen immer freizügigere Pin-ups zu sehen waren.
Ohne direkten Bezug übernahm 1984 ein Magazin diesen Namen, das sich an ein „informiertes Publikum“ richtete. Seit 2005 gibt es sogar zwei Zeitungen dieses Namens.
Mitarbeiter Henri Avelot George Barbier Umberto Brunelleschi Louis Chalon Colette Maurice Donnay Ludwig Ehrenberger Georges d’Espagnat Fernand Fau Henry Fournier Norbert Goeneutte Xavier Gosé Gyp Paul Hadol Ludovic Halévy Chéri Hérouard Raphael Kirchner Henri Lavedan Georges Léonnec Henri Meilhac Albert Robida Félicien Rops Armand Rosenthal Paul-Jean Toulet Gerda Wegener
Literatur
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Zeitung (Frankreich, Erscheinen eingestellt) Kategorie:Ersterscheinen 1863 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1970