Der Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen e. V. (BDP) ist eine berufsständische Vertretung der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von Pathologen in niedergelassenen Pathologieinstituten, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), Krankenhäusern und Universitäten und setzt sich für eine qualitativ hochwertige Versorgung von Patienten durch pathologische Diagnostik ein. Sitz des Verbandes ist Berlin.
Nach eigenen Angaben gehören dem BDP rund 1600 Mitglieder an. Verbandspräsident ist seit November 2024 Ludwig Wilkens.
Seit Februar 2022 ist der BDP als Berufsverband im Lobbyregister für die Interessenvertretung gegenüber dem Deutschen Bundestag und der Bundesregierung eingetragen.
Geschichte Der BDP gehört zu den ältesten Berufsverbänden Deutschlands. Am 15. April 1921 wurde in Jena die „Wirtschaftliche Vereinigung selbständiger pathologisch-anatomischer Prosektoren“ gegründet. Zwischen 1934 und 1949 ruhte die Arbeit der Vereinigung. 1949 erfolgte die Rekonstitution als „Wirtschaftliche Vereinigung Deutscher Pathologen e. V.“ mit Sitz in Göttingen. 1971 wurde die Vereinigung in „Berufsverband Deutscher Pathologen e. V.“ unbenannt und 1996 wurde der Sitz von Göttingen nach Mönchengladbach verlegt. 2009 erfolgte eine weitere Umbenennung in „Bundesverband Deutscher Pathologen e. V.“ und eine Sitzverlagerung von Mönchengladbach nach Berlin. Im Oktober 2024 hat sich der Verband seine heutige Bezeichnung „Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen e. V.“ gegeben. Damit trägt er der zunehmenden Zahl weiblicher Fachärzte für Pathologie Rechnung und betont zugleich den berufspolitischen Charakter des Verbandes.
Aufgaben und Ziele Zentrales Ziel des BDP ist es nach eigenen Angaben, die Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit in der Pathologie so zu gestalten, dass eine hochwertige diagnostische Versorgung der Patienten gewährleistet ist. Dazu vertritt der Verband die Belange seiner Mitglieder gegenüber Politik, Selbstverwaltung und anderen Akteuren im Gesundheitswesen.
Der BDP engagiert sich in berufspolitischen Fragen begleitet die ärztliche Weiterbildung im Fach Pathologie fördert Fort- und Weiterbildungsangebote für Fachärzte sowie für nichtärztliche Berufsgruppen in der Pathologie unterstützt seine Mitglieder bei fachlichen Fragen zum Beruf, zur Qualitätssicherung, zu rechtlichen Themen und zum Honorar beschäftigt sich mit Zukunftsthemen für die Pathologie wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, molekulare Diagnostik oder neue Versorgungsformen
Organisation
Vorstand Der BDP ist als eingetragener Verein organisiert. Zentrale Organe sind die Mitgliederversammlung und der von ihr gewählte Vorstand. Der Vorstand ist paritätisch besetzt und bildet neben der Mitgliederversammlung das wichtigste Leitungsorgan des Verbandes. Es wird darauf geachtet, dass im Vorstand alle Organisationsformen der Pathologie (Niederlassung, Krankenhaus, Universität) vertreten sind. Vertretungsberechtigt sind die Präsidentin bzw. der Präsident und die erste Stellvertretung.
Dem Vorstand gehören sieben von der Mitgliederversammlung gewählte Mitglieder an. Darüber hinaus sind vom Vorstand weitere Mitglieder für spezifische Themen wie Neuropathologie, Zytologie oder Junge Pathologie und die Vorsitzenden der Kommissionen in den Vorstand kooptiert.
Geschäftsstelle Die Geschäftsstelle des BDP befindet sich am Robert-Koch-Platz 9 in Berlin-Mitte. Sie fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle Mitglieder und ist erste Ansprechpartnerin für berufsrelevante Fragen. Von hier aus werden die Gremienarbeit, die Kommunikation mit Mitgliedern, Medien und Politik sowie Serviceangebote wie Mitgliederservice, Rechts- und Qualitätsberatung koordiniert.
Landesvorsitzende Die Interessenvertretung wird durch Landesvorsitzende ergänzt, die von den Mitgliedern im jeweiligen Bundesland gewählt und vom Vorstand bestellt werden. Die Landesvorsitzenden repräsentieren den Verband auf Landesebene gegenüber den regionalen Institutionen, wie den Kassenärztlichen Vereinigungen oder den Landesärztekammern. Sie beraten Vorstand und Landes-Mitglieder im Hinblick auf regionale Umsetzungen und Rahmenbedingungen.
Mitglieder Dem BDP können angestellte und niedergelassene Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie, in Weiterbildung befindliche Ärzte sowie weitere im Fach Pathologie tätige Personen beitreten. Nach Verbandsangaben engagieren sich von den rund 1600 Mitgliedern etwa 80 Personen ehrenamtlich in Gremien des Verbandes, unterstützt von acht hauptamtlichen Mitarbeitern der Geschäftsstelle.
Aktivitäten
Berufspolitik und Interessenvertretung Der BDP nimmt Stellung zu Gesetzesvorhaben, Verordnungen und gesundheitspolitischen Reformprojekten, die die Pathologie betreffen, etwa zur Krankenhausreform, zur Vergütung ambulanter und stationärer Leistungen oder zur Regulierung von In-vitro-Diagnostika (MDR/IVDR). Dazu veröffentlicht der Verband regelmäßig Stellungnahmen und beteiligt sich regional, national und auf EU-Ebene an Konsultationsverfahren und Verbändeanhörungen.
Fort- und Weiterbildung Der BDP fördert die Fort- und Weiterbildung im Fach Pathologie mit eigenen Kursen, Tagungen und in Kooperation mit der Akademie für Fortbildung in der Morphologie e. V., einer vom BDP mitgegründeten Einrichtung.
Eine zentrale Veranstaltung ist der jährlich stattfindende Bundeskongress Pathologie, auf dem fachliche, organisatorische und berufspolitische Themen diskutiert werden. Der Kongress richtet sich an Pathologinnen und Pathologen aus Klinik und Praxis sowie an den ärztlichen Nachwuchs.
Qualitätssicherung Im Bereich der Qualitätssicherung arbeitet der BDP eng mit der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) zusammen. Beide Organisationen haben die Qualitätssicherungs-Initiative Pathologie QuIP GmbH als gemeinsame Tochter gegründet, die Ringversuche und Programme zur externen Qualitätssicherung in der Pathologie anbietet. Darüber hinaus befasst sich ein gemeinsames Qualitätssicherungs-Komitee mit Fragen der Qualitätssicherung in der Pathologie. Ziel ist die Formulierung einheitlicher Qualitätsstandards und die Harmonisierung verschiedener Qualitätssicherungsvorgaben.
Kooperationen und Mitgliedschaften Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben arbeitet der BDP mit zahlreichen Organisationen zusammen. Enge Partner sind insbesondere: die Deutsche Gesellschaft für Pathologie e. V. (DGP) die Deutsche Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie e. V. (DGNN) die Akademie für Fortbildung in der Morphologie e. V. die Qualitätssicherungs-Initiative Pathologie QuIP GmbH Darüber hinaus arbeitet der Verband eng mit weiteren Akteuren und Partnern des Gesundheitswesens zusammen, darunter die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krebsgesellschaft, der Dachverband ärztlicher Diagnostikfächer, die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände und die Internationale Akademie für Pathologie (deutsche Sektion).
Publikationen Neben Stellungnahmen und Pressemitteilungen publiziert der BDP Informationsmaterialien, Broschüren und Sonderpublikationen zu fachlichen und berufspolitischen Themen der Pathologie. Dazu gehören beispielsweise Veröffentlichungen zur Rolle der Pathologie in der personalisierten Medizin oder zur Qualitätssicherung im Fach. Das Mitgliedermagazin „patho.“ dient als regelmäßiges Kommunikationsmedium für aktuelle Informationen aus Fach, Berufspolitik und Verbandsarbeit.
Weblinks Homepage des BDP
Einzelnachweise
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