Gestapo’s Last Orgy (Originaltitel: L’ultima orgia del III Reich) ist ein italienischer Spielfilm von Cesare Canevari aus dem Jahr 1977, der dem Genre Naziploitation zuzuordnen ist.

Handlung Einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg fährt der ehemalige Nazi‑Kommandant Konrad von Starker eine Landstraße entlang und hört im Radio die Berichterstattung über einen Kriegsverbrecherprozess. Er erreicht die Ruinen eines früheren Vernichtungslagers, wo er Lise Cohen begegnet. Sie war dort als Jüdin inhaftiert, und ihre Aussage hatte ihm einst das Leben gerettet. Die beiden sind inzwischen ein Liebespaar; während sie miteinander schlafen, setzt eine Rückblende ein, die den Hauptteil des Films bildet.

Diese Rückblende zeigt eine ununterbrochene Abfolge von Gräueltaten und sexuellen Perversionen – darunter zahlreiche Vergewaltigungen, auch in Gruppen, Sadismus, Folter, grausame Hinrichtungen, Kindstötung, Kannibalismus, Koprophagie, inzestuöse Darstellungen und andere Abscheulichkeiten. Kurz gesagt: Die SS‑Wachen leben ihre perversesten und brutalsten Fantasien an den Gefangenen aus und schrecken sogar davor nicht zurück, einen ihrer Kameraden zu töten, als dieser Skrupel äußert.

Mitten in diesem Wahnsinn beginnt Starker, sich für Lise zu interessieren. Er ist fasziniert davon, dass ihr Wille selbst unter den schlimmsten Misshandlungen nicht bricht. Der Zuschauer erfährt, dass sie aus Schuldgefühlen – sie hatte Jahre zuvor ihre Familie an die Nazis verraten – die Fähigkeit zu weinen und die Angst vor dem Tod verloren hat. Starker verliebt sich in sie, doch es ist eine pervertierte Form der Liebe: Er tritt ihr als sadistischer Despot gegenüber, der sie schlägt, während sie als seine unterwürfige, masochistische Sexsklavin lebt und sogar einen Gürtel aus den Skalps von Mitgefangenen als Zeichen ihrer Unterwerfung trägt.

Lise wird schwanger und bringt schließlich Starkers Kind zur Welt. Doch Starker tötet das Neugeborene, weil es nach seiner Ansicht als Halbjude keinen Platz in der Welt haben dürfe.

Zurück in der Gegenwart: Lise erschießt Starker, dessen Leiche in eine Grube fällt. In einem alternativen Filmende richtet sie die Waffe anschließend gegen sich selbst.

Kritiken Robert Firsching von AllMovie bezeichnet Gestapo’s Last Orgy als einen der handwerklich gelungensten und fesselndsten italienischen Naziploitationfilme, die nach dem Erfolg von Der Nachtportier (1974) entstanden.

Der Kritiker sid.vicious schreibt auf nightmare-horrormovies.de: „Gestapos Last Orgy bietet einige Situationen, bei denen sich das Essen vom Vortag im Magen bemerkbar macht. Kleine Anleihen in Richtung Die 120 Tage von Sodom sind nicht von der Hand zu weisen. Diverse Fotos, die Conrad von Starker vorführt, haben die Grenzen des ‚guten‘ Geschmacks weit überschritten. Doch wer die erste Hälfte des Films ‚überlebt‘ hat, der wird innerhalb der folgenden Spielzeit eine zweite (Liliana Cavanis Nachtportier lässt grüßen) Filmrichtung erkennen. Themen wie Hörigkeit, Unterwerfung, Liebe und Rache werden zu wichtigen Bestandteilen.“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1977 Kategorie:Italienischer Film Kategorie:Zweiter Weltkrieg im Film Kategorie:Naziploitation Kategorie:Kriegsfilm Kategorie:Gefängnisfilm