Rainer Herpel (* 1952 in Bad Ems; † Anfang August 2021 ebenda) war ein deutscher Zeichner und Maler, der unter dem Pseudonym Iwan Smith arbeitete. Überregionale Medien berichteten ab 2003 über ihn, nachdem bekannt geworden war, dass er über fast drei Jahrzehnte weitgehend zurückgezogen gelebt und in dieser Zeit nicht gesprochen haben soll. Herpel lebte in Bad Ems und fiel im Stadtbild u. a. durch das Tragen von Ohrschützern auf.

Leben Herpel war als Künstler Autodidakt. Nach Darstellung der Rhein-Lahn-Zeitung begann Herpel 1973 mit dem Malen; sein Vater soll ihm eine künstlerische Laufbahn bzw. eine Ausbildung an einer Akademie untersagt haben. In der Folge habe Herpel über etwa 29 Jahre nicht gesprochen und keinen Besuch empfangen. Er lebte demnach in einem kaum möblierten Zimmer über dem früheren Schuhgeschäft der Familie und unternahm täglich lange Spaziergänge im Wald oder im Stadtgebiet von Bad Ems.

In einer Reportage des belgischen Magazins Humo (online dokumentiert auf der Website des Autors Jan Hertoghs) schilderte Herpel, dass er Begegnungen mit Menschen über lange Zeit vermieden und häufig Ohrschutz getragen habe, um Geräusche auszublenden. Nach dem Tod des Vaters (2002) habe er wieder zu sprechen begonnen und in den folgenden Monaten mehrfach Journalistinnen und Journalisten empfangen.

Herpel starb nach Angaben der Rhein-Lahn-Zeitung Anfang August 2021.

Künstlerisches Arbeiten Herpel fertigte laut Rhein-Lahn-Zeitung Hunderte Werke an, die er in Kartons lagerte; einige Arbeiten zeigte er im Schaufenster des früheren Schuhgeschäfts. Die Werke waren demnach mit dem Pseudonym Iwan Smith signiert. In der Humo-Reportage werden als Motive und Referenzen u. a. Bezüge zu Songzeilen der Beatles sowie genannte Einflüsse (unter anderem Pablo Picasso, Salvador Dalí und Joseph Beuys) beschrieben.

Medienresonanz Durch einen Beitrag im Magazin der Süddeutschen Zeitung wurde Herpel überregional bekannt.Lars Reichardt: Nur die Ruhe, SZ-Magazin, 6. Juni 2003, S. 4f 2004 entstand zudem der 60-minütige Dokumentarfilm Der Stillschweiger (Regie: Kirsten Glauner), der von 3sat/WDR produziert und am 22. August 2004 in 3sat erstaufgeführt wurde. Der Südwestrundfunk strahlte im Dezember 2005 das einstündige Radioessay Stummes Bekenntnis der Autorin Eva Lauterbach aus, das Herpel porträtiert.Stummes Bekenntnis, Deutschlandradio, Hörspiel und Feature

Filmografie Der Stillschweiger (Dokumentarfilm, 2004)

Einzelnachweise

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