So haben wir dich nicht erzogen ist ein österreichischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2026 mit Gerti Drassl, Brigitte Hobmeier und Alina Schaller. Die Filmkomödie entstand unter der Regie von Michael Kreihsl nach einem Drehbuch von Uli Brée.
Handlung Balbina und Inka sind ein nicht verheiratetes Paar, das im 18. Wiener Gemeindebezirk lebt. Ihre Tochter Hedwig ist nach der Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm benannt und soll mithilfe künstlicher Befruchtung zur Welt gekommen sein. Edgar ist ein Freund der Familie, er hatte sich Anfang der 2000er-Jahre dafür als Inkas notariell beglaubigter Lebenspartner ausgegeben.
Balbina, die an einer feministischen Ausgabe der Bibel arbeitet, rät Hedwig, nie zu heiraten, weil Partnerschaften schon schwer genug seien. Edgar ist mittlerweile ein katholischer Pfarrer, der mit dem evangelischen Pfarrer Dirk liiert ist. Hedwig stellt ihren Müttern sowie Edgar ihren Freund Andreas Hofer aus Tirol vor. Inka ist darüber entsetzt, dass sie mit einem Mann zusammen ist, und möchte für Hedwig gleich einen Therapieplatz buchen. Zwischen Balbina und Inka kommt es daraufhin zu einem Streit, bei dem Inka Balbina exzessiven Alkohol- und Nikotinkonsum vorwirft. Balbina entgegnet, dass sie das für ihre schriftstellerische Tätigkeit brauche.
Mit Edgar hatte Hedwig übers Heiraten gesprochen, weil es ihr schwerfällt, mit ihren Müttern darüber zu sprechen. Edgar versucht, zwischen dem jungen Paar und Hedwigs Müttern zu vermitteln. Balbina hingegen fordert Edgar auf, Andreas davon abzubringen, Hedwig heiraten zu wollen. Dass Balbina sich ihrer Karriere widmen konnte, während Inka sich um Haus und Kind kümmerte, führt zu einem weiteren Streit zwischen den beiden.
Hedwig hatte auf Empfehlung von Balbina in Tirol im Hotel von Petra und Dietmar, den Eltern von Andreas, Skiurlaub gemacht, wo sich die beiden kennengelernt hatten. Weil die Eltern nach Wien zum Tirolerball unterwegs sind, lädt Hedwig die beiden in die Wohnung ihrer Mütter ein. Als alle versammelt sind, eröffnet Andreas den Anwesenden, dass Hedwig schwanger ist.
Als Inka Balbina auch noch erzählt, dass das junge Paar kirchlich heiraten möchte, fühlt sich Balbina von Hedwig provoziert. Inka gesteht schließlich, dass Edgar Hedwigs biologischer Vater ist, weil die künstliche Befruchtung nicht funktioniert hatte. Hedwig hatte es bereits vor einiger Zeit geahnt und daraufhin einen Gentest durchführen lassen. Lediglich Balbina wusste nicht darüber Bescheid. Auch das Notebook, auf dem sich Balbinas feministische Bibel befand, wurde durch übergossenen Wein beschädigt und ihre Arbeit ist verloren.
Dietmar erinnert sich, dass er und Balbina zu Silvester 2000 Sex hatten, als sie bei ihm in Tirol Urlaub gemacht hatte. Kurz hatte er befürchtet, dass Hedwig seine Tochter sein könnte. Zwischen Balbina und Inka kommt es zu einer Aussöhnung. Und auch ihrer Tochter wünschen sie, dass sie auf ihre Art glücklich wird.
Weil sich Hedwig nicht sicher ist, ob Andreas der Vater ihres Kindes ist, möchte sie sich zunächst von ihm trennen. Ihm ist es allerdings egal, ob er der Vater ist, nicht zuletzt, weil auch Dietmar nicht sein leiblicher Vater ist. Die beiden bleiben daher zusammen, die Heirat schieben sie aber vorerst auf. Die Familie feiert schließlich versöhnt gemeinsam im Beisl von Toni. Einige Monate später rätselt die versammelte Familie, wem Hedwigs Kind ähnlich sieht.
Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden vom 18. März bis zum 15. April 2025 in Wien und Umgebung statt. Arbeitstitel war Rat mal, wer heut kocht . Produziert wurde der Film von der österreichischen Cult Film, als Produzenten fungierten Burkhard Ernst und Katharina Ernst. Unterstützt wurde die Produktion von FISA+ und dem Filmfonds Wien. Beteiligt waren der Österreichische und der Bayerische Rundfunk.
Die Kamera führte Carsten Thiele, die Montage verantwortete Bettina Mazakarini und das Casting Angelika Kropej, die Musik schrieb Andreas Radovan. Das Szenenbild gestaltete Enid Löser, das Kostümbild Cinzia Cioffi, den Ton Sergey Martynyuk, Peter Rösner, Rudolf Pototschnig und Laurenz Öllinger und die Maske Evgenia Jenny Popova und Lili Ploskova.
Die Hauptdarstellerinnen Brigitte Hobmeier und Gerti Drassl standen zuvor für den Kinofilm Wald (2023) von Elisabeth Scharang gemeinsam vor der Kamera.
Veröffentlichung Der Film wurde am 11. März 2026 in der ARD Mediathek veröffentlicht. Die Erstausstrahlung im Ersten im Rahmen des FilmMittwochs im Ersten sowie auf ORF 2 war am 18. März 2026.
Rezeption Kritiken tvspielfilm.de bezeichnete die Produktion als humorvollen Charakter-Clash mit skurrilen Figuren. Diese leide zwar hier und da an Dialoglastigkeit, bringe ihr Anliegen allerdings so zumindest klar und deutlich zum Ausdruck. Ein echtes Highlight sei die überaus spielfreudige Besetzung.
Volker Bergmeister vergab auf tittelbach.tv 4,5 von 6 Sternen. Regisseur und Drehbuchautor hätten ein amüsantes und kurzweiliges Spiel voller witziger Wendungen, aufgedeckter Familiengeheimnisse und kollidierender Weltbilder in Szene gesetzt und ein fein-sinniges Comedy-Kammerspiel geschaffen, das auch von seinen starken Hauptdarstellern profitiere.
Ralf Kaminski nannte auf queer.de Rat mal, wer zum Essen kommt (1967) als ziemlich offensichtliches Vorbild unter anderen Vorzeichen, wobei die Glaubwürdigkeit gelegentlich etwas strapaziert würde.
Karin Schupp wünschte sich auf l-mag.de jemanden mit frischerem Blick und größerer Nähe zum Thema zur Umsetzung.
Oliver Armknecht bewertete die Produktion auf film-rezensionen.de mit vier von zehn Punkten. Die Komödie beginne plump und werde anschließend immer langweiliger, wenn der Kontrast zwischen den Figuren nichts ergibt. Denn dafür seien sie zu nichtssagend. Nennenswerte Erkenntnisse gebe es nicht.
Elisa Eberle nannte den Film auf prisma.de eine kluge, turbulente und auf eine fiese Art sehr unterhaltsame Komödie. Auch wenn die Geschichte von ein wenig zu vielen Zufällen ausgehe, um glaubhaft zu bleiben, so inspiriere der Film letztlich vielleicht doch den ein oder anderen, mal ein Stück weit über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und die eigenen Vorurteile zu überdenken.
Robert Fröwein kritisierte auf krone.at, dass die familiäre Culture-Clash-Komödie mit starker Besetzung sich allzu oft in ihren eigenen Klischees verirre.
Quote In Deutschland verfolgten den Film bei Erstausstrahlung im Ersten 3,31 Millionen Seher bei einem Marktanteil von 14,7 Prozent.
In Österreich sahen die Premiere auf ORF 2 bis zu 762.000 und durchschnittlich 687.000 Personen bei 27 Prozent Marktanteil.
Weblinks
So haben wir dich nicht erzogen auf cultfilm.at So haben wir dich nicht erzogen auf br.de
Einzelnachweise
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