Florence Annie Conybeare, geborene Strauss (* 13. September 1872 in Brixton, London; † 29. Februar 1916 in Kensington, London) war eine englisch-britische Frauenrechtlerin.
Leben Conybeare war die älteste Tochter von Gustave Strauss, einem Deutsch sprechenden böhmischen Glashändler und Patenthalter aus Gablonz in Nordböhmen, einer für die Glasproduktion bekannten Stadt, der ein eingebürgerter britischer Staatsbürger wurde. Ihre Mutter, Frances Lehmaier, wurde in New York City geboren.Geburtsurkunde vom 23. Oktober 1872 im General Register Office, Southport, England (Online)Apparatus for producing glass tube for use in making large beads, Patent No. 49,659, Class XXXII in: Pottery Gazette, 1. August 1890.
1896 heiratete sie den 43‑jährigen ehemaligen liberalen Abgeordneten für Camborne, Cornwall, und praktizierenden Barrister, Charles Augustus Vansittart Conybeare. Die Eheschließung fand in der Theistic Church von Charles Voysey statt, der wegen der Veröffentlichung häretischer Predigten und der Leugnung der Lehre von der ewigen Hölle seines Kirchenamtes enthoben worden war.Heiratsurkunde vom 15. Oktober 1896 im General Register Office, Southport, England ( Online) Die Conybeares lebten in Chelsea bevor sie 1891 nach Scorrier, Cornwall, umzogen, wo sie bis mindestens 1902 blieben. Das Ehepaar zog später nach Dartford, Kent. mini|Grab von Conybeare auf dem Friedhof von St Mary the Virgin in Fryerning, Essex 1908 veröffentlichte Conybeare den Essay Women's Suffrage: Some Objections Answered, in dem sie auf einen Artikel einer der weiblichen Kritikerinnen des Frauenwahlrechts, Edith Calkin, antwortete. Sie deklarierte das Frauenwahlrecht als „liberales Prinzip“ und argumentierte, dass alle Frauen, unabhängig von Eigentum, wählen dürfen sollten, wenn sie Steuern zahlten. Conybeare kritisierte zudem das nach wie vor unfaire Eherecht und das schwache Vermögensrecht für verheiratete Frauen (Married Women’s Property Act 1882), sowie ihren Ausschluss von den Kommunalwahlen. Frauen hätten in der Vergangenheit eine große Rolle im politischen Leben gespielt und sollten daher Wahlrecht erhalten. Zudem wandte sie sich gegen Calkins Behauptung, Frauen gehörten ins Haus, und prangerte ungerechte Löhne (Sweated Labour) an. Sie forderte wohlhabende Frauen auf, sich für Arbeiterinnen einzusetzen, und rief arbeitende Frauen auf sich zu organisieren, da das Wahlrecht ihren sozialen Status deutlich verbessern würde.
Auf dem Höhepunkt der militanten Aktionen der Suffragetten trat Conybeare ein weiteres Mal in Erscheinung. Sie organisierte und leitete am 24. Juli 1913 eine Veranstaltung der nicht-militanten National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS) in Dartford. In ihrer Einleitung distanzierte sich Conybeare von der Militanz und betonte den Willen der NUWSS Veränderungen durch Argumente und nicht durch Gewalt erreichen zu wollen. Die Hauptrednerin war die australische Suffragette Muriel Matters. In ihrer Rede verglich Matters die Situation mit Australien, wo Frauen bereits seit 1902 wählen durften, und sagte, dass Frauen in Großbritannien wie Kriminelle, Ausländer und Geisteskranke behandelt würden, obwohl sie Steuern zahlen müssten.In: Dartford Chronicle & District Times, 1. August 1913 (Online).
Conybeare war Präsidentin der Dartford-Ortsgruppe der Women’s Liberal Association und war maßgeblich verantwortlich für die Gründung und Leitung des „Babies Club“.
Im Ersten Weltkrieg sammelte Conybeare in Dartford Geld für einen Krankenwagen.Dartford and The Great War, Gethyn Rees, 1998, p. 18. Sie arbeitete im Voluntary Aid Detachment am Charing Cross Hospital in London.Obituary in the Dartford Chronicle, March 1916. Conybeare starb während des Krieges im Alter von 43 Jahren im Haus ihres Vaters in Kensington, London,Death certificate, 29 February 1916, General Register Office, Southport, England. und ist auf dem Friedhof von St Mary the Virgin in Fryerning, Essex, beigesetzt.
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