Gerda Rosenbrook-Wempe (geboren 19. November 1896 in Oldenburg; gestorben 24. November 1992 in Hamburg) war eine deutsche Widerstandskämpferin, Archivarin und Privatlehrerin.
Leben Gerda Wempe wurde am 19. November 1896 in Oldenburg geboren. Ihre Eltern waren Friederike Wempe, geborene Alws und Gerhard D. Wempe und sie hatte vier Geschwister. Als sie sieben Jahre alt war, starb ihre Mutter, ihr Vater heiratete erneut und zog mit der Familie nach Hamburg. Er eröffnete ein Goldwaren- und Uhrengeschäft und seine neue Frau sorgte dafür, dass die drei jüngsten Kinder nicht in der zum Laden gehörenden geräumigen Parterrewohnung, sondern im Keller lebten. Die Kinder litten unter diesen Bedingungen. Gerda Wempe hätte gern das Abitur abgelegt, doch ihr Vater verlangte, dass sie in der Firma arbeiten sollte.
Im Jahr 1928 heiratete sie den Mathematiklehrer Curt Rosenbrook. Dieser war aus dem Ersten Weltkrieg traumatisiert zurückgekehrt. Die Ehe blieb kinderlos und nach vier Jahren trennte sich das Paar. Sie ließen sich jedoch nicht scheiden. Die Firma Wempe wurde 1937 als nationalsozialistischer Musterbetrieb ausgezeichnet. Gerda Rosenbrook-Wempe war inzwischen verwitwet, ihr Mann war im August 1935 gestorben und sie lernte Walter Funder kennen, einen Freigeist und Publizisten. Funder hatte bereits vor der Machtergreifung Adolf Hitlers Schriften gegen Antisemitismus verfasst und veröffentlicht. Das Paar leistete Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Kritische Flugblätter wurden verfasst und nachts in Briefkästen in den unterschiedlichsten Hamburger Haushalten und Wohnvierteln verteilt. Sie empfing in ihrem Haus Gleichgesinnte, mit denen sie über das Unrechtsregime diskutierte und widersetzte sich ihrem älteren Bruder Herbert Wempe, der nach dem Tod ihres Vaters Inhaber der Firma Wempe geworden war. Dieser hatte von ihr gefordert, sich von Funder zu trennen. Sie sah ihren Bruder nur noch einmal wieder, als sie 1944 im Prozess gegen Walter Funder Zeugin der Verteidigung war und er Zeuge der Anklage. Funder wurde der „Vorbereitung des Hochverrats“ angeklagt. Er war am 1. August 1943 zusammen mit dem Künstler und Professor an der Hanseatischen Hochschule für Bildende Künste Hugo Meier-Thur verhaftet worden. Meier-Thur war 1943 in Gestapo-Haft umgekommen.REGIERUNG, VOLKSVERTRETUNG, ALLGEMEINE UND INNERE STAATSVERWALTUNG (PDF), abgerufen am 8. Februar 2016
mini|hochkant=0.6|Kissenstein im Garten der Frauen Aufgrund schlechter Beweislage wurde Funder zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und musste diese zeitweise in einem KZ absitzen. Gerda Rosenbrook-Wempe versuchte ihm die Haft zu erleichtern und als er 1945 freigelassen wurde, war er körperlich ein Wrack und seelisch zerbrochen. Die Verleumdungen gegen Walter Funder gingen auch nach dem Krieg weiter. Er sollte für unzurechnungsfähig erklärt werden, um ihn mundtot zu machen. Mit ihrer Hilfe konnte er sich dagegen wehren, jedoch wurden ihm Rehabilitierung und Wiedergutmachung versagt und er starb 1960. Gerda Rosenbrook-Wempe ordnete die Korrespondenzen und Prozessakten und übergab sie an die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Durch das Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile wurde auch Jahrzehnte nach seinem Tod das Urteil gegen Funder annulliert.
Im Alter von etwa 30 Jahren hatte Gerda Rosenbrook-Wempe versucht, die Abiturprüfung abzulegen und war mündlich in Mathematik durchgefallen. Als Rentnerin begann sie zu unterrichten. Sie gab Stunden in Latein, Englisch, Französisch und Geschichte. Zudem brachte sie allen politisches Wissen nahe.
Gerda Rosenbrook-Wempe starb am 24. November 1992 in Hamburg. Ihr historischer Grabstein befindet sich im Garten der Frauen auf dem Friedhof Ohlsdorf.
Einzelnachweise
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