Joseph Adam Freiherr von Gruttschreiber (geb. 5. April 1769 in Breslau, Fürstentum Breslau; gest. 19. September 1845 in Leobschütz, Kreis Leobschütz) war ein preußischer Kriegs-, Domänen- und Forstrat sowie Landesdirektor und Landrat.

Herkunft Joseph Adam von Gruttschreiber war Angehöriger des schlesischen Adelsgeschlechts Gruttschreiber. Er war ein Sohn des Adam Johannes von Gruttschreiber (1739–1804), S. 245 Erbherr auf Glaesen, Hultschin, Krolkwitz und Langendorf, und dessen Ehefrau Sophia († vor 1787), geb. Mahler.

Leben Joseph Adam besuchte von 1788 bis 1790 auf der Liegnitzer Ritterakademie in Liegnitz. Im April 1791 immatrikulierte er sich an der Universität Frankfurt (Oder). Nach Ende seines Studiums wurde er Referendar bei der Kriegs- und Domänenkammer zu Breslau. Später im Jahr 1795 nahm er eine Stelle als Kammerassessor in Posen an. 1797 wurde er Nachfolger des verstorbenen Kriegs-, Domänen- und Forstrats Johann Gottfried Foth (1761–1796) bei der Kammer zu Posen. Nachdem er zuvor um seinen Abschied ersucht hatte, wurde er am 23. November 1800 dimmisioniert. Im Jahr 1803 erhielt er von seinem Vater die Herrschaft Hultschin. Am 17. September 1812 erwarb er die freie Allodialherrschaft Wiegschütz, bestehend aus den Vorwerken Wiegschütz, Neuhof, Buttermilch und Dembowa, nebst Zubehör und Mechnitz. S. 304 Am 1. April 1813 wurde er zunächst kommissarisch, später zum endgültigen Nachfolger von Theodor Carl Elstermann von Elster als Landrat des Kreises Neustadt in Oberschlesien ernannt. Im Dezember 1819 wurde er zum Direktor der oberschlesischen Fürstentumslandschaft befördert, den Landratsposten übernahm Ernst (Hermann) von Dungern. Am 29. Juni 1824 wurde er der Veruntreuung landschaftlicher Deposital-Gelder (Pfandbriefe) dringend tatverdächtigt und zur Fahndung ausgeschrieben. S. 263 S. 225 Als Folge der Veruntreuung wurde er 1826 gerichtlich zum Verlust des Adelstitels verurteilt. Von Gruttschreiber ist im Jahr 1845 als Erbherr auf Glaesen, Schomberg und Dembowa gestorben.

Persönliches Joseph Adam von Gruttschreiber war seit September 1798 in Posen mit Johanne Wilhelmine Louise Friederike (1777–1850), einer Tochter des Majors Strantz aus Pyritz, verheiratet. Aus der Ehe gingen 14 Kinder hervor. S. 484f. S. 557f.

Literatur

S. 243 S. 355 S. 485

Weblinks

Einzelnachweise

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