mini|Military roads in Schottland mini|Military Road bei Blair Atholl mini|Gut erhaltene Military Road Corrieyairack Pass

Der Begriff Military Roads (Militärstraßen) bezeichnet in Schottland die Militärstraßen, die dort in den Highlands in der Mitte des 18. Jahrhunderts als Reaktion auf die Jakobitenaufstände zunächst von General George WadeGeneral Wade’s Roads auf blog.historicenvironment.scot und dann von seinem heute weitgehend vergessenen Nachfolger Major William CaulfeildMajor William Caulfeild, 1698–1767 auf scottish-places.info angelegt wurden. Sie werden auch General Wade’s Military Roads genannt.

Sie wurden angelegt, um Truppenbewegungen zwischen den Central Lowlands und strategisch gewählten Stützpunkten in den Highlands zu erleichtern und damit die örtliche Bevölkerung leichter kontrollieren zu können. Es gab zu dieser Zeit in Schottland keine befestigten Straßen; die wenigen als Straße bezeichneten Verbindungen waren unbefestigte und kaum unterhaltene Wege, ansonsten nutzte man in der dünn besiedelten Gegend Pfade.The Military Roads of Scotland auf oldroadsofscotland.com

General Wade’s Military Roads König Georg I. wurde durch ein Memorandum von Simon Fraser, Lord Lovat veranlasst, General Wade 1724 als Inspekteur nach Schottland zu entsenden.William Taylor: The Military Roads of Scotland. () Wade berichtete in seinem Inspektionsreport von den Jakobiten, die als Anhänger von James (the Pretender) eine Gefahr für Georg I. darstellen könnten, und schlug vor, in den Highlands Straßen, Brücken und Stützpunkte zu bauen, um eine mögliche Erhebung kontrollieren zu können. Wade wurde darauf zum Oberbefehlshaber der königlichen Streitkräfte in Nordgroßbritannien ernannt und beauftragt, seine Vorschläge auch auszuführen.

Die ersten Straßen, die (nun während der Herrschaft von König Georg II.) gebaut wurden, waren die von Inverness nach Fort William (auf der Südseite des Loch Ness); von Dunkeld über den Pass of Drumochter nach Inverness; von Crieff über Aberfeldy mit der General Wade’s Bridge und die Tummel Bridge zur Straße nach Inverness und von Dalwhinnie über den Corrieyairack Pass nach Fort Augustus.

Die Straßen waren allgemein knapp 5 m (16 ft) breit; falls notwendig verengten sie sich auf 3 m (10 ft). Am Bau waren Gruppen von 100, manchmal bis zu 300 Mann beschäftigt, für die alle 16 Kilometer ein Baucamp eingerichtet wurde.

Diese insgesamt rund 400 km langen Straßen und 30 Brücken wurden in den Jahren von 1728 bis 1731 gebaut, wobei der Bau von General Wade's Bridge als größtes Bauwerk bis 1734 dauerte.

Major Caulfeild’s Roads 1732 wurde Major William Caulfeild zur Unterstützung von General Wade zum Straßeninspekteur ernannt. Als General Wade befördert wurde, wurde Caulfeild 1740 zum Leiter der Bauarbeiten ernannt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1767 bekleidete.

In diesen 27 Jahren (unterbrochen durch den Jakobitenaufstand von 1745) dehnte er das von General Wade geschaffene Netz im Westen und Osten bis an die Küsten und im Süden bis nach Dumbarton und Stirling aus, wobei er wesentlich mehr Straßen bauen ließ als Wade. Insgesamt erweiterte er das Netz um rund 1300 km auf insgesamt etwa 1800 km.

Zur gleichen Zeit befahl König Georg II. auch eine Kartierung der Highlands, die unter dem Duke of Cumberland in den Jahren 1747 bis 1752 von William Roy und verschiedenen Soldaten durchgeführt und anschließend bis 1755 auf die Lowlands ausgedehnt wurde. Diese Landkarten wurden als The Duke of Cumberland’s Map und allgemein als Roy’s Map of Scotland bekannt.

Nachfolgende Geschichte Nach der endgültigen Niederschlagung des Jakobitenaufstand von 1745 durch den Duke of Cumberland nahm die Gefahr einer weiteren Erhebung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ab. Zur Ergänzung des Netzes wurden noch ein paar Militärstraßen gebaut, aber sie verloren an Bedeutung, wurden ungenügend unterhalten und verfielen langsam. Thomas Telford bezeichnete sie 1802 in seinem Bericht an die Regierung in London als ungeeignet für den zivilen Verkehr. Für diesen schlug er ein System von Straßen und Brücken vor, das in den darauffolgenden Jahrzehnten von den Commissioners for Roads and Bridges in the Highlands of Scotland auch ausgeführt wurde.Thomas Telford: Survey and Report of the Coasts and Central Highlands of Scotland. In: John Rickman (Hrsg.): Life of Thomas Telford, Civil Engineer, written by himself, containing a Descriptive Narrative of his Professional Labour: with a Folio Atlas of Copper Plates. Payne and Foss, London 1838, S. 290 (Digitalisat auf archive.org)

Teile der Military Roads gingen in Telfords Straßenbauten auf, andere sind in unterschiedlichem Zustand bis heute erhalten, ebenso die Ruinen mancher Forts wie den Ruthven Barracks. Zumindest eines der entlang der Straßen entstandenen Unterkünfte und Gasthäuser ist heute das Kings House Hotel. Manche noch vorhandene Abschnitte stehen unter Denkmalschutz, andere wurden Teil von Fernwanderwegen wie dem West Highland Way nördlich von Loch Lomond und am Devil’s Staircase oder von Radrouten des National Cycle Network.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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