mini|Zeichnung von José Núñez de Cáceres José Núñez de Cáceres y Albor (* 14. März 1772 in Santo Domingo, Neuspanien; † 11. September 1846 in Ciudad Victoria, Mexiko) war ein dominikanischer Revolutionär, Anwalt und Schriftsteller. Bekannt als Anführer der ersten dominikanischen Unabhängigkeitsbewegung gegen Spanien im Jahr 1821. Er war Präsident der kurzlebigen Republik Spanisch-Haiti, die vom 1. Dezember 1821 bis zum 9. Februar 1822 bestand und nach kurzer Zeit mit der militärischen Besetzung Santo Domingos durch Haiti beendet wurde.

Leben Núñez de Cáceres war der Sohn von Francisco Núñez und María Albor. Seine Mutter starb wenige Tage nach seiner Geburt und er wuchs bei seiner Tante in ärmlichen Verhältnissen auf. Er wurde von seinem Onkel getauft, der Dekan der Kathedrale von Santo Domingo war. Cáceres wuchs zwar in Armut auf, war jedoch ein sehr wissbegieriger und begabter Schüler. Um etwas Geld zu verdienen und seine Tante zu unterstützen, verkaufte er Tauben auf der Straße, die ein Bekannter von ihm gewinnbringend jagte. Sein Vater, ein Bauer, nahm seinen Sohn mit aufs Land, doch es gelang ihm nicht, ihn vom Lesen von Büchern abzuhalten oder ihm die Liebe zur Landwirtschaft zu vermitteln. Daraufhin erlaubte er seinem Sohn die Rückkehr in die Stadt, warnte ihn aber, dass er nicht länger auf die Unterstützung seines Vaters zählen könne.

In Santo Domingo gelang Núñez de Cáceres der soziale Aufstieg und im Alter von 23 Jahren erwarb er einen juristischen Abschluss von der Universidad Santo Tomás de Aquino, wo er als Professor zu lehren begann. Mit dem Frieden von Basel 1795 fiel das spanische Santo Domingo an Frankreich und der Sitz der Real Audiencia von Santo Domingo wurde 1799 nach Kuba verlegt. Zahlreiche Spanier folgten ins Exil nach Kuba, darunter auch Núñez de Cáceres. Von König Karl IV. wurde er im August 1800 zum Berichterstatter der Audiencia von Santo Domingo ernannt, wobei er gleichzeitig als Anwalt in Camagüey tätig war.

Nachdem Spanien Santo Domingo mit britischer Unterstützung zurückerhalten hatte, konnte Núñez de Cáceres 1810 wieder in seine Heimat zurückkehren und wurde am 29. Juni 1810 zum Vizegouverneur, Generalberater der Intendanzregierung und Kriegsrechnungsprüfer des Generalkapitanats Santo Domingo ernannt. 1815 wurde er außerdem zum Rektor der wiedereröffneten Universidad Santo Tomás de Aquino ernannt. Núñez de Cáceres galt als kompetenter Beamter, geriet jedoch mit der Zeit immer stärker in Konflikt mit der spanischen Kolonialadministration. Die Periode nach 1810 war von einer Vernachlässigung der Insel durch die Spanier geprägt, die für wachsende Unzufriedenheit unter den spanischstämmigen Criollos führte.

Núñez de Cáceres war ein Pionier in der Nutzung von Literatur als Waffe für sozialen Protest und antikoloniale Politik. Er gründete mehrere Zeitungen, welche die Herrschaft der Spanier kritisierten und sich für die Gründung einer liberalen und unabhängigen Republik aussprachen. In der Nacht des 30. November 1821 führte er einen Putsch an, der zur Absetzung des spanischen Gouverneurs führte. Eine Junta wurde als provisorische Regierung unter dem Vorsitz von Núñez de Cáceres eingesetzt und die unabhängige Republik Spanisch-Haiti ausgerufen, die Großkolumbien beitreten sollte. Es wurde eine Verfassung verabschiedet, die jedoch nicht die Abschaffung der Sklaverei enthielt, da Núñez de Cáceres offenbar negative Folgen für die Wirtschaft befürchtete.

Die Verfassung und der neue Staat fanden jedoch nur wenig Anklang unter der Bevölkerung, da besonders ärmere und farbige Schichten die Abschaffung der Sklaverei und die Vereinigung mit dem benachbarten Haiti bevorzugten. So marschierte der haitianische Präsident Jean-Pierre Boyer, der Unterstützer und Spione im Osten von Hispaniola hatte, mit einer Armee ein und zog am 9. Februar 1822 triumphal in Santo Domingo ein. Núñez de Cáceres, der nun abgesetzt war, übergab „von Reue geplagt“ den Schlüssel zur Stadt an Boyer, kritisierte jedoch in einer Rede den Einfall der Haitianer offen. Boyer erklärte darauf Núñez de Cáceres zur unerwünschten Person und dieser siedelte nach Venezuela (damals Teil von Großkolumbien) über.

In Venezuela widmete er sich dem Recht und dem Journalismus, wobei er die El Cometa und weitere Blätter herausgab, die Simon Bolívar, den Diktator von Großkolumbien, scharf kritisierten. Er freundete sich mit José Antonio Páez an und wurde dessen Privatsekretär und Berater. Als Verbündeter von Páez trug er zur Abspaltung Venezuelas von Großkolumbien bei, wofür er 1826 oder 1827 in Maracaibo inhaftiert wurde. Bolívar bot ihm die Leitung des Obersten Gerichtshofs in Cumaná an, doch Núñez de Cáceres beantragte stattdessen die Ausreise und siedelte am 18. April 1827 nach Mexiko über.

Zunächst ließ er sich in Puebla nieder, verlegte seinen Wohnsitz dann aber nach Ciudad Victoria in Tamaulipas. In den ersten Jahren war er als Anwalt tätig. 1830 erhielt er das Amt des Staatsanwalts am Obersten Gerichtshof und wurde 1833 Senator von Tamaulipas und Mitglied des mexikanischen Konföderationskongresses. In Mexiko lehnte er sich gegen die autoritäre Herrschaft von Antonio López de Santa Anna auf. 1834 wurde er zum Schatzmeister der mexikanischen Staatskasse ernannt, ein Amt, das er parallel zu seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt ausübte. Um 1844 erkrankte er schwer und starb am 11. September 1846 in Ciudad Victoria.

Ende des 18. Jahrhunderts heiratete Núñez de Cáceres Juana de Mata Madrigal Cordero. Zwischen 1800 und 1816 hatten sie sechs Kinder, von denen drei in Camagüey auf Kuba geboren wurden.

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