Die Reise ans Ende der Welt (schwedischer Originaltitel Resan till världens ände) ist ein Jugendroman des schwedischen Autors Henning Mankell, der im Jahr 1998 beim Verlag Rabén & Sjögren veröffentlicht wurde. Die deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Angelika Kutsch erschien 1999 beim Oetinger Verlag.

Das Buch ist nach Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war, Die Schatten wachsen in der Dämmerung und Der Junge, der im Schnee schlief der vierte und letzte Band einer Tetralogie über den Jungen Joel Gustafsson.

Inhalt Joel Gustafsson ist mittlerweile 15 Jahre alt und hat soeben die Schule abgeschlossen. Eigentlich sollte jetzt der Zeitpunkt gekommen sein, an dem er und sein Vater Samuel das nordschwedische Kaff verlassen, in dem sie bisher gelebt haben, um gemeinsam auf einem Schiff anzuheuern. Doch sein Vater, der sein früheres Seemannsleben gegen eine Arbeit als Holzfäller getauscht hat, hat es damit offenbar nicht eilig.

Als ein Brief eintrifft, in dem Elinor – eine Freundin von Joels Mutter Jenny, die ihn und Samuel vor vielen Jahren verlassen hat – schreibt, dass Jenny in Stockholm lebt und arbeitet, beschließen Joel und Samuel, sie dort aufzusuchen. Mit dem Zug geht es in die Hauptstadt, in der Joel am Bahnhof gleich einmal sein Rucksack gestohlen wird. Und die Suche nach seiner Mutter gestaltet sich schwieriger als erwartet, denn das Lebensmittelgeschäft, in dem sie angeblich arbeitet, existiert nicht.

Gleichzeitig klagt Samuel über plötzliche, starke Magenschmerzen, so dass er in ein Krankenhaus muss. Joel macht sich daraufhin allein auf die Suche nach Jenny. Wie sich herausstellt, hat das Lebensmittelgeschäft, in dem seine Mutter bisher tätig war, zugesperrt und sie arbeitet mittlerweile in einem Pflegeheim. Als Joel endlich seine Mutter trifft, erfährt er, dass er zwei Halbschwestern hat. Von dem Vater der beiden Mädchen ist Jenny geschieden. Außerdem erklärt ihm seine Mutter, warum sie Samuel und ihn damals verlasen hat, als er noch ein kleiner Junge war: Sie habe es im kalten und dunklen Nordschweden nicht länger ausgehalten und das Zusammenleben mit Samuel sei nicht einfach gewesen.

Joel nützt die Zeit, in der sein Vater im Krankenhaus ist, um sich ein Seefahrtsbuch zu besorgen, das die Voraussetzung ist, um auf einem Schiff anzuheuern. Als Samuel aus dem Spital zurückkommt, arrangiert Joel ein Treffen seiner Eltern. Doch Samuel wirft Jenny dabei wüste Beschimpfungen an den Kopf und die beiden gehen im Streit auseinander. Während Samuel beschließt, nach Hause zu fahren, bleibt Joel in Stockholm und heuert auf einem Schiff als Steward an. Zwar fährt dieses zu seiner Enttäuschung hauptsächlich zwischen Schweden und England hin und her, um Erz zu transportieren, doch letztlich geht sein Wunsch in Erfüllung und das Schiff nimmt Kurs in Richtung Afrika. In Liberia kauft Joel eine Trommel, die er seinem Vater als Geschenk mitbringen will.

Mittels Telegramm erfährt Joel, dass sein Vater sehr krank ist. Joel kündigt daraufhin und fährt zu Samuel. Wie sich herausstellt, ist dieser an Krebs erkrankt. Zwar glaubt sein Vater, auch ohne die betroffene Leber weiterleben zu können, doch sein Zustand verschlechtert sich und letztlich stirbt Samuel in einem Krankenhaus. In der Todesanzeige lässt Joel den Text drucken, dass sein Vater ans Ende der Welt gereist sei.

Eine Woche nach der Beerdigung wird die Wohnung an neue Bewohner vermietet. Joel streift ein letztes Mal durch die Gegend und besucht all die Plätze, die seine Kindheit und Jugend geprägt haben. Doch nichts wird je wieder so sein wie früher und so fährt er mit dem Zug nach Göteborg, um dort auf einem Frachter anzuheuern. In den nächsten drei Jahren arbeitet er auf verschiedenen Schiffen und schafft es eines Tages sogar nach Pitcairn Island, einem Ziel, das er eigentlich gemeinsam mit seinem Vater erreichen wollte. Von dort nimmt er eine Kokosnuss mit, die er später auf Samuels Grab einpflanzt.

Rezeption Charlotte Celsing schreibt in ihrer Buchrezension zum zweiten Band der Tetralogie: „Wenn Mankell für jüngere Leser schreibt, verwebt er existenzielle und allgemeine Probleme zu einer dichten, spannenden Handlung. Seine Figuren sind glaubwürdige Personen in realistischen Situationen […] Die Bücher über Joel sind Mankell-typisch von viel Pathos durchdrungen und sehr mitreißend. Sie sind voller Poesie, Weisheit und Mitgefühl und zutiefst bewegend. Diese Geschichte spricht Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen an.“ Die Wochenzeitung Die Zeit befindet: „Wer da nicht in den Lesesessel gedrückt wird, dem ist nicht zu helfen.“

Auszeichnungen Der Roman erhielt 1998 in der Kategorie ‚Kinder- und Jugendbuch‘ den August-Preis.

Referenzen Die Reise ans Ende der Welt ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.

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Kategorie:Jugendliteratur Kategorie:Literatur (Schwedisch) Kategorie:Literatur (Schweden) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Werk von Henning Mankell